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Kirchhain zeigt seine Solidarität mit der Truppe

Gelbe Schleifen Kirchhain zeigt seine Solidarität mit der Truppe

Als letzte Stadt im Ostkreis besitzt nun auch Kirchhain an den Ortseingängen gelbe Schleifen, die die Verbundenheit mit der Bundeswehr zum Ausdruck bringen sollen.

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Generalmajor Andreas Marlow und Bürgermeister Olaf Hausmann enthüllten im Beisein von Marcello Camerin vom Förderverein DSK, Lokalpolitikern und Mitgliedern der Reservistenkameradschaft Kirchhain die gelbe Schleife am Ortseingang Amöneburger Tor. Foto: Yanik Schick

Kirchhain. Schon seit mehreren Wochen sind die Schleifen an den Ortseingangs-Schildern festgeschraubt. Wer von Amöneburg, Stadtallendorf, Rauschenberg, Niederklein oder Anzefahr kommend in die Stadt einfährt, wird schnell auf das markant gelbe Band mit der Aufschrift „Solidarität mit unseren Soldatinnen und Soldaten“ aufmerksam. Am Amöneburger Tor stellte Olaf Hausmann die Aktion, die vom Förderverein Stab Division Schnelle Kräfte (DSK) in Stadtallendorf initiiert worden war, vor. „Es ist ein Zeichen der Solidarität mit den Soldaten, die in Stadtallendorf oder anderswo ihren Dienst tun“, erklärte er.

In 21 hessischen Städten sind die gelben Schleifen mittlerweile angebracht. Kirchhain ist die letzte Stadt im Ostkreis, die sich der Aktion angeschlossen hat. Anfang November hatte der Magistrat einen einstimmigen Beschluss gefasst, die Schleifen an den Ortseingängen zu befestigen. „Auch aus der Historie heraus besteht eine Verbundenheit mit der Bundeswehr“, betonte Hausmann. Bis zur Auflösung des Sanitätsbataillons in Marburg im Jahr 1994 hatte es eine Partnerschaft zwischen der dortigen fünften Kompanie und der Stadt Kirchhain gegeben. Der Bezug zur Bundeswehr sei aber immer noch aktuell, so der Bürgermeister. „Viele Bürger dieser Stadt sind als Soldaten im Einsatz.“ Generalmajor Andreas Marlow, Kommandeur der Division Schnelle Kräfte, unterstrich die Symbolkraft der gelben Schleifen. Seit Aussetzung der Wehrpflicht sei erkennbar, dass die Verankerung der Bundeswehr in der Bevölkerung schrittweise schwinde. „Wir sehen gerade aber auch, dass die Welt um uns herum nicht sicherer wird. Deshalb ist es wichtig, den Rückhalt der Bürgerschaft zu spüren“, sagte Marlow. Es gehe darum, „ein sichtbares Zeichen zu setzen“, ergänzte Marcello Camerin, der stellvertretende Vorsitzende des Fördervereins DSK.

Auch Camerin weiß, dass diese Solidaritätsbekundung nicht gänzlich unumstritten ist. In der Stadt Alsfeld zum Beispiel, in der die Schleifen im vergangenen Jahr angebracht worden waren, gab es eine kontroverse Diskussion über deren Nutzen. Aus Kreisen von Grünen und Linken wurde kritisiert, es gebe „keinen Bedarf“, Akzeptanz für die Einsätze der Bundeswehr zu schaffen.

„Wir brauchen keine Ja-Sager, man darf der Sache kritisch gegenüberstehen“, sagte Camerin, „aber wir sind froh, dass überhaupt darüber diskutiert wird und dass sich die Leute mit dem Thema befassen“.

Das sah auch Bürgermeister Hausmann so, der betonte, in der Stadt Kirchhain habe es bislang „keine negative Rückmeldung“ zu den gelben Schleifen gegeben.

von Yanik Schick

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