Volltextsuche über das Angebot:

26 ° / 15 ° wolkig

Navigation:
Klagen noch auf einem hohen Niveau

JHV der Wehren Klagen noch auf einem hohen Niveau

Während der Jahreshauptversammlung aller Kirchhainer Wehren standen Beförderungen, Ehrungen und Ernennungen im Vordergrund. Doch es gab auch nachdenklich machende Töne.

Voriger Artikel
Hoffen auf die Jagdgenossen
Nächster Artikel
Spektakel bekommt einen "Contest"

Stadtbrandinspektor Reinhard Bonacker (links) und der Erste Stadtrat Dietmar Menz (rechts) mit den anwesenden aufgenommenen, übernommenen und beförderten Feuerwehrleuten. Fotos: Karin Waldhüter

Betziesdorf. Noch bevor sich Stadtbrandinspektor Reinhold Bonacker den Einsätzen des vergangenen Jahres widmete, ging er auf die statistischen Daten des vergangenen Jahres ein. Man könne nicht verhehlen, dass ein klarer Trend bei der Mitgliederentwicklung erkennbar sei, stellte er fest. Bei den weiblichen Mitgliedern konnte zwar ein Zuwachs von einer Einsatzkraft verzeichnet werden, da sich jedoch die Zahl der männlichen Mitglieder um 12 Kameraden verringert habe, bleibe in der Summe ein Rückgang von insgesamt 11 aktiven Feuerwehrangehörigen zu verzeichnen.

Landesweiterrückläufiger Trend

„Damit setzt sich der landesweit rückläufige Trend der Mitgliederentwicklung auch in Kirchhain weiterhin fort“, erklärte Bonacker vor 130 Feuerwehrkameraden. Derzeit zählen die 13 Einsatzabteilungen der Freiwilligen Feuerwehr Kirchhain 348 Mitglieder, davon sind 36 Frauen aktiv. Der Alters- und Ehrenabteilung gehören 87 Mitglieder an. „In der Summe sind die Mitgliederzahlen dennoch auf einem hohen Niveau“, so der Stadtbrandinspektor.

Mit Himmelsberg, Kleinseelheim und Schönbach erreichen drei Stadtteile nicht die erforderliche Mindeststärke von 18 Einsatzkräften. Dennoch zeichne sich bei zwei Stadtteilen ab, dass die intensive Jugendfeuerwehrarbeit Früchte trage. Dadurch rückten die „Pflege“ des derzeitigen Personalbestandes sowie die Mitgliederwerbung stärker in den Focus der künftigen Aufgabenschwerpunkte, so Bonacker.

Musikalisch eröffnet hatte das Blasorchester der Feuerwehr Kirchhain den Abend, das derzeit über 22 Musikerinnen und Musiker verfügt.

17800 Stundenehrenamtlicher Arbeit

Unterbrochen von einem Einsatzalarm der die anwesenden Feuerwehrkameraden aus Kirchhain-Mitte wegrief, berichtete Bonacker von einem eher „durchschnittlichen“ Einsatzjahr. Insgesamt arbeiteten die Wehren 105 Einsätze ab. Diese gliedern sich in 26 Brandeinsätze, 55 Hilfeleistungen und 12 Mal rückten die Feuerwehren wegen eines Fehlalarms aus. Hinzu kommen 11 Brandsicherheitsdienste bei verschiedenen Veranstaltungen. Für Einsätze, Übungs- und Arbeitsstunden erbrachten die Kameraden 17 800 Stunden ehrenamtlicher Arbeit, wie Bonacker würdigend feststellte.

Von Unwettereinsätzen blieben die Kameraden auch im vergangenen Jahr nicht verschont. Einige Einsätze blieben besonders in Erinnerung: Im April hatte ein Sturm das Dach der katholischen Kirche abgedeckt. Ein „Gustnado“ genannte „Böenfrontwirbel“ hjabe das Unglück ausgelöst, erläuterte Bonacker. Im Juli hatte Starkregen dann zu Überschwemmungen des Bauerbachs in der Ortslage von Großseelheim gesorgt. Im Mai musste die Wehren zu einem Gas-Einsatz in die Alsfelder Straße ausrücken und beim Ausfall der Notrufnummer 112 im September waren alle Gerätehäuser durch Feuerwehrleute besetzt worden. Siebenmal mussten die Kameraden unter dem Stichwort „Schwerer Verkehrsunfall mit eingeklemmter Person“ zum Einsatz.

Bonacker verwies auf die Haushaltslage der Schutzschirmkommune Kirchhain, die weiterhin angespannt sei. In Gespräche mit der Stadtverwaltung und dem Bürgermeister sei erreicht worden, dass die Mittel für den Erhalt der Einsatzbereitschaft der Feuerwehr bereitgestellt worden seien.

Bonacker warf einen Blick auf die Ziele für dieses Jahr. Dazu zählen: Die Ersatzbeschaffung eines Tanklöschfahrzeuges TLF 4 000 für die Kernstadt, der Anbau des Feuerwehrhauses in Stausebach, der größtenteils durch Eigenleistungen entstehen soll, sowie kleine bauliche Veränderungen am Feuerwehrgerätehaus in Sindersfeld, Planungen für den Neubau eines Feuerwehrhauses in Großseelheim, sowie die Fortschreibung des Bedarfs- und Entwicklungsplans an.

Stadt investiert2,6 Millionen Euro

Kreisbrandinspektor Lars Schäfer sprach von einer bedenklichen Mitglieder-Entwicklung. Diese sei letztlich ein Problem der ganzen Kommune. „Es ist Zeit zu handeln“, betonte er, auch wenn die Mitgliederzahlen der Einsatzabteilungen insgesamt auf einem hohen Niveau lägen.

Stadt-Jugendfeuerwehrwart Johannes Sprenger skizzierte die Arbeit in den Jugendfeuerwehren sowie der Jugendabteilung des Blasorchesters der Feuerwehr Kirchhain mit derzeit 168 Mitgliedern.

Trotz Haushaltssperre habe die Stadt Kirchhain ihre Feuerwehren mit allen notwendigen Ausrüstungsgegenständen versorgt, sagte der Erste Stadtrat Dietmar Menz, der den grippekranken Bürgermeister Jochen Kirchner vertrat. In den nächsten fünf Jahren werde die Stadt 2,6 Millionen Euro in ihre Feuerwehren investieren. „Das sind Investitionen für alle Bürger“, betonte Menz.

Nach Dietmar Menz würdigten mit Grußworten auch Landrätin Kirsten Fründt und Stadtverordnetenvorsteher Willibald Preis den selbstlosen Einsatz der Feuerwehren zum Wohle alle Bürger.

Aufnahmen, Ehrungen, Beförderungen, Ernennungen

- Aufnahmen und Übernahmen: Benedikt Kempf, Leon Mopils-Paris (beide Kirchhain Mitte) und Ruben Schüßler (Kirchhain Niederwald) alle Feuerwehrmann-Anwärter. Manuel Möller (Kirchhain Mitte) Oberfeuerwehrmann.

nBeförderungen: Julia Dillmann (Großseelheim) Feuerwehrfrau, Michelle Horcher (Großseelheim) Feuerwehrfrau, Alexander Ludwig (Großseelheim) Feuerwehrmann, Michael Nau (Langenstein) Feuerwehrmann, Andre Schneider (Niederwald) Feuerwehrmann. Nico Mopils-Paris (Kirchhain Mitte) Oberfeuerwehrmann, Anke Botthof (Sindersfeld) Hauptfeuerwehrfrau, Heiko Brock (Kirchhain Mitte), Manuel Ebert (Betziesdorf), Maik Flache (Burgholz) Ludwig Klingelhöfer (Langenstein) alle zum Oberlöschmeister. Michael Ludwig (Großseelheim), Thorsten Pawlazik (Stausebach) beide zum Brandmeister.

- Ehrungen: Anerkennungsprämien des Landes Hessen für 10 Jahre: Walter Aichinger, Philipp Bast, Philipp Holz, Tobias Kaufmann, Johannes Lauer, Heiko Schmidt, Sascha Schmidt, Johannes Sprenger, Sebastian Sprenger. Für 20 Jahre: Tobias Bromm, Patrick Heuser, Torsten Mende, Rainer Schmidt, Matthias Stahl, Tino Sturm. Für 30 Jahre: Berthold Bauerbach, Andreas Röhrig, Bertram Schmitt, Hans-Peter Stieler, Werner Weber, Peter Welk. Für 40 Jahre: Ulrich Ebert, Horst Morneweg, Hartmut Müller, Axel Pamp, Rainer Pawlik, Winfried Storm, Hans-Jürgen Thomas, Wilfried Wolf.

Feuerwehrleistungsabzeichen Eisern: Jörg Diehl (Anzefahr), Johanna Frank (Schönbach), Michael Jennemann (Stausebach), Alexander Koch, Niklas Zill (beide Kirchhain Mitte), Michael Ludwig (Großseelheim), Matthias Rautenberg (Schönbach), Sebastian Schaub, Andre Schneider, Maximilian Seitner, Kevin Weckesser, Steven Weckesser (alle Niederwald), Paul Steinbrecher (Stausebach), Lennard Weil (Anzefahr). Bronze: Patrick Grähling (Kirchhain Mitte), Andreas Jennemann, André Nehls, Olivia Steinbrecher und Florian Van Moll (alle Stausebach). Silber: Jens Deubel, Michael Scheld (beide Kleinseelheim), Manuel Lesch, Markus Nau (beide Großseelheim). Gold: Jan Drescher (Anzefahr), Ullrich Höck (Stausebach). Gold Stufe 5: Dirk Edelmann und Tim Genath (beide Kirchhain Mitte), Uwe Weckesser (Niederwald). Gold Stufe 10: Reinhold Bonacker (Anzefahr).

Brandschutzehrenzeichen am Bande in Silber (25 Jahre aktiver Dienst): Bertram Bonacker, Jochen Mönninger, Dirk Mößer, Jörg Sprenger (alle Anzefahr), Jörg Diehl, Michael Ludwig (beide Großseelheim), Lars Eberling (Langenstein), Patrick Heuser (Kleinseelheim), Tino Sturm (Niederwald).

- Brandschutzehrenzeichen in Gold (40 Jahre aktiver Dienst): Rüdiger Jäger (Betziesdorf), Hans-Dieter Kuhn (Niederwald), Dirk Mrotzek, Volker Wege (Kirchhain Mitte).

- Ernennungen: Michael Ludwig (Großseelheim) zum Wehrführer, Manuel Lesch (Großseelheim) zum stellvertretenden Wehrführer. Niklas Kaufmann (Himmelsberg) zum Wehrführer, Michael Ott (Himmelsberg) zum stellvertretenden Wehrführer. Anke Botthof (Sindersfeld) zur stellvertretenden Wehrführerin, Torsten Mende (Kirchhain Mitte) zum stellvertretenden Wehrführer.

von Karin Waldhüter

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Ostkreis

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr