Volltextsuche über das Angebot:

21 ° / 9 ° Regenschauer

Navigation:
Klares Ja zur Barrierefreiheit im Bahnhof

Votum Klares Ja zur Barrierefreiheit im Bahnhof

Der Magistrat möchte das Projekt barrierefreier Ausbau des Kirchhainer Bahnhofs am Leben erhalten. Der Haupt- und Finanzausschuss stärkte der Stadtregierung für dieses Anliegen einstimmig den Rücken.

Voriger Artikel
Nichts Genaues weiß man nicht
Nächster Artikel
Überfall auf Tankstelle in Kirchhain

Weder der Inselbahnsteig an den beiden Durchfahrtgleisen noch der neben dem Empfangsgebäude gelegene Hausbahnsteig sind bislang barrierefrei ausgebaut. Foto: Matthias Mayer

Kirchhain. Die finanziell klamme Stadt, die nach dem jetzigen Stand der Planungen für das Vorhaben einen Eigenanteil von rund 2,4 Millionen Euro aufbringen soll, muss zum Jahresende entscheiden, ob sie mit dem Auslaufen der Leistungsphase eins und zwei ihre erste von zwei Ausstiegsoptionen ziehen will.

Die Beschlussvorlage des Magistrats steht eindeutig für einen Verbleib. Was am Bahnhof gebaut werde, bleibe auch in Kirchhain, begründete Bürgermeister Olaf Hausmann (SPD) die Haltung des Magistrats in dieser Frage. Das Projekt hatte in Kirchhain aus zweierlei Gründen für großen Unmut gesorgt. Die im März dieses Jahres von der Bahn noch mit 3,5 Millionen Euro angegebenen Kosten haben sich inzwischen inklusive Planungskosten auf atemberaubende 7,7 Millionen Euro verteuert. Und die Stadt Kirchhain soll nicht nur für den barrierefreien Zugang zu den Bahnsteigen bezahlen, sondern anteilig für alle anderen Bauvorhaben der Bahn am Kirchhainer Bahnhof, die die Bahn der Stadt und dem RMV in Rechnung stellen.

Diesem Diktat der Bahn möchte sich der Magistrat nicht beugen. Die Eckpunkte für den Verbleib der Stadt im Bahnhofsprojekt skizzierte Bürgermeister Olaf Hausmann wie folgt:

n Die Stadt Kirchhain soll die Möglichkeit haben, ihren Kostenanteil gestreckt über einen Zeitraum von mindestens vier Jahren zu zahlen. n Die Stadt erwartet, dass die Deutsche Bahn für alle ihre Bauvorhaben, die nicht unmittelbar im Zusammenhang mit der Herstellung von Barrierefreiheit auf den beiden Bahnsteigen stehen, selbst aufkommt. Dazu gehören unter anderem die neue Bahnsteig-Überdachung, die komplette Erneuerung der Beleuchtung und das Wegeleitsystem. n Die der Stadt Kirchhain entstehenden Baukosten sind auf maximal zwei Millionen Euro brutto zu deckeln. Mehrkosten in der Umsetzung gehen zu Lasten der Deutschen Bahn. n Der Ausbau des derzeit kaum für den Personenzugverkehr genutzten Hausbahnsteigs an Gleis 5 soll möglichst zeitlich gestreckt werden. Für diese Vorlage gab es Lob von allen Seiten. „Die Vorlage ist gut. Die Frage ist nur, wird die Bahn unsere Forderungen­ akzeptieren?“, fragte Angelika­ Aschenbrenner (FDP). Olaf Hausmann erklärte, dass er die heimischen Bundestagsabgeordneten und Landtagsabgeordneten in dieser Sache für Kirchhain aktivieren wolle. „Wir müssen der DB deutlich machen, dass wir nur für die Barrierefreiheit aufkommen wollen“, sagte der Bürgermeister, der mit harten Verhandlungen rechnet.„Der Weg ist richtig. Das gilt auch für die Einbeziehung ­der Bundestagsabgeordneten“, ­erklärte Uwe Pöppler, der bedauerte, dass die Zählgemeinschaft sich gegen das Ansparen von Geldern für das Projekt entschieden habe. „Die Deckelung ist erforderlich“, sagte Erhard Mörschel (CDU), der auf Urteile zu vergleichbaren Bahn-Projekten in Rheinhessen verwies, die Kommunen im Ringen mit dem Verkehrsriesen gestärkt hätten. Kritisch sah er die Streckung von Bauarbeiten wegen des ­damit verbundenen Preisrisikos. Laut Reiner Nau (Grüne) ist dieses übersichtlich, da die Kosten bis 2019 kalkuliert seien, ­inklusive eines 15-prozentigen Preis-Puffers.

von Matthias Mayer

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Ostkreis

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr