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Kleines Dorf feiert großes Jubiläum

700-Jahrfeier Kleines Dorf feiert großes Jubiläum

Vor etwa drei Jahren starteten die Vorbereitungen für die 700-Jahrfeier von Burgholz. In wenigen Wochen beginnt das Veranstaltungsprogramm mit einem Grenzgang.

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Festausschuss-Mitglieder und Unterstützer haben sich um die neu aufgehängte historische Ortstafel versammelt. Foto: Michael Rinde

Burgholz. Vor genau sieben Jahrhunderten gelangte Burgholz samt dem wertvollen Wald drumherum von den Landgrafen von Ziegenhain an Ritter Johann Riedesel. Das sei in einer Traditionsnotiz nachzulesen, berichtet Hermann Engst vom Festausschuss. „Wir gehen davon aus, dass Burgholz älter als 700 Jahre ist, aber das ist urkundlich nicht belegt“, sagt Engst. Also feiern die Burgholzer das, was sie auch beweisen können, ihr 700-Jähriges. Vor ziemlich genau drei Jahren haben sich Festausschuss und Geschichts-Arbeitsgemeinschaft (AG) zusammengefunden. Etwa 25 Burgholzer beteiligen sich seitdem an der umfangreichen Vorarbeit.

In fast genau vier Wochen startet das Jubiläumsprogramm. An zwei Tagen laufen die Burgholzer die Grenze mit ihren Nachbarorten ab. Am ersten Tag geht es um eine Strecke von 15 Kilometern, am zweiten Tag um eine Tour über 9 Kilometer. „Beide Strecken sind schön und gut zu schaffen“, verspricht Björn Debus vom Festausschuss, zugleich auch Ortsvorsteher von Burgholz. Die Einzelheiten wird das Vorbereitungsteam rechtzeitig vor dem Grenzgangs-­Wochenende veröffentlichen.

Weiter geht es dann mit der traditionsreichen Burgholzer Kirschenkirmes im Juli. Sie fällt im Jahr der Jahrhundertfeier größer und etwas anders aus. Zum Kirmesprogramm gehört dann auch ein historischer Erntetag. Das dort abgeerntete Korn wird im Übrigen beim stehenden Festzug im September gedroschen. Die Kirschenkirmes findet ausnahmsweise am historischen Tanzplatz, in Richtung Grillhütte gelegen, statt.

Das große Festwochenende in Burgholz steht dann Anfang September an. Der erste der drei Veranstaltungstage gehört der Jugend mit einer Mottoparty. Am zweiten Abend, am Samstag, findet dann der Festkommers mit anschließendem Tanz statt. Der Sonntag steht dann ganz im Zeichen des großen stehenden Festzugs, bei dem dann das ganze Dorf die Bühne bilden wird. Das Zentrum des Geschehens wird der Lindenplatz sein.

Ortstafel restauriert

Dass in Burgholz alles in Richtung 700-Jahrfeier läuft, ist an mehreren Stellen im Ort zu sehen. Direkt am Bürgerhaus hängt inzwischen eine restaurierte historische Ortstafel. Der Überlieferung nach hing die Tafel von 1871 bis 1918. Auf ihr sind militärische Einheiten aufgeführt, die mit passiven männlichen Reservisten, also Männern ab 45 Jahren, bei Bedarf aufgefüllt werden sollten. Und außerdem künden große Banner bereits von den Ereignissen, die die Burgholzer und die Region rund um den Ort in diesem Jahr erwartet.

Die Geschichts-AG hat sich ganz der historischen Forschung gewidmet. Ungezählte Stunden im Staatsarchiv in Marburg sind wohl zusammengekommen. Burgholzer Bürger wurden um alte Bilder gebeten. Das älteste könnte aus dem Zeit des Übergangs vom 19. auf das 20. Jahrhundert stammen. Es zeigt wohl eine Schulklasse. Die Ergebnisse der Arbeit der AG-Mitglieder werden die Burgholzer wohl im August nachlesen und anschauen können. Dann soll das etwa 400 Seiten starke „Geschichtsbuch“ erscheinen. „Wir wollen Geschichte und Geschichtchen erzählen“, verrät Andreas Estor.

Hermann Engst lobt die große Unterstützung von Dieter Pelda. Der Kirchhainer Archivar habe immer wieder geholfen und manchen Rat gegeben.

Der Festausschuss hat die Burgholzer vor kurzem ausführlich auf das Festprogramm eingestimmt. „Wir brauchen die Hilfe des ganzen Dorfes“, sagt Debus. Die Rückmeldungen aus dem Ort mit rund 350 Einwohnern sind aus Sicht des Festausschusses rundherum positiv. Jetzt warten alle darauf, dass es losgeht. „Aber bis dahin haben wir natürlich noch viel Arbeit“, sagt Debus.

Zur Vorbereitung des Festjahres haben auch die engagierten Burgholzer Vereine schon einiges beigetragen. „Sie haben mit Einnahmen aus Veranstaltungen schon einmal das nötige finanzielle Polster geschaffen, das notwendig ist“, berichtet Andreas Estor, im Festausschuss für die Finanzen zuständig.

DAS FESTPROGRAMM

 Samstag und Sonntag, 13. und 14. Mai: Grenzgang rund um Burgholz;

Sonntag, 9. Juli: Traditionelle Kirschenkirmes mit historischem Erntetag;

Freitag bis Sonntag, 1. bis 3. September Festwochende,

1. September: Mottoparty für die Jugend, 2. September: Gedenkstein-Enthüllung, Festkommers und Tanz, 3. September: stehender Festzug.

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