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Klares "Nein" zur Gebührenerhöhung

Elterninitiative Klares "Nein" zur Gebührenerhöhung

Nach Anhebung der Kindertagesstätten-Gebühren in Stadtallendorf hatte sich im Juli eine Elterninitiative gebildet. Sie will die kurzfristige zusätzliche Belastung nicht so einfach hinnehmen. Am Mittwoch gab es einen Termin im Rathaus.

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Erster Stadtrat Otmar Bonacker (von links), Bürgermeister Christian Somogyi und die Vertreter der Initiative Tatsiana Peters, Matthias Krögor, Natascha Krol und Martha Geschel bei der Unterschriftenübergabe im Rathaus.

Quelle: Michael rinde

Stadtallendorf. Am Mittwoch kam es zum ersten Zusammentreffen der Initiatoren der Elterninitiative (die OP berichtete ausführlich im August) und Bürgermeister Christian Somogyi (SPD) sowie Otmar Bonacker (CDU) als Repräsentanten der Stadt. Eindreiviertel Stunden sprachen die Beteiligten im Rathaus miteinander.

Dass sich an der Erhöhung der Kindertagesstätten-Gebühren etwas ändert, scheint auch nach diesem Dialog ausgeschlossen, die Stadtparlaments-Beschlüsse sind bindend. Und Somogyi sah beim Termin am Mittwoch mit den Vertretern der Elterninitiative auch keinerlei Grund, etwas zu ändern.

Am Ende, nach der offiziellen Übergabe der Unterschriftenlisten, kündigte Natascha Krol ihrer aber auch an: „Wir werden weitermachen.“

Höhere Belastungen für die Familie

Unter anderem bestehe bereits Kontakt zu einer Marburger Initiative, die sich gründe. Auch in Marburg droht aktuell eine deutliche Erhöhung der Kindertagesstätten-Gebühren. Auch die politischen Vertreter auf Landesebene wollen die Initiatoren angehen. Gestern ging es aber nur um die Stadtallendorfer Situation.

Tatsiana Peters erinnerte an die beispielhaft deutlich höheren Belastungen, die ihre Familie seit August zu tragen hat. Im Falle ihrer Familie sind es monatlich 200 Euro, wobei auch die Grundsteuer-Erhöhung für die Familie spürbar ist. ­Ähnlich ergeht es auch den übrigen Elterninitiativen-Mitgliedern.

„Wir sind massiv betroffen und haben erst durch die Bescheide etwas davon erfahren“, sagte beispielsweise Matthias Krögor. Die Eltern, die gegen die höheren Kindertagesstätten-Gebühren zu Felde ziehen, besuchen verschiedene Kindertagesstätten von unterschiedlichen Trägern im Stadtgebiet. Das Thema Kommunikation spielte beim Rathaustermin gestern auch eine größere Rolle. Die Eltern berichteten übereinstimmend, dass sie die Information über höhere Gebühren im Vorfeld nicht erreicht hat.

Somogyi prüft Beschwerden

Krögor berichtet, dass es wohl einen Aushang gab, aber keinen Elternbrief oder gar Elternabend. Somogyi verwies die Eltern darauf, dass es bereits vor einem Jahr Gespräche mit Trägern gegeben hat - und dass er davon ausgegangen sei, dass die Informationen auch bei den Eltern ankommen. „Glauben Sie mir, keinem macht es Freude, Gebühren zu erhöhen“, sagte Somogyi.

Die Gründe für die Erhöhung legte er ebenfalls noch einmal dar. Vorneweg stand der Kostendeckungsgrad. Nach der Erhöhung liegt er über 26 Prozent, wobei die weiteren beschlossenen Anhebungen in den nächsten Jahren noch hinzukommen werden.

Ein weiterer Punkt seien die Folgen des Kindertagesstätten-Förderungsgesetzes des Landes (Kifög), das Kommunen Vorgaben zum bereitzustellenden Personal macht. Für Krankheitsausfälle oder Urlaube muss eine Personalreserve von 15 Prozent bereitstehen.

Für mehr Geld mehr Qualität

Die Eltern hatten bei ihrem Rathaustermin aber auch noch andere Forderungen mit auf der Liste. „Wenn wir schon mehr bezahlen müssen, dann erwarten wir auch Qualität“, so das Credo von Tatsiana Peters.

Die Eltern nannten etwa den Zustand von Toilettenanlagen in Kindergärten wie im Hofwiesenweg oder im Kindergarten Süd. Wie Bonacker erläuterte, soll sich in beiden Fällen etwas tun -im Hofwiesenweg im nächsten Jahr, in Süd im Jahr darauf.

Bei sehr konkreten Klagen über weitere Probleme gab Somogyi die Zusage, sich unmittelbar darum zu kümmern. Er forderte die Eltern allerdings auch dazu auf, die Wege über Elternbeiräte wie auch Kindergartenleitungen zu nutzen. Bei einem Punkt, einem besseren, vor allem grundsätzlich altersgerechten Essen, gab es keinerlei Zusagen. Auch die Essenspauschale wurde vom Stadtparlament erhöht, sie muss künftig kostendeckend sein.

von Michael Rinde

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