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Mehr Rosen als Zitronen

Lob und Tadel für Autofahrer Mehr Rosen als Zitronen

Bei der Aktion „Runter vom Gas! Hier ist unsere Grundschule“ gab es mehr Rosen für die Einhaltung der Geschwindigkeit als Zitronen für zu schnelles Fahren.

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Christine Bromm hat alles richtig gemacht, ist in der Tempo-30-Zone nur mit 21 km/h gefahren. ­Dafür bekommt sie as Dankeschön von Medea eine Rose.

Quelle: Klaus Böttcher

Kirchhain. Auf Höhe der Grundschule in der Ziegelgartenstraße steht ein Radarwagen und misst die gefahrene Geschwindigkeit der vorbeifahrenden Autos. Erlaubt ist hier eine Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h. Bei einer erhöhten Geschwindigkeit wird an diesem Tag kein Verwarnungsgeld fällig. Stattdessen heben Grundschüler mahnend den Zeigefinger und übergeben den Temposündern eine Zitrone. Gleichzeitig bekommen die zu schnellen Fahrer oder Fahrerinnen ein Faltblatt, das eindringlich auf die Einhaltung der Geschwindigkeit in sensiblen Bereichen wie vor Schulen hinweist.

Es gibt aber auch das positive Beispiel der Autofahrer, die unter der Höchstgeschwindigkeit Tempo 30 bleiben. Auch dann wird das Auto angehalten und eines der Grundschulkinder hat lobende Worte parat, übergibt eine Rose und ein Faltblatt, mit dem Dankeschön gesagt wird. Da heißt es: „Wir sagen Danke, weil sie auch an uns denken, dass es solche Vorbilder wie Sie gibt, weil Sie nicht so rücksichtslos wie manch andere Autofahrer sind, für Ihre vorsichtige Fahrweise entlang unserer Schule, und dass Sie uns nicht durch überhöhte Geschwindigkeit mit Ihrem Auto gefährden.“

Ein junger Mann wurde richtig ausgeschimpft

In derartiger Weise wird auch Christine Bromm gedankt. Die Stimme vom Radarwagen ertönt aus dem Lautsprecher des Funkgerätes von Armin Schmidt vom Kirchhainer Amt für öffentliche Sicherheit und Ordnung: „Bei dem Fahrzeug, das jetzt kommt, haben wir 22 km/h gemessen.“ Schmidt drückt der kleinen Medea eine Rose und das entsprechende Faltblatt in die Hand. Werner Gnau von der Stadtallendorfer Ordnungspolizei, die schon jahrelang die Kirchhainer bei der Aktion unterstützt, klärt die Fahrerin kurz auf, um was es hier geht. Christine Bromm freut sich und sagt: „Ich habe selbst Urenkel und fahre immer langsam hier.“ Gleichzeitig betont sie, dass diese Aktion der Ordnungspolizei mit der Grundschule einen hohen erzieherischen Wert hat.

Dann ist die Grundschülerin Aleyna dran, die wie alle anderen Kinder der Klasse 2d angehört. Sie muss eine Zitrone übergeben, denn die Stimme aus dem Funkgerät sagt: „Die Fahrerin des Golf ist 43 km/h gefahren.“ Die Fahrerin möchte namentlich nicht genannt und auch nicht fotografiert werden, sagt aber. „Ich bin auch Mutter und finde die Aktion ganz toll.“ Gleichzeitig wundert sie sich über ihre gemessene Geschwindigkeit. Das sei ihr nicht so schnell vorgekommen.

Insgesamt werden an diesem Vormittag 42 Fahrzeuge angehalten. Die Kinder konnten 24 Rosen vergeben, aber 18 Mal war es eine Zitrone, die der Fahrer oder die Fahrerin bekommen hat. Einen Negativrekord stellte ein junger Mann auf, der selbst keine Kinder hat. Seine Geschwindigkeit betrug 51 km/h. „Der wurde auch nochmal ausdrücklich von uns belehrt und von den Kindern richtig ausgeschimpft“, erzählt Armin Schmidt.

von Klaus Böttcher

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