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Vorschläge kommen nicht gut an

Bürgerversammlung in Sindersfeld Vorschläge kommen nicht gut an

Volles Haus ist gar kein Ausdruck: Die Sindersfelder quetschten sich geradezu in den Gemeinschaftsraum der Feuerwehr. Stadtverordnetenvorsteher Klaus Weber hatte zur Bürgerversammlung geladen.

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Der Schlauchturm des Sindersfelder Feuerwehrgerätehauses soll umbaut werden: Für mehr Platz für die Feuerwehr und für einen Stuhllager-Anbau für den Gemeinschaftsraum im Obergeschoss.

Quelle: Matthias Mayer

Sindersfeld. Klaus Weber, Bürgermeister Olaf Hausmann und Bauamtsleiter Volker Dornseif hatten eigentlich gute Nachrichten mit in den Kirchhainer Stadtteil gebracht: Ein kleines Neubaugebiet soll entstehen, das Feuerwehrgerätehaus wird unter anderem mit Mitteln aus dem KIP-Programm energetisch saniert und erweitert, um die seit Jahren vorgeschriebene Trennung von Garage und Umkleideräumen zu ermöglichen. Bei dieser Gelegenheit wird die fehlende Dämmung unter der abgehängten Decke des Gemeinschaftshauses eingebaut. Außerdem soll der Gemeinschaftsraum um ein Stuhllager erweitert werden.

Doch die städtischen Planungen stießen bei den Sindersfeldern auf Kritik. Phasenweise wurde es richtig laut im Saal. Zeitweise redeten gefühlt 30 Besucher gleichzeitig.

Sind 500 Quadratmeter groß genug?

Doch der Reihe nach. Bürgermeister Olaf Hausmann erklärte, dass das jüngste Sindersfelder Baugebiet mit zehn Plätzen binnen Jahresfrist ausverkauft gewesen sei. Sindersfeld solle, wie andere Kirchhainer Stadtteile, sich weiter entwickeln können. Deshalb habe die Bauverwaltung einen Vorschlag für ein kleines Baugebiet ausgearbeitet, von dem er aus dem Ortsbeirat wisse, dass er nicht bei allen Sindersfeldern ankomme.

Bauamtleiter Volker Dornseif stellte das zwischen dem Spielplatz und der Bushaltestelle Rauschenberger Straße gelegene Gebiet vor. Fünf Bauplätze mit einer Größe von rund 500 Quadratmetern könnten dort entstehen. Die Erschließung erfolge vom Grünen Weg entlang des Spielplatzes auf dem jetzigen Fußweg zur Bushaltestelle. Allerdings müsse dieser auf eine Breite von 4,50 Meter ausgebaut werden. Endpunkt: Ein Wendehammer in dem Baugebiet. Der Spielplatz bleibe erhalten, lediglich ein Teil an dem Pavillon werde dem Baugebiet für einen Bauplatz zugeschlagen.

Gegen diesen Vorschlag gab es mehrere Einwände:

Der lange Fußweg wurde vor sechs Jahren unter der Ägide der unablässig für das Projekt trommelnden damaligen Ortsvorsteherin Elke Schall gebaut, um den Kindern einen sicheren Weg zur Schulbushaltestelle an der Rauschenberger zu ermöglichen. „Wir haben mit 20 Leuten den Weg gebaut. Jetzt soll er rausgerissen werden? Das kann nicht wahr sein“, empörte sich ein Sindersfelder, der sich auch nicht damit trösten wollte, dass die Pflastersteine entnommen und für den Bau verwendet werden sollen. 

Die Bauplätze sind mit 500 Quadratmetern zu klein. Wer aufs Land ziehe, wolle auch etwas mehr Platz um sich herum haben, sagte eine Bürgerin, die nach eigenem Bekunden immer wieder von Fremden nach Bauplätzen in Sindersfeld angesprochen werde. Zum Vergleich: Im in Kürze baureifen Neubaugebiet im kleinsten Neustädter Stadtteil Speckswinkel sind die Bauplätze zwischen 650 und 1200 Quadratmeter groß. Volker Dornseif verteidigte den Größenzuschnitt damit, dass es nach solchen Formaten in Kirchhain die größte Nachfrage gebe. Ein Bürger beklagte, dass so kleine Grundstücke nicht genügend Platz für zwei Autostellplätze böten. „Wo sollen die Autos hin“, sah er bereits einen zugeparkten Wendehammer vor seinem geistigen Auge.

Gefahr für Kinder auf dem Spielplatz

Glaubt man zahlreichen Wortmeldungen, verliert der Spielplatz durch die Erschließungsstraße seinen Charakter für gefahrloses und unbeschwertes Spielen im Grünen. So gab es große Zustimmung zum Erhalt des von den Bürgern gebauten sicheren Fußwegs und zu dem mehrfach geäußerten Wunsch, das kleine Baugebiet direkt von der Rauschenberger Straße aus zu erschließen, weil so der Spielplatz autofrei bleibe. Für Volker Dornseif stehen diesem Vorschlag drei Hindernisse im Weg n Die Bushaltestelle begrenzt die komplette Stirnseite des Baugebiets. Sie müsste mit erheblichen Aufwand verlegt werden. Zwischen der Rauschenberger Straße und dem Baugebiet liegt ein Höhenunterschied von zwei Metern. Eine Zufahrt von der Hauptstraße aus würde wegen der Böschungen ein bis zwei Bauplätze kosten.

Die Entwicklung eines nur drei Parzellen zählenden Baugebiets sei wirtschaftlich nicht tragbar. „Unsere Variante ist die günstigste, aber wir nehmen ihre Gedanken mit auf und werden diese prüfen“, versprach Olaf Hausmann und auch Klaus Weber versicherte: „Der Spielplatz muss in seiner Substanz erhalten bleiben.“

Die Feuerwehr plant deutlich größer

Gleich zwei Varianten wurden den Bürgern zur Umgestaltung des Feuerwehrgerätehauses vorgestellt: eine von der Bauverwaltung und eine von der Feuerwehr. Der städtische Entwurf sieht ein Ortsvorsteher- und ein Wehrführer-Büro vor, Umkleideräume für Frauen und Männer sowie die Neuordnung der Toiletten. Den Raum dafür soll die Auslagerung eines Transportfahrzeuges bringen, das in einem massiven Carport untergebracht werden soll. Auf dem Dach des Carports ist ein würfelförmiger Raum geplant, der dem Gemeinschaftsraum als Stuhllager dienen soll.Was die Verwaltung nicht wusste: Das „Transportfahrzeug“ ist ein klassifiziertes Einsatzfahrzeug und muss in der Garage bleiben. Entsprechend plante die Feuerwehr ihr Raumprogramm mit einer Umbauung des Schlauchturms, die bis zum Aufzugsanbau reicht. Diese Planung sieht einen Toilettentrakt neben dem Gemeinschaftsraum vor. Auch diese Planungsvorschläge möchte die Stadt prüfen.

von Matthias Mayer

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