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Kirchain feiert freundliches Entree

Stadteingang Süd Kirchain feiert freundliches Entree

Ein großer Tag für Kirchhain: Am Freitagabend wurde der südliche Stadteingang mit einem Festakt unter freiem Himmel eingeweiht. Die Anwesenheit von rund 150 Bürgern unterstreicht die Bedeutung des Augenblicks.

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Ein Auto passiert Kirchhains symbolisches Stadttor. Die beiden 5,50 Meter hohen Skulpturen, die künftig alle Besucher der Stadt willkommen heißen, wurden vom Münchner Bildhauer Heiko Börner erschaffen.

Quelle: Matthias Mayer

Kirchhain. Wer aus Richtung Lahnberge, Ebsdorfer Grund oder Amöneburg in die Stadt fuhr, wurde über viele Jahre Hinweg von purer Tristesse empfangen. Angefangen vom provisorischen „Lego-Kreisel über die ausgefahrene Zufahrt zum Stadteingang bis hin zu den berüchtigten Schlagloch-Pisten auf den zum Zentrum führenden Straßen Am Amöneburger Tor, und Untergasse. Das Alles ist nun nach einem großen finanziellen, gestalterischen und logistischen Kraftakt Geschichte.

Heute rollt der Verkehr aus Richtung Süden sanft in die Stadt. Kurz hinter dem Ortsschild wird der Automobilist durch eine Fahrbahnverschwenkung nach rechts wirksam abgebremst, kann zumindest für einen kurzen Moment die Blütenpracht auf der großen Verkehrsinsel bewundern, die schon seit dem Frühsommer die Besucher willkommen heißt. In der Gegenrichtung ist ein Seitenblick auf den dramatisch aufgewerteten Parkpatz erlaubt, der vom aus den Ohmwiesen versetzten historischen Bürgermeisterstein gekrönt wird.

Aber so richtig vollständig ist das neue Entree erst seit Freitagabend. Bildhauer Heiko Börner und Bürgermeister Jochen Kirchner strahlten um die Wette, als die Firma Dörr unentgeltlich mit einem Kran auch die zweite der von dem Münchner Künstler geschaffenen fünfeinhalb Meter hohen und je 500 Kilo schweren Großskulpturen auf Fundament setzte, wo diese von Mitarbeitern den Bauhofs fixiert wurde.

Bürgermeister beklagt das „Ausfransen“ heutiger Stadteingänge

Die „Kirchhainer Wegzeichen“, wie das Kunstwerk offiziell genannt wird, stehen symbolisch für das Amöneburger früher dort stehende Amöneburger Tor. Und es markiert eindeutig den Stadteingang.

Bürgermeister Jochen Kirchner beklagte in seiner Festrede das „Ausfransen“ heutiger Stadteingänge. Man wisse häufig nicht, ob man sich bereits in einer Stadt befinde oder noch auf einer Ausfallstraße unterwegs sei. Kirchhain habe gegen diesen zustand einen Kontrapunkt setzen wollen. Dabei sei sehr schnell deutlich geworden, dass ein gestalteter Stadteingang aus den üblichen Mitteln des Straßenbaus nicht zu finanzieren gewesen wäre. Der Bürgermeister sprach von einem glücklichem Umstand, dass Kirchhain mit seinem Projekt „Modellhafte Neugestaltung eines Ortseingangs“ als letztes Vorhaben überhaupt in das Stadtumbau-Programm gekommen sei.

Damit bekam die Stadt erst die Möglichkeit, besondere gestalterische Elemente am Stadteingang Süd zu realisieren.

Kunstwerk trägt ein gutes Stück Kirchhain in sich

Der Künstler stand gewissermaßen schon Zeichenstift bei Fuß. Heiko Börner gewann fast genau vor zwei Jahren beim Kirchhainer Bildhauersymposium. Seine Siegerskulptur aus Holz steht seit dem vor dem Bahnhof - am Anfang des Kirchhainer Skulpturenpfades. Auf Bitte des Magistrats entwarf er drei Varianten für das Kunstwerk für die städtischen Gremien. Diese entschieden sich letztlich für den neun verwirklichten Entwurf.

Dieser entspricht Börners klarer Formensprache, trägt aber ein gutes Stück Kirchhain in sich. Die drei übereinander angeordneten Andreas-Kreuze auf den vier Seite der Skulpturen hat er an einem Erkers des Rathauses entdeckt. Mit Blick auf den Standort entschied sich der auf Holz spezialisierte Künstler für einen ganz anderen Werkstoff: Cortenstahl. Dieser bildet eine rostfarbene Patina, die den Stahl vor Korrosion schützt. Deshalb wurde das Kunstwerk auch nicht vom Künstler selbst, sondern nach dessen Entwurf von Spezialisten der Rauschenberger Firma Starkon gebaut. Projektleiter Peter Kurp sprach gegenüber der OP von einem interessantem Auftrag. Die Schnitte auf den acht Stahlplatten bis in die vielen Ecken hinein ohne Lasertechnik auszuführen, sei eine echte Herausforderung gewesen.

Die „Four Voices“ gestalteten den Festakt musikalisch. Mit Sekt stießen Besucher auf das Gelingen und auf den Preis, den die Stadt für die Bürgerhaus-Umnutzung gewonnen hat, an. Es muss nicht der letzte Preis gewesen sein. Auch der südliche Stadteingang hat eine Auszeichnung verdient.

von Matthias Mayer

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