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Kirchner bleibt noch anderthalb Jahre

Kirchhain Kirchner bleibt noch anderthalb Jahre

Kirchhains Bürgermeister Jochen Kirchner (parteilos) kandidiert nicht für eine dritte Amtzeit. Von einem "Abgesang" auf sich will er aber noch nichts wissen.

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Im Januar 2014 gratulierte Jochen Kirchner der Landrätin Kirsten Fründt zu deren Amtsantritt. Archivfoto: Thorsten Richter

Quelle: Thorsten Richter

Kirchhain. Auf seine Entscheidung, nicht für eine dritte Amtszeit als Bürgermeister zu kandidieren, kam Jochen Kirchner im Gespräch mit der OP am Montag eher beiläufig. Am Mittwoch will er sich dazu im Mitteilungsorgan der Stadt, dem „Kirchhainer Anzeiger“ äußern und damit die Bürger informieren. Die Entscheidung zu diesem Schritt sei in den vergangenen Monaten gereift, die Gründe dafür rein familiärer Natur, sagt er. Es sei eine Zeit gekommen, in der ihn seine Familie stärker brauche, erläutert er lediglich. Seine Familie habe in den vergangenen Jahren oft auf ihn verzichten müssen, ihn aber dennoch immer unterstützt und mitgetragen.

Die Ziele, die er sich vor seiner ersten Amtszeit gesteckt hat, habe er aus seiner Sicht allesamt erreicht: Kirchhain sei aus seiner Finanzkrise geführt, die Kanäle seien ebenso wie die Kindergärten saniert, Rückstände bei der Stadtentwicklung seien aufgeholt worden. „Das sind die Dinge, die ich mir schon in meinem ersten Wahlkampf vorgenommen hatte“, betont Kirchner.

Wahltermin steht noch nicht fest

Seine zweite Amtszeit endet am 31. Juli 2016. Noch hat sich das Stadtparlament nicht mit dem Thema Wahltermin befasst. Eine Zusammenlegung von Bürgermeister- und Kommunalwahl wäre denkbar. Doch das muss das Stadtparlament zu gegebener Zeit befinden. Für eine wirkliche Bilanz seiner Amtszeiten ist es dem Kirchhainer Bürgermeister aber noch zu früh: „Ich bin noch anderthalb Jahre im Amt. Erst dann lässt sich Bilanz ziehen.“ Ein großes Ziel hat er sich für die verbleibenden 18 Monate Amtszeit gesetzt: Er will sich noch einmal besonders für eine Belebung des Kirchhainer Gewerbegebiets Ost einsetzen. „Ja, es macht mir auch nach dieser Entscheidung noch Freude, mitzugestalten und als Rathauschef auch Impulse zu geben“, antwortet Kirchner auf Nachfrage der OP.

Was er nach seiner Zeit als Kirchhainer Bürgermeister beruflich machen wird, lässt Kirchner offen. Wichtig ist ihm vor allem ein zukünftig familienfreundlicherer Beruf. Jochen Kirchner hatte sich im März 2004 gegen den damaligen Amtsinhaber Klaus Hesse (SPD) als Kandidat durchgesetzt und damit die Ära der SPD-Bürgermeister in der Ohmstadt beendet. Seinerzeit hatte ihn die Wählerinitiative „Kompetenz für Kirchhain (KfK)“ als Kandidat getragen, das gleiche Bündnis aus CDU, Bündnis 90/Die Grünen und FDP, das im Stadtparlament die Mehrheit stellt und Kirchner eine Hausmacht gegenüber der SPD sichert. Im März 2010 hatte sich Kirchner mit einem klaren Wahlsieg von 72,3 Prozent gegenüber dem SPD-Herausforderer Michael Höhmann durchgesetzt.

Kirchner traf bedeutende Entscheidungen

In Kirchners bisherige Zeit als Bürgermeister fallen einige bedeutende Entscheidungen: etwa der Bau der Mühltorpassage am Festplatz, die Umgestaltung des Bahnhofsumfeldes, aber auch der Gang der Stadt Kirchhain unter den Schutzschirm des Landes, um Schulden abzubauen - mit allen Folgen für die Haushaltspolitik der vergangenen Jahre, sprich Steuer- und Gebührenerhöhungen.

In den nächsten Monaten werden nun die Weichen für die Kandidatenkür bei den verschiedenen Parteien in Kirchhain gestellt werden. Kirchner fand es seinerseits wichtig, früh über seine Entscheidung zu informieren. „Das ist nur fair, so haben alle Parteien die Möglichkeit, nach ihnen geeignet scheinenden Kandidaten zu suchen“, erklärt Kirchner.

Spannend wird während der nächsten Monate unter anderem die Frage sein, ob die drei Koalitionsparteien wieder einen gemeinsamen Kandidaten suchen und küren werden.

von Michael Rinde

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