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Zwischen Tradition und Moderne

Unser Dorf hat Zukunft Zwischen Tradition und Moderne

Schaut man auf den Bewertungsbogen für den 36. Wettbewerb Unser Dorf hat Zukunft, könnte man zu dem Schluss kommen, dass sich die Kleinseelheimer in den vergangen drei Jahren an den Bewertungskriterien abgearbeitet haben.

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Die Kommission in einem ganz besonderen Garten: Hier experimentiert ein Kleinseelheimer an einem einfachen automatischen ­Bewässerungssystem für die dritte Welt.

Quelle: Matthias Mayer

Kleinseelheim. Entwicklungskonzepte und wirtschaftliche Initiativen sind ebenso gefragt wie bürgerschaftliches Engagement und kulturelle Aktivitäten, Baugestaltung und Siedlungsentwicklung sowie Grüngestaltung im Dorf und der Bezug zur Landschaft. Auf diesen Themenfeldern hat sich in den vergangenen Jahren besonders viel getan, und so hatte Ortsvorsteher Professor Rainer Waldhardt gestern Mittag beim Besuch der Wettbewerbskommission etwas Mühe, in seinem Eingangsstatement alle Aktivitäten seines Dorfes zeitplangerecht an die Frauen und Männer der Wettbewerbskommission zu bringen.

„Eingebunden in Geschichte, Stadt und Region gemeinsam nachhaltige Zukunft gestalten“ zitierte der Ortsvorsteher das Motto derjenigen Kleinseelheimer, die ihre gemeinsame Zukunft aktiv gestalten. Was darunter zu verstehen ist, brachten die Moderatoren der von Margot Schneider angeführten Kommission beim Rundgang durchs Dorf näher. Tatkräftig unterstützt wurden sie von Bürgermeister Olaf Hausmann, der zahllose Fragen beantwortete und das Hand-in-Hand von Stadtteil und Stadt erläuterte. Unterwegs zeigten die Kleinseelheimer ihre Schätze.

Die Kirche, in der Hiltrud Pitz die Gäste an der Orgel musikalisch begrüßte, die großen Höfe, deren überbaute Hofeinfahrten die Besucher besonders beeindruckten, stehen zusammen mit den verbliebenen Bauerngärten und dem Landbau für die Tradition des 711 Einwohner zählenden Dorfes.

Für die Moderne stehen das vor dem Baustart stehende Nahwärmenetz, das im Endausbau 100 Häuser mit biologisch erzeugter Wärme versorgen kann, das geplante Seniorenprojekt, das in nicht mehr genutzten landwirtschaftlichen Gebäuden umgesetzt werden könnte, die Integration von Kindern mit Handicap und von Einwohnern mit ­Migrationshintergrund, Barrierefreiheit, gelebter Naturschutz und Zukunftskonzepte für vom Leerstand bedrohte Gebäude und die Bereitschaft vieler Bewohner, sich für das Gemeinwohl einzubringen.

Die Jury-Mitglieder hatten viel zu schreiben, notierten ihre Punkte auf den Bewertungsbögen. Ob es für Kleinseelheim zum Sieg und 4000 Euro Preisgeld beim Regionalwettbewerb reicht, wird sich im Juli zeigen.

von Matthias Mayer

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