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Becken bereiten Kirchhainern Sorgen

Hallenbad Becken bereiten Kirchhainern Sorgen

Mit stoischer Ruhe zeigt Geschäftsführer Peter Bittner die Baustellen auf, die Kirchhains Bäder-Betriebsgesellschaft in der Sommerpause im Hallenbad angeht. Dabei wäre eine Prise Verzweiflung durchaus verständlich.

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Während in der Schwimmhalle uralte Konstruktionsfehler ­behoben werden, bauen Hubert Boland (rechts) und Ionut Anton einen neuen Brennwertkessel ein.

Quelle: Florian Lerchbacher

Kirchhain. Abenteuerliche Konstruktionsfehler, kleine Baustellen, die zu großen werden - der Bäder-Betriebsgesellschaft bleibt bei einer weiteren Sanierungsetappe im Hallenbad scheinbar kaum etwas erspart. Eigentlich wollte sie im Nichtschwimmerbecken nur die Fugen neu füllen, da an einigen Stellen höhere Kanten entstanden waren. Als das Wasser aus dem Becken war, stellte sich beim Überprüfen allerdings heraus, dass Feuchtigkeit unter einige Fliesen gedrungen war und selbige hochdrückten. „Je mehr wir herausnehmen, umso mehr Problemstellen zeigen sich“, berichtet Peter Bittner, Geschäftsführer der von bürgerschaftlichen Engagement getragenen Betreiber-Gesellschaft, und ergänzt: „Wir kommen wohl nicht darum herum, im nächsten Jahr das Nichtschwimmerbecken komplett neu zu fliesen.“

Nur wenige Meter weiter findet sich eine Baustelle, die geradezu nach einem verzweifelten Griff an den Kopf schreit: Die Abläufe rund um das Schwimmerbecken befanden sich nicht direkt über den Abflussrohren, sodass das Wasser über Jahrzehnte hinweg erst ein paar Zentimeter schräg lief, bis es das Rohr erreichte. „Das hat die Rinne darunter ziemlich ausgewaschen“, sagt Bittner. Würden die Kirchhainer diesen, so der Geschäftsführer, „abenteuerlichen Konstruktionsfehler“ nicht beheben, hätte die Gefahr bestanden, dass die oberer Schicht absackt. Mit Epoxitharz und neuen Abläufen oder eben schrägen Rohrstücken rückt die Bädergesellschaft dem Problem nun zu Leibe, sodass das Abwasser künftig direkt ins Abflussrohr läuft.

"funktion, Sicherheit und Sauberkeit erhalten"

In der Schwimmhalle geht es also rund. Aber auch im Umkleidebereich wird Hand angelegt: Die alten Kabinen werden durch neue ersetzt, die breiter sind und entsprechend mehr Platz bieten - und gleichermaßen mehr Platz benötigen. Die Gäste können sich in Zukunft komfortabler umziehen - allerdings nicht mehr so viele auf einmal wie früher, da die Zahl der Kabinen von 24 auf 18 sinkt. Ein wenig Sorgen bereitet den Gesellschaftern noch der Boden des Umkleidebereichs, da die alten Fliesen schwer zu reinigen sind.

Ein weiteres Projekt ist die Frauentoilette, deren Boden­ ­allem Anschein nach undicht war: Von dort zog Wasser ins Mauerwerk und landete schließlich in der Decke des Aufenthaltsraumes der Sauna. Beim Einbau einer neuen Decke entdeckten die Bauarbeiter eine Zinkwanne mit kleinem Abfluss, die wohl vor Jahren eingebaut wurde, als das Problem erstmals aufgetreten war - selbiges allerdings nicht löste. Bittner hofft, dass die Versicherung der Stadt diese Kosten trägt.

In der Außensauna lässt er neue Sitzflächen montieren. Zudem bekommt das Hallenbad einen neuen Brennwertkessel, dessen Besonderheit ein Abgasbrennwertwärmetauscher ist. Die Neuerung zieht Wärme aus den Abgasen und nutzt die Energie erneut. Der alte Kessel sei kaputt und zudem zu klein gewesen, berichtet Bittner. Er hofft, dass die eingeplanten 90000 Euro für die Arbeiten ausreichen und nicht noch mehr Unvorhergesehenes hinzukommt. Bei all den Sorgen wundert sein Motto dann auch nicht: „Erst mal geht es darum, Funktion, Sicherheit und Sauberkeit des Bades zu erhalten. Der Schönheit widmen wir uns irgendwann einmal.“

von Florian Lerchbacher

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