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"Sind fast alle Kinder der Jugendwehr"

40-jähriges Jubiläum "Sind fast alle Kinder der Jugendwehr"

Ihr 40-jähriges Bestehen feierte die Jugendfeuerwehr Anzefahr nicht mit einem großen Festkommers, sondern mit vielen anderen Jugendwehren im fairen Wettbewerb.

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Niederwalds Nachwuchs-Brandschützer verknüpfen bei dieser Aufgabe Schläuche.

Quelle: Klaus Böttcher

Anzefahr. Das Donnergrollen in der Ferne und die schwülen Temperaturen schienen den vielen Mädchen und Jungen der Jugendfeuerwehren aus dem Kreisgebiet und den Nachbarkreisen nichts auszumachen. Das Geburtstagsgeschenk zum 40-jährigen Bestehen der Anzefahrer Jugendfeuerwehr war die Teilnahme an den feuerwehrspezifischen und sportlichen Aufgaben bei einem Wettkampf.

Dieser bestand aus dem sogenannten A-Teil, einer Feuerlöschübung, wie sie auch die Gruppen der Einsatzabteilungen der Erwachsenen absolvieren. Zur der Übung traten entweder Gruppen (neun Teilnehmer) oder Staffeln (sechs Teilnehmer) an. Sie mussten dabei eine Wasserentnahme aus einem offenen Gewässer - also mit Saugleitung und Saugkorb - simulieren. Von der Pumpe aus mussten sie eine Schlauchleitung bis zum Verteiler legen, von dort ging es mit drei Abgängen weiter. Dann galt es, drei Brandabschnitte zu bekämpfen.

Beim B-Teil, einem 400-Meter-Staffellauf, war nicht nur schnelles Laufen wichtig. Es waren auch feuerwehrspezifische Handgriffe gefordert. So musste beispielsweise ein Schlauch ordnungsgemäß aufgerollt, ein Strahlrohr mit dem Schlauch zusammengekuppelt oder ein Leinenbeutel zielgerecht geworfen werden.

Bei beiden Übungsteilen war einerseits die Schnelligkeit gefragt, aber neutrale Wertungsrichter verfolgten auch jeden Handgriff, ob er vorschriftsmäßig ausgeführt wurde.

Mädchenteam gibt es seit 1994

Während der Siegerehrung ging Simone Bonacker, die seit fünf Jahren Anzefahrs Jugendwartin ist, auf die vergangenen vier Jahrzehnte ein. Im April 1977 war die Jugendwehr gegründet worden. Wertvolle Aufbauarbeit hätten der erste Jugendwart, Hans-Jürgen Thomas, und der damalige Wehrführer, Kurt Müller, geleistet.

Wettkampferfolge stellten sich ein und 1983 nahm die Jugendfeuerwehr erstmals an einer Hessenmeisterschaft teil. Zehn Jahre später errang sie unter Jugendwart Reinhold Bonacker die Bronzemedaille.

Seit 1994 hat die Anzefahrer Jugendwehr eine reine Mädchenmannschaft, die in den vergangenen beiden Jahren auch an Landesmeisterschaften teilnahm.

Simone Bonacker erinnerte kurz an die gemeinsamen Unternehmungen und Fahrten. Die Jugendlichen hätten aber auch immer Spaß und Interesse an den Vorbereitungen auf die Wettkämpfe gehabt, wodurch sich immer wieder Erfolge einstellten. Beim Dank an alle Verantwortlichen stellte sie fest: „Wir sind ja fast alle Kinder der Jugendfeuerwehr und hatten eine tolle Zeit.“

Plakatwand mit Gründen

Seit gut drei Jahren gehören auch die Mädchen und Jungen aus Schönbach zur Anzefahrer Jugendfeuerwehr, da es in Schönbach an Betreuern gemangelt hatte. In Anzefahr werden die 22 Mädchen und Jungen im Alter von 10 bis 18 Jahren von Simone Bonacker sowie von Beate Kießling, Lennart Weil und Sebastian Sprenger, der gleichzeitig seit zehn Jahren Jugendgruppenleiter ist, betreut.

Im Feuerwehrgerätehaus schwelgten viele Besucher, vor allem ehemalige Mitglieder der Jugendfeuerwehr, in Erinnerungen. Dazu trugen die Chronik, Auflistungen der Jugendwarte und Jugendgruppenleiter sowie viele Fotos bei.

An einer Plakatwand waren Aussagen zu lesen, warum die Kinder gerne bei der Jugendfeuerwehr sind. So meinen Helena (14 Jahre) und Johanna (15 Jahre): „Weil es dort immer spannend ist und wir jede Menge lernen können, wie man zum Beispiel mit Feuer umgeht.“ Janina (16 Jahre) und Alicia (13 Jahre) erklärten: „Weil wir uns untereinander sehr gut verstehen und der Spaß nicht zu kurz kommt.“ Linus (17 Jahre) hat schon erkannt: „Es ist eine gute Vorbereitung für den späteren Feuerwehrdienst.“

von Klaus Böttcher

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