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Kirchhains Erster Stadtrat will Bürgermeister werden

Dietmar Menz Kirchhains Erster Stadtrat will Bürgermeister werden

Der erste Kandidat für die Bürgermeisterwahl in Kirchhain im nächsten Jahr steht fest: Gestern Abend stellte das Parteien-Bündnis aus CDU, Bündnis 90/Die Grünen und FDP den Ersten Stadtrat Dietmar Menz als ihren gemeinsamen Kandidaten vor.

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Dietmar Menz (zweiter von links) bekam von den Fraktionsvorsitzenden Angelika Aschenbrenner, (von links) Uwe Pöppler und Reiner Nau nach seiner Antrittsrede Applaus.

Quelle: Michael Rinde

Kirchhain. Das Handeln als Bürgermeister kennt der Betriebswirt Dietmar Menz gut, wenn auch bisher nur aus der Stellvertretersicht. Doch als Erster Stadtrat hat Menz den Amtsinhaber Bürgermeister Jochen Kirchner (parteilos) schon mehrfach auch über längere Zeiträume vertreten, zum Beispiel während Kirchners Erkrankung im Jahr 2013. Seinerzeit fielen unter Menz‘ Führung zentrale Entscheidungen in Kirchhain, etwa bei der Neugestaltung des Bahnhofsumfeldes. „Ich traue mir dieses Amt zu“, sagt der 60-jährige Menz im Gespräch, das die OP unmittelbar vor seiner Vorstellung am Donnerstagabend mit ihm führen konnte.

Beim Kirchhainer Bündnis aus CDU, Bündnis 90/Die Grünen und FDP hatte es offenbar keiner langen Diskussionen bedurft, wie die drei Fraktionsvorsitzenden am Donnerstag im Gasthaus „Hessischer Hof“ betonten. Die zweite bedeutende Nachricht verkündeten Uwe Pöppler (CDU), Reiner Nau (B90/Die Grünen) und Angelika Aschenbrenner (FDP) zuerst: Die drei Parteien werden das seit zwölf Jahren existierende Bündnis „Kompetenz für Kirchhain“ auch in der nächsten Legislaturperiode fortsetzen, wenn sie wieder eine Mehrheit bei der Kommunalwahl erhalten. Ein Koalitionsvertrag wurde Donnerstag bereits unterschrieben.  

Nach dieser Nachricht stand am Donnerstagabend allein Bürgermeister-Kandidat Menz im Vordergrund. Er nannte im OP-Gespräch Ziele, die für ihn als Bürgermeister im Falle der Wahl anstünden. Da ist zum einen ein altes Kirchhainer Problem, die Trennung von Teilen der Stadt durch den Viadukt, das Nadelöhr Kirchhains. Seit Jahrzehnten gilt eine Lösung als nicht realisierbar, vor allem, weil es am Geld dafür fehlt. Das will  Menz anpacken, wenn er Bürgermeister werden sollte. Ein solches Projekt steht auch im gestern unterzeichneten Koalitionsvertrag von „KfK“.Ganz oben auf seiner Prioritätenliste steht für Menz auch die Förderung des Handels. „Wir müssen ihm weiterhin einen optimalen Rahmen bieten“, betont er gegenüber der Oberhessischen Presse.

Doch Menz weiß als Mitglied des Magistrats und Kommunalpolitiker mit Erfahrung auch, dass alle Wünsche von den Finanzen der Stadt Kirchhain abhängen werden. Deshalb will er gemeinsam mit den politischen Gremien zunächst viel Energie in den Abbau von Schulden im Finanzhaushalt stecken.

Zwar verlasse Kirchhain nunmehr den Schutzschirm des Landes. „Doch brechen jetzt  dadurch keine goldenen Zeiten für die Stadt an“, warnte Menz gestern Abend vor Euphorie. Aber dabei sagt Menz auch deutlich, dass es bei Feuerwehren und der Kinder- und Jugendarbeit keine Diskussionen über Einsparungen geben werde, zumindest nicht mit ihm als Bürgermeister.

Der Erste Stadtrat und frischgebackene Bürgermeisterkandidat kennt die Verwaltung von innen, lobt sie als kreativ und leistungsfähig. Doch er will sie im Fall seiner Wahl noch mehr als Dienstleister am Bürger ausrichten. Dietmar Menz arbeitet seit 1999 als Betriebsleiter des Raiffeisen-Standortes Kirchhain. Als solcher trägt er Führungsverantwortung. Doch ihm ist auch die Arbeitnehmerseite bewusst, war er schließlich auch Betriebsratsvorsitzender, auch noch, als er bereits Betriebsleiter war. Er beschreibt sich selbst als einen Menschen, „dem der Konsens bei der Lösung von Problemen wichtig ist“. Das will er gerne auch im Bürgermeisteramt unter Beweis stellen und parteiübergreifend arbeiten. Menz lobt dabei auch Amtsinhaber Kirchner. Wer auch immer am 1. August 2016 das Amt in Kirchhain übernehme, werde keinen Kassensturz machen müssen. „Er wird keine Altlasten vorfinden“, verspricht Menz dem Kirchhainer Wähler bereits jetzt.

Dietmar Menz ist Kirchhainer „durch und durch“, wie er sagt. „Ich wurde mit Ohmwasser getauft“, erklärte er gestern seinen Zuhörern. Noch arbeitet er in der Freizeit als Hobby-Landwirt, er hatte seinerzeit die Landwirtschaft seines Vaters weitergeführt. Menz und seine Frau Renate haben vier Kinder und mittlerweile sechs Enkelkinder. Die Familie lebt gemeinsam in einem „Vier-Generationen-Haus“. Fußball hat Dietmar Menz immer interessiert, sein Herz schlägt für den TSV Kirchhain.

Es zeichnet sich ab, dass es Dietmar Menz einzige Amtsperiode als Bürgermeister wäre, sollte er im nächsten Frühjahr gewählt werden. Was sollten die Kirchhainer an deren Ende über ihn sagen? „Schön wäre es, wenn es die Kirchhainer dann bedauerten, wenn ich nicht noch einmal antrete“, sagt Menz gegenüber der OP.
Den endgültigen Termin für die Bürgermeisterwahl muss das Kirchhainer Stadtparlament in seiner Sitzung am nächsten Montag noch festlegen. Aller Voraussicht nach wählt Kirchhain am 6. März 2016 ein neues Stadtparlament und zugleich einen neuen Bürgermeister.

von Michael Rinde

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