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Kinderporno-Nutzer will letzte Chance

Stadtallendorf Kinderporno-Nutzer will letzte Chance

Ein ehemaliger Mitarbeiter des Internetcafés im Stadtallendorfer Jugendzentrum wehrt sich gegen eine Verurteilung zu 13 Monaten Gefängnis, die er im August 2010 für den wiederholten Besitz von Kinderpornos kassierte.

Stadtallendorf. Der Anwalt des 54-Jährigen versucht vor dem Landgericht, die Haft- in eine Bewährungsstrafe abändern zu lassen. Sein Mandant hat allerdings bereits zwei einschlägige Vorstrafen wegen der Verbreitung beziehungsweise des Besitzes kinderpornografischer Schriften. In der dritten Verhandlung fühlte sich die Justiz hintergangen, denn der ehemalige Stadtallendorfer hatte nach fast 14 Monaten Haft und einer Psychotherapie in den offenen Vollzug gedurft. Es dauerte allerdings nicht lange, dann schaute er sich erneut Fotos an, auf denen Kinder sexuell missbraucht wurden. Das Kirchhainer Amtsgericht kritisierte, dass der 54-Jährige die erste Gelegenheit genutzt habe, zudem bescheinigte es ihm keine günstige Sozialprognose.

Richter Carsten Paul vom Landgericht Marburg glaubt nicht, dass eine Umwandlung der Haftstrafe in Frage kommt, muss aber zunächst noch den Bewährungshelfer des Angeklagten befragen.

Den Kragen seiner schwarzen Jacke nach oben geklappt, starrt ein ehemaliger Mitarbeiter des Internetcafés im Stadtallendorfer Jugendzentrum auf den Tisch. Seine Miene ändert sich nicht, während er verzweifelt versucht, Carsten Paul davon zu überzeugen, dass er sich geändert hat.

Doch der Richter glaubt ihm nicht und führt an, dass der Wiederholungstäter im offenen Vollzug rückfällig geworden sei und sich in einem Internetcafé Kinderpornos anschaute.

Das Amtsgericht Kirchhain hatte den Ex-Stadtallendorfer im August des vergangenen Jahres zu 13 Monaten Haft verurteilt. Richter Joachim Filmer kritisierte damals, dass der Angeklagte sich nicht eingestehe, unter einer krankhaften Neigung zu leiden.

von Florian Lerchbacher

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