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Kirchner geht, Hausmann startet

Bürgermeisterwechsel in Kirchhain Kirchner geht, Hausmann startet

Der letzte formale Akt ist vollzogen: Auf Jochen Kirchner folgt nun zum 1. August Olaf Hausmann (SPD) als Bürgermeister der Stadt Kirchhain. Seit Montagabend ist Hausmann vereidigt und Kirchner verabschiedet.

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Jochen Kirchner überreichte seinem Nachfolger Olaf Hausmann die in einer Schatulle aufbewahrte Amtskette des Kirchhainer Bürgermeisters.

Quelle: Thorsten Richter

Kirchhain. Es war eine durchaus denkwürdige Sitzung des Kirchhainer Stadtparlaments am Montagabend. In knapp einer Stunde arbeitete das Parlament die reguläre Tagesordnung ab. Dann folgte die Ehrung verdienter, langjähriger ehrenamtlicher Kommunalpolitiker (ein separater Bericht folgt), schließlich die Verabschiedung von Jochen Kirchner (parteilos) aus dem Bürgermeisteramt und dann schließlich die Amtseinführung und Vereidigung seines Nachfolgers Olaf Hausmann (SPD).

Kirchners Abschied von seiner Verabschiedung endete jäh: Nachdem er seinem Nachfolger in einer verschlossenen Schatulle die Amtskette überreicht hatte, verließ Kirchner die Sitzung noch während des stehenden Beifalls der Anwesenden. Warum, das wusste am Montagabend zunächst keiner. Ein wenig ratlos schaute Stadtverordnetenvorsteher Klaus Weber (SPD) in die Runde. „Wir wollten doch noch ein Geschenk und Blumen überreichen, nun, wir werden das nachholen“, sagte Weber. Zuvor war diese Verabschiedung wie vorgesehen abgelaufen. Auf den Ablauf dieses Teils des Abends hatten sich Kirchner und sein Nachfolger Hausmann im Vorfeld verständigt.

Vier Redner würdigten Jochen Kirchner nach zwölf Jahren im Amt: Karl-Christian Schelzke als Geschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes, der Erste Kreisbeigeordnete Marian Zachow (CDU), Weimars Bürgermeister Peter Eidam als Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der Bürgermeister im Kreis und Bodo Broszinski, Bürgermeister der Kirchhainer Partnerstadt Doberlug-Kirchhain.

Viel Lob für scheidenden Bürgermeister

Marian Zachow bezeichnete Kirchner unter anderem als „Baumeister“ und auch als „Beharrungsmeister“, als jemandem, der auf gewonnenen Positionen auch beharrte, was „nicht immer vergnügungssteuerpflichtig“ gewesen sei. Auch eine Anspielung auf die teils sehr heftigen Auseinandersetzung um die nie mit Flüchtlingen belegten Notquartiere in Kirchhain. Peter Eidam charakterisisierte die hervorragende Zusammenarbeit mit Kirchner im Kreise der Bürgermeister, deren Sprecher er auch einige Jahre war. Eidam bezeichnete ihn als „Idealist und Manager“.

Bodo Broszinski fand sehr persönliche Worte für den scheidenden Kirchhainer Kollegen und nutzte die Gelegenheit, um für die weitere Belebung der Partnerschaft zu werben. Sie bestehe nicht nur auf Ebene der „Granden“.

Schließlich hatte Jochen Kirchner zum letzten Mal im Kirchhainer Stadtparlament das Wort. Als „Rückblick“ war sein Beitrag angekündigt worden. Er selbst dankte vor allem seinen Wegbegleitern. Das Amt des Bürgermeisters sei für ihn „eine wundervolle Aufgabe gewesen“.  Die vielen guten Wünsche von Bürgern zum Abschied hätten ihn in den vergangenen Wochen sehr gefreut. Kirchner sprach aber auch von „Demut“. „Ich bin mir durchaus der Bedeutungslosigkeit meiner Person bewusst. Denn das haben wir alle gemeinsam geschafft“, so Kirchner weiter. Mit dem „wir“ meinte er die Kirchhainer Bürger, besonders natürlich seine politischen Unterstützer und die Mitarbeiter der Verwaltung.

Hausmann sieht sich als „ersten Kümmerer“

Olaf Hausmann nutzte die Gelegenheit unmittelbar nach Verpflichtung und Vereidigung für eine kurze Antrittsrede, verzichtete dabei aber bewusst auf eine Wiederholung von Wahlkampfausagen, sondern machte klare Zusagen. Unter anderem versprach er einen breiten Dialog mit allen Fraktionen im Stadtparlament an. Er stehe für intensive Diskussionen. Der Verwaltung, deren neuer Chef Hausmann zum 1. August wird, kündigte er eine offene Tür an, aber auch, ein Chef sein zu wollen, „der fördert und fordert“. Er betonte, „erster  Kümmerer“ in Kirchhain sein zu wollen. Beim Haushaltsentwurf 2017 will er erste Elemente seiner eigenen Handschrift sichtbar machen.

von Michael Rinde

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