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Mahnwache für Solidarität mit der fernen Heimat

Sorgen Mahnwache für Solidarität mit der fernen Heimat

Salamiya, Deiralzour und Arraqqa sind drei syrische Orte, in denen fernab öffentlicher Wahrnehmung Gräuel geschehen. Darauf machten am Freitag rund 20 Menschen in Kirchhain aufmerksam.

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Zu einer Mahnwache versammelten sich am Freitag 20 Menschen vor dem Kirchhainer Bahnhof, um sich solidarisch mit den Menschen in ihren Heimatorten zu zeigen.

Quelle: Philipp Lauer

Kirchhain. Ahmed Khaddouj steht in der Bahnhofstraße und hält ein Schild in der Hand. Darauf steht „Stoppt das Blutvergießen für unschuldige Menschen in Syrien“. In Salamiya, dem Heimatort des jungen Manns, haben vor zwei Wochen Kämpfer der Terrorgruppe Islamischer Staat nachts schlafende Menschen überfallen - sie regelrecht abgeschlachtet, berichtet Khaddouj. Darunter seien auch etwa 15 Kleinkinder und sogar Säuglinge gewesen.

In den Medien habe man nichts darüber erfahren. Informationen über das Geschehen in der fernen Heimat erhält Khaddouj von seinen Eltern und den drei Geschwistern, die noch vor Ort leben. Per Skype, Whats-app und Facebook stehen sie in Kontakt, schreiben Nachrichten, schicken Videos. Khaddouj kam über die Balkanroute und lebte in einer Erstaufnahmeeinrichtung nahe der Schweizer Grenze. Seit etwa einem Jahr lebt er in Kirchhain.

Seine Cousine Ritta Khadouj nimmt auch an der Mahnwache teil. „Wir können unseren Familien nicht helfen, wir können nichts tun, außer auf die schlimmen Dinge aufmerksam zu machen, die dort geschehen“, sagt Ritta. Die junge Frau fürchtet, der Terror des IS könnte sich über Syrien hinaus weiter ausbreiten, falls er nicht gestoppt wird.

Shahoud: „Wir wollen ein vereintes Syrien“

Sawsan Shahoud ist extra aus Langenselbold angereist. „Wir wissen, was dort passiert, auch ohne Medienberichte. Wir können nicht verstehen, warum der Westen weiterhin zu Assad hält.“ Er habe Freiheit versprochen, aber nur Terror gebracht. Ein Demonstrant setzt IS und Assad gleich, die junge Frau stimmt ihm zu. „Aleppo, Homs, Salamiya, Deiralzour und Arraqqa, das ist alles in Syrien. Wir wollen ein vereintes Syrien“, sagt Sahoud.

Sie hat ihren achtjährigen Sohn Rami mitgebracht, er hält Blumen in der Hand. „Wir dürfen nicht vergessen, dass Putin Kinder tötet“, sagt Rami. Mit ihren Schildern zogen die rund 20 Demonstranten die Bahnhofstraße hinab und wieder zurück.

von Philipp Lauer

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