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Jetzt neu: Fördergelder für alle Vereine

Richtlinie verabschiedet Jetzt neu: Fördergelder für alle Vereine

Nach langen Debatten hat sich die Stadt Kirchhain am Montagabend eine neue Vereinsförderrichtlinie gegeben. Diese beschloss die Stadtverordnetenversammlung mit den Stimmen von SPD und Linke gegen die Stimmen der Opposition.

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Die E-Jugend des SV Kirchhain (weiß, links) trifft beim Leege-Cup im Stadtderby auf den TSV Kirchhain. Künftig sollen alle Kirchhaner Vereine von der Stadt gefördert werden.Foto: Michael Seehusen

Kirchhain. In den Ausschüssen habe sich gezeigt, dass es im Parlament keine einheitliche Haltung gegenüber den von Vereinsvertretern, Mitgliedern aller Fraktionen und der Verwaltung in zwei Runden ausgearbeiteten Richtlinien gebe, sagte Bürgermeister Olaf Hausmann (SPD) und ergänzte: „Mir ist wichtig, dass die Vereine Planungssicherheit haben, dass die Förderung transparent und gerecht ist. Das Ergebnis ist der größtmögliche Kompromiss.“

Was bringt die neue Richtlinie?

Auffällig ist, dass die Vereinsförderung in der Stadt sich gegenüber dem Haushaltsjahr 2016 von 23400 Euro auf gut 52500 Euro mehr als verdoppelt. Knapp die Hälfte dieser Summe geht in die neue Grundförderung. Alle Kirchhainer Vereine erhalten auf Antrag eine jährliche Pauschale, sofern sie mindestens einmal jährlich öffentlich in Erscheinung treten beziehungsweise an Wettkämpfen und am Rundenspielbetrieb teilnehmen. Die Förderungen für Vereine und Abteilungen betragen bis 150 Mitglieder 100 Euro, bis 300 Mitglieder 150 Euro und ab 301 Mitgliedern 300 Euro.

Übungsleiter werden weiterhin mit 20 Cent pro Stunde von der Stadt bezuschusst, was in der Jahressumme 3200 Euro ergibt. Die etwa 25 Kirchhainer Musik- und Gesangvereine bekommen Zuschüsse in Höhe von je 50 Euro, was in der Summe 1250 Euro ausmacht.

Auch Investitionen werden gefördert. Für langlebige Vereinsgerätschaften, Sportgeräte und Musikinstrumente gewährt die Stadt auf Antrag einen zehnprozentigen Zuschuss für Gerätschaften ab 100 Euro. Die maximale Förderhöhe liegt bei 1000 Euro. Die zehnprozentige Förderung gibt es auf Antrag auch für Bauvorhaben der Vereine. Die Höchstgrenze: 5000 Euro.

Bekannt ist die Förderung von Vereinen, die Sportstätten und/oder Vereinsheime unterhalten. Sportplätze für den Spielbetrieb werden mit 900 Euro, für den Trainingsbetrieb mit 450 Euro und Spielflächen mit 200 Euro bezuschusst. Bedacht werden auch die Vereine mit und ohne Pachtvertrag, die Sportstätten unterhalten. Für sie sind zusammen 6200 Euro pro Jahr veranschlagt. Geblieben sind auch die Förderungen zu Vereinsjubiläen, die - gestaffelt nach Alter der Vereine - zwischen 50, 75 und 100 Euro liegen. Dafür sind jährlich 50 Euro veranschlagt. Dazu kommt: Vereine können einmal jährlich Bürger- und Gemeinschaftshäuser oder die Markthalle für eine öffentliche Veranstaltung ohne Eintritt kostenlos nutzen.

Trennende Linie gehtmitten durchs Parlament

Die Debatte zeigte erneut auf, dass die trennende Linie in dieser Frage mitten durchs Parlament geht. Dabei hatten beide Haltungen etwas für sich. Die Opposition vereinte sich hinter den Grünen, die für eine projektbezogene Förderung warben. SPD und Linke warben für die Grundförderung, damit kein Verein leer ausgeht, jeder Verein sich wertgeschätzt fühlen kann.

Kern des Grünen-Änderungsantrags ist das, was ein Kirchhainer SPD-Bürgermeister 1997 gegenüber dem Landesrechnungshof zur Vereinsförderung gesagt habe: Man wolle für Kirchhain eine moderne und differenzierte Vereinsförderung aufbauen, sagte der Grünen-Fraktionsvorsitzende Reiner Nau. Das von Rot-Rot favorisierte Modell nach dem Gießkannenprinzip begünstige möglicherweise auch die Falschen. So könne man beispielsweise den Schalke-Fanclub nicht mit dem Verein Burki vergleichen, der Bewegungssport für Senioren anbiete.

Herbert Landmesser verteidigte für die SPD die pauschale Vereinsförderung damit, dass bisher die Fördergelder fast ausschließlich an Vereine mit Sportstätten und Vereinshäusern geflossen seien: „Alle Vereine sollen etwas bekommen. Das ist gerecht. Dieser Akt der Wertschätzung sei auch den Vereinsvertretern in der Arbeitsgruppe wichtig gewesen.

Mit den Stimmen von Rot-Rot wurde die Richtlinie bei 5 Neinstimmen und 12 Enthaltungen angenommen.

von Matthias Mayer

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