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Kirchhain soll weiter wachsen

Neues Baugebiet Kirchhain soll weiter wachsen

Kirchhain soll an seinem nordwestlichen Stadtrand ein neues Baugebietbekommen. Den ersten Schritt dazu vollzog die Stadtverordnetenversammlung mit demAufstellungsbeschluss.

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Auf dieser landwirtschaftlich genutzten Fläche soll am Stadtrand von Kirchhain ein neues Baugebiet entstehen. Nach links fällt das Gelände ab bis zur Mühlen-Wohra. Hinter dem Kamera-Standort befindet sich die Fliederstraße. Foto: Matthias Mayer

Kirchhain. Bürgermeister Jochen Kirchner (parteilos) stellte das Projekt zunächst im Bau- und Planungsausschuss und dann im anschließend tagenden Parlament vor. Danach soll das neue Baugebiet mit der Bezeichnung „An der Papiermühle“ von der Straße An der Wohra aus die jetzige Bebauungsgrenze der Dahlienstraße und der Fliederstraße umschließen, wobei es in nordöstlicher Richtung in der Nähe der Zufahrt zum Sportgelände des SV Kirchhain bis an die Kasseler Straße reicht. Mithilfe des Bebauungsplans wolle „die Stadt dort herrschende städtebaulichen Mängel beseitigen“, ohne die dort bestehende Kaltluftschneise zuzubauen, sagte der Bürgermeister. Diese Kaltluftschneise ist vor Ort tatsächlich zu spüren. Ein kühler Luftzug von der Wohra versorgt die Stadt an dieser Stelle mit Frischluft.

Neuer Fußweg entlangder Kasseler Straße

Der Bürgermeister kündigte an, dass an der Kasseler Straße stadteinwärts rechts zwischen dem Ende des Neubaugebiets und der Einmündung der Dresdener Straße ein Fußweg entstehen solle.

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Olaf Hausmann zeigte sich auf den ersten Blick wenig begeistert von den Plänen, neues Bauland im Außenbereich auszuweisen. Er verwies auf das Gebot, wonach bei der Bauland-Ausweisung Innenentwicklung vor Außenentwicklung gehen muss und auf die Belange des Naturschutzes in unmittelbarer Nähe der Mühlen-Wohra. Und dann liege das Sportgelände des SV Kirchhain in der Nähe. Die Stadt laufe Gefahr, sich mit diesen Plänen ein zweites Großseelheim ans Bein zu binden, sagte Hausmann unter Hinweis auf die massiven Auseinandersetzungen um den Lärmschutz an der Anlage des Schützenvereins Großseelheim.

„Großseelheim ist einzigartig“, stellte Jochen Kirchner lachend fest. Er begründete die Notwendigkeit des neuen Baugebiets mit den schwindenden Ressourcen. Das Baugebiet Röthe II sei nahezu vollständig gefüllt, auch am Rewe-Markt gebe es nur noch wenige Baulücken.

Weber sieht Gefahrfür den SV Kirchhain

„Die Nachfrage nach Bauland in der Kernstadt ist noch immer sehr groß. Die Abrundung der Stadt ist ein lohnenswertes Ziel; der Magistrat kann damit gut leben“, sagte der Bürgermeister.

Dem widersprach Klaus Weber für die SPD. Er warb dafür, das Baugebiet Röthe weiter in Richtung Langenstein zu entwickeln und den alten politischen Wunsch zu verwirklichen, die Kernstadt mit dem Stadtteil Langenstein zu verbinden. Der stellvertretende Stadtverordnetenvorsteher räumten dem Bestand des SV Kirchhain auf seinem Gelände am Wohra-Sandfang oberste Priorität ein. Dieser sei durch ein neues Baugebiet gefährdet. „Es werden heute mit Recht höhere Standards an den Lärmschutz eingefordert. Die Befindlichkeit der Bevölkerung ist heute höher einzustufen“, sagte Klaus Weber.

Reiner Nau, Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/ Die Grünen, wies Webers Alternativvorschlag zurück. Die Erweiterung der Röthe Richtung Langenstein sei planungsrechtlich längst vom Tisch, stellte er fest.

Mit den Stimmen der Koalition aus CDU, Grünen und FDP und gegen die Stimmen von SPD und Linke fasste die Stadtverordnetenversammlung den Aufstellungsbeschluss.

von Matthias Mayer

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