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Kaum Chancen für den Zebrastreifen

Brießelstraße Kaum Chancen für den Zebrastreifen

Die Verkehrsversuche zur Entlastung der Brießelstraße haben im ersten Halbjahr die Gemüter in Kirchhain erhitzt. Nach dem Abbruch des definitiv letzten Versuchs ist (fast) alles wie vorher.

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8 Chöre, 200 Sänger und 300 Besucher

Der Slalom-Parcours auf der Brießelstraße ist geblieben, die Hindernisse haben sich geändert. Statt Blumenkübel aus Beton ­umkurven die Autofahrer jetzt massive Stahlpoller.

Quelle: Matthias Mayer

Kirchhain. Mit einer ganzen Reihe von Anfragen setzte der CDU-Fraktionsvorsitzende Uwe Pöppler am Montagabend das Thema auf die Tagesordnung der Stadtverordnetenversammlung, die unter Vorsitz von Klaus Weber in vergleichsweise spärlicher Besetzung im Bürgerhaus tagte.

Uwe Pöppler hatte bereits im zeitigen Frühjahr darauf hingewiesen, dass es nach seiner Kenntnis auch in einem „verkehrsberuhigten Geschäftsbereich mit zulässiger Zonengeschwindigkeit von 20 km/h“, wie der Status der Brießelstraße im Amtsdeutsch heißt, ausnahmsweise auch ein Fußgängerüberweg eingerichtet werden könne. Ein solcher Überweg hätte zwischen Rathaus und Bahnhofstraße eingerichtet werden sollen.

Bürgermeister Olaf Hausmann hatte daraufhin angekündigt, beim Hessischen Städte- und Gemeindebund ­eine entsprechende Rechts­auskunft anzufordern. Die Vorlage dieser mahnte Uwe Pöppler an. Olaf Hausmann kündigte an, dass er sich umfassend am 25. September vor dem Ausschuss für Wirtschaft und Verkehr zur Auswertung der Verkehrsversuche und zu den Zählungen in der Brießelstraße äußern werde.

Gleichwohl ließ sich aus den Antworten des Bürgermeisters erkennen, dass es wohl keine Chance für einen Fußgängerüberweg auf der Brießelstraße gibt. Die Expertise des Städte- und Gemeindebundes liege seit dem 6. Juni vor, sagte der Bürgermeister in Beantwortung einer der Fragen von Uwe Pöppler. Der Kernsatz der Expertise lautet: „Da bereits bei Tempo 30 die Anlage eines Fußgängerüberwegs in der Regel als entbehrlich angesehen wird, muss dies umso mehr für einen verkehrsberuhigten Geschäftsbereich und Tempo 20 gelten.“

Die Fußgängerzählung liegt noch nicht vor

Trotz der aus Sicht der Straßenverkehrsbehörde eindeutigen Sach- und Rechtslage habe er um einen Ortstermin mit dem Städte- und Gemeindebund und der Polizei gebeten, sagte Hausmann.

Der Termin fand am 18. August statt - ohne den Städte- und Gemeindebund, der kurzfristig abgesagt hatte, dafür mit dem regionalen Verkehrsdienst der Polizei, den zwei zuständigen Fachbereichen der Stadtverwaltung und dem Bürgermeister. Infolge des Treffens arbeitete die Stadtverwaltung die Bestimmungen des § 45 Absatz 9 der Straßenverkehrsordnung ab: „Verkehrszeichen sind und Verkehrseinrichtungen sind nur dort anzuordnen, wo dies aufgrund der besonderen Umstände zwingend geboten ist.“

Auf der Suche nach den „zwingenden Umständen“ gab es am 22. August von 6.25 bis 10.40 Uhr eine Geschwindigkeitsmessung mit einem ernüchternden Ergebnis: 926 gemessene Autos, sechs Geschwindigkeitsübertretungen. Auch die Unfallstatistik der vergangenen drei Jahre spricht nicht für den Zebrastreifen: Insgesamt sechs Unfälle, darunter ein Unfall mit einem Radler. Ansonsten ereigneten sich Bagatellfälle wie „Kollision mit Blumenkübeln.“ Derzeit findet noch eine Fußgänger-Zählung statt.

Eine Veränderung hat die Stadt bereits vorgenommen: Blumenkübel wurden gegen Poller ausgetauscht. Diese verbessern die Sicherheit der Fußgänger und die Querungsmöglichkeiten über die Brießelstraße, sagte Bürgermeister Olaf Hausmann. Die Gesamtkosten dafür gab er auf Anfrage von Uwe Pöppler mit knapp 2800 Euro an.

von Matthias Mayer

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