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Kirchner setzt jetzt auf die Kirche

Fehlendes Geld für Kita Kleinseelheim Kirchner setzt jetzt auf die Kirche

Ein Beschluss des Kirchhainer Stadtparlaments vom 5. Juli zur vollständigen Finanzierung der Restarbeiten am Kleinseelheimer Kindergarten ist nichtig. Das teilte Bürgermeister Jochen Kirchner mit.

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Das Schild weist die Evangelische Kirche als Träger der Kleinseelheimer Kita aus. Nach Vorstellung von Kirchhains Bürgermeister Jochen Kirchner soll sich die Kirche an den Sanierungskosten des Gebäudes beteiligen. Foto: Matthias Mayer

Kirchhain. Die Stadtverordneten hatten während der letzten Sitzung vor der Sommerpause in Abwesenheit des erkrankten Bürgermeisters beschlossen, die nach dem Scheitern der zum Hochwasserschutz in Großseelheim angedachten Renaturierung des Bauerbachs frei werdenden Haushaltsmittel für die integrative Kindertagesstätte Kleinseelheim zu nutzen. Allerdings hatte das Parlament den Beschluss unter den Vorbehalt der Zustimmung der Kommunalaufsicht gestellt. Und diese hat ihre Zustimmung nun verweigert.

„Haushaltsrechtlich ist das völlig in Ordnung“, bescheinigte Jochen Kirchner der Kommunalaufsicht. Die noch aus dem Haushaltsjahr 2012 stammenden städtischen Investitionsgelder für das Bauerbach-Projekt seien an den zugesagten Landeszuschuss gekoppelt gewesen. Der Landeszuschuss sei nach dem Scheitern des Hochwasserschutz-Vorhabens hinfällig. Die Bauerbach-Renaturierung kam nicht zu Stande, weil Grundeigentümer weder innerhalb noch außerhalb der Ortslage von Großseelheim nicht die benötigten Flächen abgeben wollten.

Er habe die Fraktionen über die neue Entwicklung informiert. Diese sähen den Beschluss als null und nichtig an, so dass keine Sondersitzung zu dessen Aufhebung einberufen werden müsse, sagte der Bürgermeister.

Im Frühjahr waren bei der Entkernung des Bürgerhauses in der Kernstadt vor allem brandschutztechnische Mängel entdeckt worden, die zu einer erheblichen Kostensteigerung für die energetische Sanierung und Modernisierung des Gebäudes führten. Eine Stilllegung der Baustelle war nicht denkbar, da der Landeszuschuss, Grundlage der gesamten Finanzierung, bei einem verspäteten Abschluss der energetischen Sanierung verfallen wäre.

Die Stadt musste die Mehrkosten durch Kürzungen bei anderen Investitionen aus dem Haushaltsplan zusammenbekommen. Und eine Kürzung betraf ein Modul der Sanierungsarbeiten der Kleinseelheimer Kita, was innerhalb des Parlaments kontrovers diskutiert wurde. Der Beschluss: Alle Arbeiten zur Innensanierung des Gebäudes sollen in diesem Jahr abgeschlossen werden, die Umgestaltung des Eingangsbereichs wird dagegen auf das nächste Haushaltsjahr verschoben.

Gegen diese Entscheidung gab es Proteste von der Opposition, vom Kleinseelheimer Ortsbeirat und von der Elternschaft und den Erzieherinnen der in kirchlicher Trägerschaft befindlichen Kita. Auch die Koalitionäre stimmten nur mit Unbehagen zu und entwickelten auch deshalb den Plan, die vermeintlich frei gewordenen Gelder aus Großseelheim für Kleinseelheim zu nutzen.

Bürgermeister hofft auf15 Prozent von der Kirche

Daraus wird nun nichts. Gleichwohl hat der Bürgermeister die Hoffnung noch nicht aufgegeben, das Bauvorhaben in Kleinseelheim in diesem Jahr komplett abschließen zu können. Dabei setzt er auf die Kirche. Es sei üblich, dass sich Kirchen bei Bauvorhaben in Ihren Einrichtungen mit 15 Prozent an den Baukosten beteiligten. Und genau darum habe er nun die Evangelische Kirche in einem Schreiben gebeten, sagte Kirchner gegenüber dieser Zeitung.

Der Bürgermeister und Kämmerer fasst den aktuellen Stand zusammen: Die Stadt hat für die Kita Kleinseelheim Arbeiten für 200000 Euro beauftragt und von dieser Summe bereits 187000 Euro bezahlt. Lediglich für einige laufende Arbeiten im Obergeschoss liegen noch nicht alle Rechnungen vor. Bleiben die Kosten für die Erneuerung des Eingangsbereichs. Dafür gibt es zwei Varianten:

n Die Variante eins der Stadtverwaltung sieht eine Ertüchtigung des Haupteingangs vor. Mit ihr soll verhindert werden, dass während der kalten Jahreszeit kalte Luft in die Kita-Räume strömt. Baukosten: 15000 Euro. n Die Variante zwei möchte der Kleinseelheimer Ortsbeirat umgesetzt wissen. Das Gremium hätte gern für das im gleichem Gebäude untergebrachte Ortsvorsteher-Zimmer einen neuen Zugang von der Straßenseite, der barrierefrei gestaltet werden soll. Einen barrierefreien Zugang besitzt das Gebäude am Kita-Eingang. Baukosten: 35000 Euro. Ob die Kirche Kirchners Ansinnen folgen wird, ist ungewiss, denn die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck ist ebenfalls klamm. Wie groß die Finanznot ist, bekamen die Kirchgänger im Kirchenkreis Kirchhain am Sonntag, 28. Juli vorgeführt. An diesem Tag wurde die Kollekte nicht für einen diakonischen oder theologischen Zweck erbeten, sondern für die Sanierung der kleinen Kirche in Schwarzenborn.

von Matthias Mayer

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