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Kirchhainer Lidl-Markt will wachsen

Baurecht: Kirchhainer Lidl-Markt will wachsen

Für zwei Bebauungspläne fasst das Kirchhainer Stadtparlament am Dienstagabend den sogenannten Satzungsbeschluss. Ein Plan, der den Lidl-Markt betrifft, birgt dabei durchaus Brisanz.

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Der Lidl-Markt in der Niederrheinischen Straße 58 existiert mittlerweile seit Oktober 2009. Jetzt soll die Verkaufsfläche größer werden. Foto: Michael Rinde

Kirchhain. Lidl will die Verkaufsfläche seines Marktes in der Niederrheinischen Straße in Kirchhain von 800 auf künftig 1025 Quadratmeter erweitern. Bautechnisch ist das keine Schwierigkeit: Lidl wird vorhandene Lagerfläche dafür nutzen, lediglich eine Mauer muss dazu verschwinden.

Doch vorher müssen die baurechtlichen Voraussetzungen geschaffen werden. Dazu hat die Stadt Kirchhain einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan erstellen lassen. Er soll heute Abend voraussichtlich im Stadtparlament beschlossen werden. Discounter Lidl trägt die Kosten des Bebauungsplan-Verfahrens. Doch die Verkaufslächen-Erweiterung des Unternehmens ist nicht unumstritten unter den Parlamentariern, fühlt sich der ein oder andere doch leicht vom Unternehmen angesichts dieser nachträglichen Flächenerweiterung leicht verschaukelt. „Das haben die doch schon vor Jahren gewusst“, hieß es in der Sitzung des Bau- und Planungsaussschusses. CDU-Fraktionsvorsitzender Uwe Pöppler sprach von „bleibendem Bauchgrimmen“, das seine Fraktion mit diesem Bebauungsplan habe.

Hinzu kommt: Mit dieser Lidl-Erweiterung hat die Stadt Kirchhain ihr Kontingent für „großflächigen Einzelhandel“ bei der Regionalplanung dann mehr als ausgeschöpft.

Damit ist schon jetzt klar, dass bei künftigen Lebensmittelmärkten ab einer gewissen Größe ein aufwendiges Genehmigungsverfahren erforderlich wäre. Am Ende müsste ein Gremium der Regionalversammlung entscheiden. Das Regierungspräsidium Gießen bescheinigt der Stadt Kirchhain was Lebensmittelmärkte angeht ein „ausgewogenes Verhältnis“ zwischen Kaufkraft und vorhandenen Flächen.

Bürgermeister Jochen Kirchner (parteilos) betont zunächst auf Nachfrage dieser Zeitung, dass eine solche Umwandlung von Lager- zu Verkaufsflächen mittlerweile bei vielen Handelsketten durchaus üblich und „nicht Lidl-spezifisch“ sei. Der Verwaltungschef findet klare Worte dafür: „Diese Strategie ist etwas hinterhältig.“ Zunächst werde die planungsrechtliche Grenze von 800 Quadratmetern eingehalten, um dann durch die Hinzunahme von bisherigen Lagerflächen doch ausgehebelt zu werden. „Rechtlich haben wir dagegen keine Möglichkeiten“, bedauert Kirchner.

Im Bau- und Planungsausschuss gab es konkrete Befürchtungen, dass die künftige Situation bei den Lebensmittelmärkten den Plänen schaden könnte, einen neuen Markt am Bahnhof anzusiedeln. Bekanntlich gibt es entsprechende Flächen am neugestalteten Bahnhofsumfeld. Und bisher hat die Stadt auch stets auf das Konzept gesetzt, am Bahnhof einen wie auch immer gearteten „Frequenzbringer“ anzusiedeln.

Kirchner beruhigt: „Dass am Bahnhof ein weitererer Lebensmittelmarkt entsteht, ist so gut wie ausgeschlossen.“ Alle großen Lebensmittelversorger seien inzwischen in Kirchhain vertreten, am Bahnhof will er ohnehin eher andere Warengruppen ansiedeln.

Die Regionalplanung beim Gießener Regierungspräsidium war laut Sprecherin Gabriele Fischer noch nicht mit den möglichen Marktflächen am Kirchhainer Bahnhof befasst. Die Behörde halte das Areal aufgrund der Lage grundsätzlich für geeignet für eine Einzelhandelsansiedlung.

Das Kirchhainer Stadtparlament tagt am 29. Oktober ab 19 Uhr im Bürgerhaus im Stadtteil Emsdorf.

von Michael Rinde

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