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Wo die gütliche Problemlösung wenig kostet

Schiedsbezirk Rauschenenberg Wo die gütliche Problemlösung wenig kostet

Der Schiedsbezirk Rauschenberg kommt nach dem Ausscheiden der stellvertretenden Schiedsfrau Barbara Hampel ­ohne Vakanz davon.

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Sabine Schmerberg (vorne links) folgt Barbara Hampel im Amt der stellvertretenden Rauschenberger Schiedsfrau. Amtsgerichtsdirektorin Andrea Hülshorst und Bürgermeister Michael Emmerich freuen sich über die Neubesetzung.

Quelle: Matthias Mayer

Kirchhain. Das stellte die Amtgerichtsdirektorin Andrea Hülshorst während einer Feierstunde in ihrem Dienstzimmer mit Zufriedenheit fest. Während dieser wurde Barbara Hampel aus dem Amt entlassen und ihre Nachfolgerin, Sabine Schmerberg, in das Amt der stellvertretenden Schiedsfrau eingeführt und vereidigt.

Die Rauschenberger Stadtverordnetenversammlung hatte Sabine Schmerberg einstimmig in dieses Amt gewählt. Der Rauschenberger Schiedsmann Ludwig Pigulla bleibt weiter im Amt.

„Man gründet heute eher einen Tennisverein, als dass man sich als Schiedsmann zur Verfügung stellt“, erkannte die Richterin ein großes Problem für das Schiedswesen. Und die Aufgaben nähmen zu. Nun gehöre ein Teil des Straftatbestands Nötigung zum Aufgabenbereich des Schiedswesens.

Es werde immer schwieriger, solche ehrenamtlichen Stellen zu besetzen, bestätigte Rauschenbergs Bürgermeister Michael Emmerich. Die Ausschreibung für die Stelle im Schiedsbezirk habe kein Ergebnis gebracht. „Glücklicherweise haben persönliche Kontakte gefruchtet“, sagte der Bürgermeister.

Richterin würdigt langjährigen Einsatz

Schiedsleute sorgten für Ruhe in der Gemeinde, besäßen eine hohe Akzeptanz in der Bürgerschaft und fänden oft viel eher eine gütliche Lösung, als die ordentlichen Gerichte. Zudem sei das Anrufen der Schiedsfrau oder des Schiedsmannes die wesentlich kostengünstigere Variante.

Die Richterin würdigte den langjährigen Einsatz von Barbara Hampel, die sich seit 2008 für den eher friedlichen Schiedsbezirk engagiert habe. Förmliche Schiedsverfahren habe es nur selten gegeben, berichtete Barbara Hampel aus ihrer Erfahrung. Dafür habe es um so mehr „Tür-und-Angel-Gespräche“ gegeben. Viele Probleme seien so an der Haustür gelöst worden. Während der nun 20-jährigen Ägide von Ludwig Pigulla seien im Rauschenberger Schiedsbezirk 167 Fälle verhandelt worden, nannte Barbara Hampel eine stolze Zahl, bevor sie von Andrea Hülshorst ihre Entlassungsurkunde erhielt.

An ihrer Stelle wird sich ab sofort Sabine Schmerberg in Rauschenberg mit den weniger bedeutsamen strafrechtlichen und zivilrechtlichen Angelegenheiten befassen. Dafür bringt sie eine geradezu perfekte Vorbildung mit. Die stellvertretende Schiedsfrau ist Sachverständige im medizinischen Bereich, hat eine Mediatoren-Ausbildung abgeschlossen und erweitert diese gerade um einen juristischen Zweig.

Bürgermeister Michael Emmerich dankte den beiden Frauen für ihren Einsatz beziehungsweise für ihre Bereitschaft, das Amt anzunehmen, mit Blumensträußen.

von Matthias Mayer

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