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Kirchhains Neujahrsmarkt liegt in neuen Händen

Veranstaltujng Kirchhains Neujahrsmarkt liegt in neuen Händen

Am Mittwoch, 30. Januar, ist es wieder so weit: Die Kirchhainer begehen den höchsten Feiertag ihrer Stadt. Und ihre Nachbarn feiern gerne mit.

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Jürgen Rößler (rechts) übergibt im Beisein von Bürgermeister Jochen Kirchner den Marktplan an den neuen Kirchhainer Marktmeister Yörn Weber. Foto: Matthias Mayer

Kirchhain. Die Zeitläufte der Geschichte haben etliche Märkte und Volksfeste weggespült. Den Kirchhainer Neujahrsmarkt gibt’s immer noch, und seine Anziehungskraft ist ungebrochen. Das ist wohl seiner Doppelfunktion geschuldet: Der Neujahrsmarkt ist nicht nur der mit Abstand größte Markt der traditionsreichen Marktstadt, sondern auch deren mit Abstand größtes Volksfest, das den 30. Dezember regelmäßig für die Kirchhainer Wirte in Sachen Umsatz zu einem Festtag werden lässt.

Jürgen Rößler hört nach 24 Jahren auf

Das wird auch am Mittwoch wieder so sein, wie sich überhaupt am äußeren Erscheinungsbild des Marktes nichts ändert. Dafür gibt es hinter den Kulissen eine Zäsur: Es ist der erste Neujahrsmarkt nach 24 Jahren, der nicht von Marktmeister Jürgen Rößler verantwortet wird.

„Es war immer mein Herzenswunsch, frühzeitig einen Nachfolger zu finden. Der sollte nicht wie ich ins kalte Wasser geworfen werden“, sagte Jürgen Rößler bei einem Pressegespräch im Rathaus. „Es war anfangs ganz schön schwierig. Es gab noch keinen Marktplan, aber dafür 300 Marktstände. Entsprechend zeitaufwendig und nervenaufreibend war die Zuteilung der Flächen an die Händler“, erinnert sich Jürgen Rößler an seine Anfänge 1991.

Heute gibt es statt 300 nur noch 220 Stände, und das hat sowohl mit den größeren Sicherheitsabständen als auch mit dem Zwang der Händler zur Vergrößerung zu tun. „Die müssen den Kunden heute viel mehr Produkte anbieten“, erläutert Jürgen Rößler die Gründe für diese Veränderung. Heute sind die Stände zwischen einem Meter und 16 Metern lang. Und wo diese stehen, ist im Marktplan maßstabgetreu genau fixiert. Und diesen unverzichtbaren Plan überreichte Jürgen Rößler an seinen Nachfolger Yörn Weber.

Der neue Marktmeisterist kein Anfänger

Der ist zwar jung an Jahren, aber in Sachen Neujahrsmarkt alles andere als ein Anfänger. Schon seit seinem ersten Ausbildungsjahr ist er Jahr für Jahr dabei und hat vielfältige Erfahrungen gemacht. So bei einem eiskalten Neujahrsmarkt, als er Stunden für das Einsammeln der Standgelder brauchte, weil er zwischendurch immer wieder seine steifgefrorenen Finger auftauen musste.

Ist der neue Marktmeister vor seiner Premiere nervös? Yörn Weber verneint das, erzählt von seiner guten Einarbeitung und dem eingespielten Team. Yörn Weber wird am Mittwoch beileibe nicht allein im Markttrubel stehen, der sich zwischen Bahnhofsvorplatz, Fußgängerzone, Brießelstraße, Parkplatz Brießelstraße, Am Markt, Unterm Groth, Gänseburg und Schulstraße abspielt. Der komplette Fachbereich 3 wird mit der Feuerwehr, dem Freiwilligen Polizeidienst und dem Bauhof-Team unterwegs sein und dafür sorgen, dass Organisation und Sicherheit gewährleistet sind.

Bürgermeister Jochen Kirchner baut den neuen Marktmeister zudem noch ein wenig auf, indem er erzählt, dass der Marktmeister früher über dem Kirchhainer Bürgermeister stand. Der neue Amtsinhaber trägt’s mit Fassung - zumal sich diese Botschaft nicht auf seinem Gehaltszettel niederschlägt. Dafür hat er für den Neujahrsmarkt einen großen Wunsch, der ihn seit Tagen aufmerksam die Wetterberichte studieren lässt: Gutes Wetter!

Ideales Marktwetter:Minus zwei bis drei Grad

Wie ist das ideale Weihnachtsmarktwetter? Jürgen Rößler muss da nicht lange nachdenken und sagt: „Minus zwei bis drei Grad und trocken.“

Während seiner langjährigen Praxis hat er häufig genug ganz andere Bedingungen erlebt. 1993 zeigte das Thermometer zur Markteröffnung minus 17 Grad. „Das war eine arge Quälerei für alle Beteiligten“, erinnert er sich. Es gab aber auch verregnete und deutlich zu warme Neujahrmärkte. Der Neujahrsmarkt 2010 hat sich besonders in Jürgen Rößlers Gedächtnis eingebrannt. Im Vorfeld fielen für hiesige Verhältnisse Unmengen Schnee. Die Stadt ließ in einem Kraftakt mit schwerer Technik die komplette Marktzone räumen, um den Neujahrsmarkt nicht zu gefährden. Lastwagenweise wurde der zusammengepresste Schnee abgefahren.

Solches Ungemach droht am Mittwoch nicht, so dass einem reibungslosen Marktverlauf nichts im Wege steht. Das traditionelle Softeis-Konzert muss ausfallen, wie diese Zeitung berichtete. Dafür bietet der Förderverein Kunstrasen der TSV-Fußballer einen Discoabend an, der gute Laune über den ganzen Tag bis in die Nacht verspricht.

Parkplätze zum Neujahrsmarkt

Besucher, die unbedingt mit dem Auto zum Neujahrsmarkt kommen wollen, sollten gar nicht erst versuchen, in die Innenstadt zu fahren. Dort gibt es keine Parkmöglichkeiten.

Dafür stehen an der Peripherie Parkplätze auf dem Festplatz, auf dem Damm am Fasanenweg, in der Römerstraße und am Bahnhof zur Verfügung.

Zusätzlich wird die Stadt Kirchhain Parkplätze mit dem Zusatzzeichen „Marktbesucher“ ausschildern. Diese befinden sich:

- an den Beruflichen Schulen, am Hallenbad und vor der Sporthalle der Alfred-Wegener-Schule;

- auf dem Gelände an der Grundschule, wobei die Zufahrt über die Erlenstraße und Ziegelgartenstraße erfolgt;

- an der Alfred-Wegener-Schule in der Röthestraße;

- auf dem Parkplatz Am Amöneburger Tor;

- am Stellwerk, am Busbahnhof und am Feldweg;

- Am Verbindungsweg zwischen Wiesenweg und Kleinseelheim;

- am Jüdischen Friedhof, in der Eisenbahnstraße und in der Ziegelgartenstraße.

von Matthias Mayer

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