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Kleinseelheimer gehen eigenen Weg

Mini-Jobber sollen die Pflege des Friedhofs übernehmen Kleinseelheimer gehen eigenen Weg

Die Kleinseelheimer Bürgerinnen und Bürger werden voraussichtlich nicht ihren kompletten Friedhof in Eigenleistung pflegen. Ebenso wenig soll der selbst verwaltete Friedhof an die Stadt abgegeben werden.

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Friedhofspflege reduziert sich nicht allein auf das Mähen des Rasens, den Heckenschnitt und das Laubrechen im Herbst. In diesem Beet an der von Kleinseelheimer Bürgern restaurierten Friedhofsmauer war ein Kleinseelheimer über Stunden damit beschäftigt, das Immergrün vom wuchernden Unkraut zu befreien. Foto: Matthias Mayer

Kleinseelheim. Auf die Marschrichtung einigten sich Ortsbeirat und Friedhofsausschuss während einer gemeinsamen Sitzung im Bürgerhaus. Hintergrund dieses Treffens ist die Tatsache, dass der Bauhof im April auf Anordnung des Magistrats sämtliche Pflege- und Unterhaltungsleistungen auf den Friedhöfen der evangelischen Stadtteile Kirchhains eingestellt hat.

Diese Friedhöfe befinden sich in Trägerschaft der Evangelischen Kirche und werden selbst verwaltet. Die Friedhöfe in der Kernstadt und in den katholischen Stadtteilen befinden sich in städtischer Hand und werden weiterhin vom Bauhof-Team gepflegt. Allerdings liegen hier die Gebührensätze um ein Vielfaches über dem Gebühren-Niveau der evangelischen Friedhöfe. Die Stadt bietet den evangelischen Dörfern die Übernahme der Friedhöfe an. Dann würden allerdings auf diesen die städtische Gebührenordnung gelten. Alternativ können die Friedhofsausschüsse aber auch die vollständige ehrenamtliche Pflege ihrer Friedhöfe organisieren. Begründet wurde er harte Schnitt mit den strengen Sparauflagen des Schutzschirm-Programms.

Pfarrer Helmut Golin warb in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Friedhofausschusses für die ehrenamtliche Lösung und verwies dabei auf funktionierende Modelle in Großseelheim, wo es 40 ehrenamtliche Helfer gebe und in Betziesdorf. Zentrale Voraussetzung dafür seien allerdings der Rückhalt im Dorf und eine genügend große Anzahl ehrenamtlicher Helfer.

Und genau in diesem Punkt sieht Ortsvorsteher Professor Rainer Waldhardt eine Überforderung für Kleinseelheim. Es seien stets die gleichen ehrenamtlichen Eigenleister, die sich bei Arbeitseinsätzen oder individuell um den Ort verdient machten. Diesem Personenkreis könne nicht noch die komplette Pflege des Friedhofs zugemutet werden.

Pflege auch für diestädtischen Grünflächen?

Hinzu komme noch, dass die Stadt auch für die städtischen Grünflächen in den Stadtteilen eine Lösung suche. Zunächst sollten dort die Arbeiten des Bauhofs auf zweimaligen Grasschnitt im Jahr beschränkt werden. Dann habe sich gezeigt, dass die vorhandene Ausrüstung nicht für das Mähen von einem halben Meter hohem Gras geeignet sei.

Der Ortsvorsteher schlug stattdessen vor, von April bis Oktober zwei Mini-Jobber mit der regelmäßigen Pflege des Friedhof-Areals und gegebenenfalls mit dem Mähen städtischer Grünflächen zu beauftragen.

Unterstützung bekam er dafür aus dem Kreis der rund 20 Zuschauer im Dorfgemeinschaftshaus. Allein das Mähen des Friedhofes dauere acht bis zehn Stunden, sagte ein Bürger aus eigener Erfahrung. Das Problem: Der Großteil der der Rasenfläche liege zwischen den Gräbern und könne nicht mit einem Aufsitzmäher gemäht werden. Ein weiterer Zuhörer berichtete von der vielstündigen Plackerei mit dem Unkraut (und Unrat) unter der Hecke und dem mit Immergrün bepflanzten Beet an der Friedhofsmauer.

Für die Finanzierung der Arbeiten sieht der Ortsvorsteher drei mögliche Säulen:

n Die jährlichen Verfügungsmittel des Ortsbeirats in Höhe von 2554 Euro. Von diesem Geld sollen allerdings weiterhin pro Jahr 70 Euro an alle ortsansässigen Vereine fließen. n Zu Co-Finanzierung könnten Mittel aus dem europäischen Leader-Programm beantragt werden. n Mittel aus dem Dorf. Die Versammlung zog dabei Spenden einer obligatorischen Friedhofsabgabe vor. In einem nächsten Schritt wollen Friedhofsausschuss und Ortsbeirat zeitnah gemeinsam mit dem RSV Kleinseelheim und dem Verschönerungsverein die Kosten kalkulieren und ermitteln, welche Geräte und Maschinen noch angeschafft werden müssen.Außerdem befasste sich der Ortsbeirat mit dem Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“, auf dem sich die Kleinseelheimer in fünf Arbeitsgruppen vorbereiten. Am 26. Juni besucht Margot Schneider vom Landkreis die Arbeitsgemeinschaften, um Tipps für die Wettbewerbs-Präsentation im September zu geben. „Wir sind für den Wettbewerb gut aufgestellt“, versicherte Waldhardt.

von Matthias Mayer

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