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"„König" liest auch den Rausschmeißer

Criminale "„König" liest auch den Rausschmeißer

Heute schon gelacht? Krimiautor Peter Godazgar weiß, wie er seine Leser unterhält. Dass er nicht nur Bücher schreiben, sondern auch launig erzählen kann, bewies der erfolgreiche Autor in der Aula der Stiftsschule.

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Peter Godazgar (links) und Almuth Heuner sorgten für Spannung in der Aula der Stiftsschule.Fotos: Karin Waldhüter

Amöneburg. Die Stadt auf dem Berg ist vielfältig und bunt. Die vielen schönen Plätze zwischen Brücker Mühle, Stiftskirche und Schlossruine besitzen nicht nur viel touristisches Potenzial, sondern eignen sich auch hervorragend als Schauplatz für Kriminalfälle. Ein hervorragendes Beispiel ist Peter Godazgars Kurzkrimi „Die Kofferträger von Amöneburg“.

Godazgar ist einer von 26 Autoren, die sich von besonderen Orten im Landkreis für den Sammelband „SoKo Marburg-Biedenkopf“ inspirieren ließen. Fünf Stunden war Godazgar im November 2015 mit Ortskenner Winfried Kaul in Amöneburg unterwegs gewesen. Entstanden ist ein herrlicher Kurzkrimi, in dem, so viel sei verraten, Tourist Claus Corinth und seine Frau Sigrid zwischen Marktplatz, Dönerbude und Schlossruine auf höchst unterhaltsame Weise auf die beiden nicht eben hellsten Ganoven Kevin und Stulle treffen.

Hauptakteur Claus Corinth - von seinen Kollegen auch gern mal mit einem naheliegenden und wenig schmeichelhaften, dafür aber treffenden Spitznamen versehen - spaziert nicht einfach so herum, er bereitet sich vor. „Nicht ohne meinen Aktenkoffer“, so lautet seine Maxime. Und so erfährt der Leser fast nebenbei, dass Amöneburg genauso hoch liegt, wie es Tage im Jahr gibt, auf einem Basaltkegel liegt und herrliche Ausblicke bietet.

Godazgar, Jahrgang 1967, aus dessen Feder sowohl das Buch zum Til-Schweiger-Film „Knockin’ on heaven’s door“ sowie mehrere amüsante Krimis aus seiner Heimatstadt Halle an der Saale und inzwischen mehr als ein Dutzend Kurzkrimis stammen, ist Mitglied im Sprecherteam des Syndikats. „Sprecher ist so etwas wie ein König“, ruft Godazgar ins Publikum, während Bürgermeister Michael Plettenberg den rund 100 Besuchern verspricht, dass die Pause für Gespräche mit den Autoren genutzt werden kann. „Aber nicht anfassen“, schränkt Godazgar ein.

Er versuche immer Krimis zu schreiben, bei denen niemand umkomme, erzählt Godazgar. Am liebsten habe er, wenn alle über Blumenwiesen laufen und sich dabei anfassen, so der Krimiautor, der als Redakteur bei der Mitteldeutschen Zeitung in Halle an der Saale arbeitet. Mitgebracht habe er neben seiner Kurzgeschichte eine zweite „Welturaufführung“, berichtet er. Denn beim Vorlesen trage er heute zum ersten Mal eine Lesebrille.

Den Auftakt der Veranstaltung hatte Krimiautorin Almuth Heuner gemacht. Sie hatte die Handlung nach Marburg verlegt und las die Geschichte „Im Geheimdienst ihrer Sparkasse“. 1999 war der erste Krimiroman der diplomierten Übersetzerin erschienen, die im Jahre 2005 für den Friedrich-Glauser-Preis (Sparte Kurz-krimi) nominiert war.

An ihre Lesung anschließend gab es mit „Der Blattsammler“ die „Rausschmeißer-Geschichte“ von Peter Godazgar über das teuerste Toilettenpapier der Welt noch obendrauf.

Am Bücherstand der Bücherei Kleinheins aus Kirchhain konnten die Besucher Bücher von Almuth Heuner und auch die Anthologie „SoKo Marburg-Biedenkopf“ erwerben und diese anschließend von den beiden Autoren signieren lassen. „Ich kann auch die Unterschriften von Sebastian Fitzek, Dan Brown oder Ingrid Noll“, schlug Godazgar den Besuchern vor.

Beide Autoren mischten sich nach der Lesung ganz nah unter das Publikum und zeigten sich als Krimischreiber zum Anfassen.

von Karin Waldhüter

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