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Komitee schickt zunächst den Nachwuchs vor

Karneval Komitee schickt zunächst den Nachwuchs vor

22 Programmpunkte bekamen die Gäste während der viereinhalb Stunden dauernden Jubiläumsprunksitzung „55 Jahre Sankta-Maria-Fastnacht“ geboten.

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Irene Henrich (Zweite von links) kehrte noch einmal in die Bütt zurück. Für Felicitas Trebes-Börner (Dritte von links) tanzte das Publikum.

Quelle: Karin Waldhüter

Neustadt. Auf die erste Überraschung des Abends mussten die 400 Jecken im Saal nicht lange warten. Statt, wie gewohnt, hielt nicht das Komitee mit Sitzungspräsidentin Felicitas Trebes-Börner Einzug in den Saal, sondern die Kinder der Komitee-Mitglieder zogen pünktlich um 20.11 Uhr in den Saal ein. „Weil die Weiber mit dem Schminken noch nicht fertig sind, haben die uns geschickt“, erklärten sie und begrüßten professionell die zahlreichen Ehrengäste und Abordnungen der Karneval treibenden Neustädter Vereine.

„Wir brauchen uns nicht zu verstecken hinter anderen Neustädter Jecken“, betonte Sitzungspräsidentin Felicitas Trebes-Börner. Nach der ersten Rakete des Abends und dem zackigen Gardetanz der Kolpinggarde ging es mit einer Überraschung weiter, von der sie nichts ahnte - dafür aber jeder Zuschauer im Saal. Denn schon beim Betreten des Saals war auf einem Infoblatt ein „Flashmob“ zum 11. Bühnenjubiläum der Sitzungspräsidentin angekündigt worden. Und so staunte sie nicht schlecht, als plötzlich alle Komitee-Mitglieder die Bühne verließen und gemeinsam mit dem Publikum zu dem Lied „Von allein“ von Culture Candela sich im Takt bewegten und die Hände in die Luft streckten.

Anlässlich des närrischen Jubiläums der Sankta-Maria-Fastnacht kehrten aber auch Urgesteine des Karnevals auf die Bühne zurück. Foto: Karin Waldhüter

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Als Überraschungsgast und verkleidet als Clown überreichte Pfarrer Andreas Rhiel eine Torte an die verblüffte Sitzungspräsidentin. Ein kurzes Stelldichein gaben auf der Bühne das VfL-Prinzenpaar Jürgen I. und Sabine II., das JBO-Prinzenpaar Janina I. und Carlo I. und das Fürstenpaar aus Fritzlar, Markus I. und Jenny I. Große Auftritte mit tollen Kostümen zeigten im Verlauf des Abends verschiedene Tanzgruppen.

Als erste standen die jüngsten Akteure, die „Knallfrösche“, als Streifenhörnchen auf der Bühne. Es folgten die „Hipp de Bibbs“ (sie erzählten das Märchen vom Froschkönig) und ein zweites Mal die Kolpinggarde mit einem Showtanz. „Fruchtalarm“ hieß es beim Auftritt des Komitees. Romantisch ging es bei den „Sankta Glorias“ zu, die als Brautjungfern, Braut und Bräutigam die Zuschauer entzückten. „Die Unentschlossenen“ fegten als Clowns über die Bühne.

Zum Jubiläum kamen dann ein kleiner Teil ehemaliger Mitwirkender auf die Bühne, und Mitglieder der Ranzengarde, Tänzerinnen, Komitee-Mitglieder, Tanzmariechen und Büttenredner - darunter auch Bürgermeister Thomas Groll und Altbürgermeister Manfred Hoim - boten ein buntes Bild. Claudia Schmitt, Marga Geppert, Gisela Faber und Ulricke Schäfer präsentierten die Kostüme der ehemaligen Sitzungspräsidentinnen aus den vergangenen 55 Jahren. Ein Teil der ehemaligen Aktiven übernahm dann für kurze Zeit einen Platz im Komitee.

Altmeisterin lässt‘s krachen

Für den absoluten Höhepunkt sorgte Ehrenbüttenrednerin Irene Henrich die am Ende mit stehenden Ovationen vom begeisterten Publikum gefeiert wurde. Sie stand zur Jubiläumsfastnacht noch einmal als „Frieda“ in der Bütt und sorgte für Lachsalven. „Da steh ich nun, sozusagen recycelt“, erklärte sie. Stellvertretend für alle Ehemaligen sei dies das Geschenk an die Sitzungspräsidentin und das Komitee. Sie berichtete von der Entwicklung vom „grünen Telefon mit Brokatponcho“ hin zu Smartphone und Computer.

„Wenn du früher was vom Telefon gewollt hast, dann musstest du da hinlaufen, da war nämlich eine Schnur dran“, erzählt sie. Heute stehe man vorm Fenster und „gurgele“ wie draußen das Wetter sei, berichtet sie und erzählt vom eigenen Computer, den sie mit dem Passwort „Busen 95 E bis H“ gesichert habe, weil Freundin Siska ihr geraten habe, als Passwort etwas zu wählen, das nah bei ihrem Herzen sei.

Als erste Büttenrednerin hatte sich Lena Nees schlecht sitzenden Männerunterhosen, Grillabenden und Veganern gewidmet. Als Meister des versteckten Wortspiels entpuppten sich die beiden Vorstandsfrauen Mechtild Lotz und Annette Schmitt, die als zwei Gärtner in den Garten Neustadt gucken. Christina Schmittdiel, Stephanie Schmittdiel und Kathleen Nierath stolperten „im Gefängnis“ über ihre eigene Naivität und brachten sogar ihren Hund „Rocco“ mit auf die Bühne. Wie Welpe „Marylin“ es schafft, dass ihrem Mann das Lachen vergeht, davon erzählte Doris Schmitt in der Bütt.

„Das Leben übergießt uns nicht mit Schokolade, es zieht uns höchstens durch den Kakao“, resümiert Urgestein Marion Hill. Sie begeisterte einmal mehr als „Anna“. Seit 28 Jahren ist sie eine feste Größe bei der Neustädter Frauenfastnacht und scheut sich auch nicht, sich selbst dabei gehörig durch den Kakao zu ziehen.

von Karin Waldhüter

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