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Kinder lernen ihr Essen zu würdigen

Stundenplan Kinder lernen ihr Essen zu würdigen

Nach dem Konzept der Sarah-Wiener-Stiftung haben Schüler der Landgräfin-Elisabeth-Schule ein Jahr lang regelmäßig gekocht. Eine der Leitlinien: Kinder sollen lernen, Essen zu genießen.

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Norbert (rechts) und Luca bereiteten das Essen zu.

Quelle: Yanik Schick

Stadtallendorf. Den ganzen Mittag über haben die Kinder gekocht, um kurz nach halb drei kann dann endlich gegessen werden. Bandnudeln mit Pesto stehen auf der Speisekarte. Welches Pesto denn genau, möchte Klassenlehrerin Petra Habermann wissen, als alle am Tisch sitzen. „Ein rotes mit Tomaten und ein grünes mit Basilikum“, erklärt Schülerin Sarah. Wobei, wie sie ergänzt, es von dem roten Pesto zwei Varianten gebe: eins mit Chili und eins ohne. Die Jungs würden gerne scharf essen, deshalb die unterschiedlichen Varianten.

Dann sind genug Worte der Erklärung gesprochen und es wird ruhig am Tisch gegessen. Die Kinder kosten konzentriert von ihrem eigens zubereiteten Essen und sind danach in der Bewertung zufrieden, aber auch durchaus selbstkritisch.

„Das grüne Pesto war nicht so lecker, das rote hat besser geschmeckt“, findet Sarah. Und Luca, der ihr gegenübersitzt, sagt: „Ich hätte mir das Chili-Pesto noch schärfer gewünscht.“

Genuss soll den Spaß am Kochen bringen

Lehrerin Habermann und ihre Kollegin Vanessa Rieß freuen sich über das differenzierte Urteil. „Genau darum geht es. Die Kinder sollen bewusst essen und lernen zu genießen“, sagt Rieß. Dies sei eine der wichtigsten Botschaften des Konzepts der Sarah-Wiener-Stiftung, nach dem die Mittelstufenklasse der Landgräfin-Elisabeth-Schule in diesem Jahr gekocht hat. „Wir wollen den Schülern nicht eintrichtern: ‚Du musst das und das essen, weil es gesund ist‘. Sondern durch den Genuss sollen sie Spaß am Kochen finden und selbst lernen, was gesundes Essen ist.“

Jeden Dienstag hat die Klasse im zurückliegenden Schuljahr gemeinsam in der Küche gestanden - und sich dabei einiges einfallen lassen. Es gab Fischstäbchen mit Kartoffelpüree, Nudelauflauf, ein polnisches Reisgericht, Dürüm, Gemüsesuppe, Apfel-Schoko-Waffeln und vieles mehr. Die Gerichte wurden zum Teil von den Lehrerinnen vorgeschlagen, zum Teil aber auch von den Schülern selbst. Die Entscheidung, was gekocht werden soll, fiel dann immer im Plenum.

Gemüse aus dem Schulgarten

„Die Kinder sollen die Vielfalt der Lebensmittel, aber auch Regionalität und Saisonalität schätzen lernen“, sagt Vanessa Rieß. Meistens kaufte die Klasse vor dem Kochen gemeinsam ein, viele Produkte entstammten auch dem Beet oder dem Gewächshaus im eigenen Schulgarten.

Schon in den Schuljahren zuvor wurde in der Förderschule regelmäßig gekocht. Durch das nun erstmals angewendete Konzept der Sarah-Wiener-Stiftung seien den Schülern jedoch viele neue Zugänge und Rezepte zum Kochen an die Hand gegeben worden, bilanzieren die Lehrerinnen. Deshalb soll auch nach den Sommerferien weiter mit dem Konzept gearbeitet werden.

von Yanik Schick

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