Volltextsuche über das Angebot:

26 ° / 10 ° wolkig

Navigation:
Kirchhain bekommt eine Moschee

Gebetshaus in der Niederrheinsichen Straße Kirchhain bekommt eine Moschee

Es ist schon eine ganze Weile her, dass im Gasthaus zu den Linden das letzte Bierfass angestochen wurde. Wo sich einst fröhliche Zecher trafen, kommen künftig Muslime zum Gebet zusammen.

Voriger Artikel
Langgehegter Wunsch geht in Erfüllung
Nächster Artikel
Karl Theis ist neues Ehrenmitglied des TSV

Diese Visualisierung zeigt den Entwurf von Diplom-Ingenieur Michael Theis vom Stadtbauamt. Die geplante Moschee liegt zwischen dem ehemaligen Gasthaus (links) und dem ehemaligen Kirchhainer Armenhaus (rechts).

Quelle: Grafik: optify GmbH Darmstadt

Kirchhain. Nach Stadtallendorf und Neustadt bekommt auch Kirchhain als dritte Stadt des Ostkreises eine richtige Moschee. Das teilte Bürgermeister Jochen Kirchner am Montagabend vor der Stadtverordnetenversammlung mit. Er unterrichtet die Parlamentarier über konkrete Pläne.

Der Bürgermeister reagierte auf eine kleine Anfrage des Stadtverordneten Gerd Althainz, der mit Blick auf sich mehrende Gerüchte in der Stadt um Aufklärung bat - besonders was die Höhe und Funktion etwaiger Minarette angeht.

Nach Auskunft des Bürgermeisters hat die in Köln ansässige Türkisch-Islamische Union Mitte 2014 das Grundstück des ehemaligen Gasthauses in der Niederrheinischen Straße mit Wohnräumen, Gaststätte, Kegel­bahn und angrenzender Scheune gekauft. Zielsetzung: Errichtung eines Gebetshauses für den Türkisch-Islamischen Kulturverein Kirchhain, der derzeit noch eher provisorisch in der Borngasse neben dem Jukuz untergebracht ist, und eine Wohnung für den Imam.

Der Bürgermeister berichtete von Gesprächen, die beide Vereine mit ihm und dem Stadtbauamt geführt haben. Den dabei geäußerten Wunsch der Vereine nach einer finanziellen Förderung des Bauvorhabens durch die Stadt habe nicht entsprochen werden können.

Dafür habe das Stadtbauamt die Vorplanung für den Umbau erstellt. Diese sei so erfolgt, dass die charakteristischen Merkmale der Moschee wie Kuppel, Bogenfenster und Minarette sich harmonisch in das Gesamtbild der Umgebung einfügten, sagte Jochen Kirchner.

Zwei "angedeutete Minarette"

Die kleine Kuppel soll über dem Eingang zum Gebetsraum entstehen. Zu beiden Seiten des Eingangs sollen zwei Minarette entstehen, die das Gebäude nur geringfügig überragen. Der Bürgermeister sprach von „angedeuteten Minaretten“ mit einer Höhe von rund sieben Metern. Einer der beiden schmalen „Türme“ steht im Grenzabstand. Dessen Verwirklichung erfordert die Genehmigung des Nachbarn. Diese liegt nach Kenntnis des Magistrats noch nicht vor.

Ansonsten sieht der Bürgermeister keine baurechtlichen Probleme. „Der rechtskräftige Bebauungsplan Nummer 8 Wasengärten-Poppenscheid gestattet die Errichtung von kirchlichen Einrichtungen, so dass direkt ein Bauantrag gestellt werden kann“, erklärte er und ergänzte: „Unter baurechtlichen Aspekten ist die geplante Moschee nicht als Besonderheit anzusehen.

Zugleich stellte der Bürgermeister klar, dass der Magistrat für ein offenes Kirchhain steht und es auch mit Blick auf die Religionsfreiheit sehr gut versteht, wenn sich eine Glaubensgemeinschaft ein entsprechendes Haus wünscht. Der Bürgermeister kündigte an, dass Stadt und der Türkisch Islamische Kulturverein die Umsetzung des Projekts mit Öffentlichkeitsarbeit begleiten werden.

von Matthias Mayer

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr