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Ja, wie denn: 700 oder 7 517 Jahre alt?

Festkommers in Burgholz Ja, wie denn: 700 oder 7 517 Jahre alt?

Zum Abschluss der 700-Jahrfeier startete das große Festwochenende mit einer Mottoparty für die Jugend, einem Kommersabend mit vorheriger Gedenksteinenthüllung und Tanz und Musik.

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Zum Kommers-Ende holten sich die Mitglieder des Festausschusses auf der Festzeltbühne ihren Applaus ab. Mit ihnen freuten sich Bürgermeister Olaf Hausmann (links) und Landrätin Kirsten Fründt (rechts).

Quelle: Karin Waldhüter

Burgholz. Kein langatmiger Kommersabend mit trockenen Reden sollte es am Samstagabend sein. Stattdessen wurde es ein kurzweiliger und zeitweise humorvoller Abend, der mit einem Geständnis von Björn Debus, der im Namen des Arbeitskreises 700 Jahre Burgholz durch den Abend führte, begann. „Eigentlich wissen wir gar nicht, wie alt Burgholz ist“, erklärte Debus den rund 300 Festgästen mit einem Blick in die Vergangenheit. Charmante Unterstützung leistete ihm dabei seine neunjährige Nichte Jenny. Sie durfte mit der Glocke, die den Grenzgängern noch gut in Erinnerung sein dürfte, den Beginn des Abends einläuten.

Von der Ersterwähnung im Jahre 1317 schlug er einen Bogen über die Karolinger, die im achten Jahrhundert in Burgholz eine Festung bauten, bis hin zu den Höhlenmenschen, die während der Jungsteinzeit 5500v.Chr. in Burgholz lebten und auf die Jagd gingen. „Schade, dass in Burgholz keine Höhle ist, in der man an die Wand die Erstbesiedlung malen konnte, dann wären wir nachweislich 7517 Jahre alt“, rechnete er schmunzelnd vor.

Schade sei auch, dass 1768 große Teile von Burgholz einer Feuersbrunst zum Opfer fielen und alle Dokumente verlorengingen. „Richtig, dann können wir im nächsten Jahr 250 Jahre Burgholzer Wiederaufbau feiern, ich freue mich schon“, sagte er lachend, und das Publikum lachte mit. Von der Feuersbrunst habe sich Burgholz nur schwer erholt, erklärte er dann.

„Nur fünf Absagen. Das sagt alles über Burgholz“

 „Wir vermuten, dass dieses Schicksal zum großen Zusammenhalt in Burgholz beigetragen hat, das bis heute anhält“, fuhr Debus fort. Nach der erfolgreichen Teilnahme an zahlreichen Wettbewerben von „Unser Dorf soll schöner werden“ und mit der engagierten Durchführung der Dorferneuerung sei Burgholz nun ein „kleines, in einer schönen Landschaft eingebettetes, mitten in der Natur gelegenes, liebens-, wohnens- und lebenswertes Dorf“, schwärmte Debus.

Gekommen waren zahlreiche Ehrengäste aus Politik und Wirtschaft, darunter Kirchhains Ehrenbürger Willibald Preis. Der aus Burgholz stammende Ehrenbürger und Kirchhainer Altbürgermeister Heinrich Röder hatte aus gesundheitlichen Gründen nicht kommen können. „Was ihr auf die Beine gestellt habt, das verdient Applaus“, sagte Bürgermeister Olaf Hausmann. Das sah das Publikum genauso und dankte den Verantwortlichen mit viel Applaus. Alle Burgholzer hätten mit angepackt, das sei sensationell und zeige, dass die Dorfgemeinschaft funktioniere.

Die Burgholzer Geschichte sei typisch für ein mittelhessisches Dorf, sagte Landrätin Kirsten Fründt. Auch über die Festtage hinaus bleibe der Zusammenhalt, um mit neuem Schwung die Dorfgemeinschaft zu prägen und gemeinschaftlich zu gestalten, erklärte die Landrätin. „Ich gratuliere zu der Dorfgemeinschaft und dass ihr Menschen habt, die eine Zukunft in Burgholz bilden“, lobte Fründt. Anlässlich des 700-jährigen Bestehens zeichnete sie Burgholz mit der Ehrenmedaille des Landkreises Marburg-Biedenkopf aus.

„Ich denke, das Fest hat den Zusammenhalt deutlich verstärkt“, stellte der gebürtige Burgholzer und jetzige Rauschenberger Bürgermeister Michael Emmerich fest. Jochen Schönlebe, Vorstandsmitglied der Sparkasse Marburg-Biedenkopf, überreichte für das gezeigte bürgerliche Engagement und als Wertschätzung gegenüber den Ehrenamtlichen einen Scheck in Höhe von 700 Euro.

Dank für vier Jahre Vorbereitungszeit

Anschließend stellte Björn Debus das 530 Seiten starke „Burgholzer Geschichtsbuch“ und die Mitglieder der Geschichts-AG vor. Als Dank für die geleistete Unterstützung gingen die ersten drei Exemplare an Burghard Pandikow, Pfarrer i.R., Professor Siegfried Becker und Dieter Pelda.

Zum Schluss holte Björn Debus die Mitglieder des Festausschusses auf die Bühne. Vier Jahre Vorbereitungszeit liegen hinter den Verantwortlichen, und Debus nutzte die Gelegenheit, sich bei allen Unterstützern, dem Arbeitskreis 700 Jahre und den Ehegatten zu bedanken und stellte klar, dass die Herrschaft über die Fernbedienung nun wieder wechsle. Ein besonderes Dankeschön ging an die Nachbargemeinden. „Über 150 Helferinnen und Helfer stemmten die beiden Grenzgänge, die historische Kirschenkirmes mit Erntetag und das Festwochenende“, so Debus. Dabei habe es lediglich fünf Absagen gegeben. „Das sagt alles über Burgholz“, erklärte er.

Mit Tanz und Musik von den „Skyliners“ wurde anschließend ert. Die Erinnerung an ein unvergessliches Festjahr wird in Zukunft auch der Gedenkstein vor dem DGH wachhalten.

Das Festwochenende wurde bereits am Freitagabend mit der „Bacardi-Night“ eröffnet. Zu dieser kamen 400 Besucher ins Festzelt am Turm.

von Karin Waldhüter

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