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Kinder wagen den Balanceakt

Mit-Mach-Zirkus Kinder wagen den Balanceakt

Direkt neben der Grillhütte Schweinsberg ist seit Sonntag ein buntes Zweimastzelt aufgeschlagen: Der Mit-mach-Zirkus „Inakso“ ist Gast der Grundschule.

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Hochkonzentriert zeigt die neunjährige Xenia gekonnt Artistik am Seil. Nancy Sperlich trainierte die Kinder.Foto: Waldhüter

Schweinsberg. Hochkonzentriert und gekonnt balanciert die neunjährige Xenia auf einem straff gespannten Seil am Rande der Manege. Daneben stehen Anna, Chiara, Helena und Marlene, wirbeln silberne Pompons durch die Luft und warten, bis sie an die Reihe kommen. Nur wenige Meter weiter hängt wagemutig der sechsjährige Linus kopfüber am Trapez.

Direkt neben dem Zelteingang lassen Paula und Johanna lachend die Hula-Hoop-Reifen um die Hüfte kreisen. Die Stars in der Manege, die sich intensiv auf ihren Auftritt vorbereiten, sind keine professionellen Artisten, sondern allesamt Schüler der Klassen eins bis vier der Grundschule Schweinsberg und Vorschulkinder der Kindergärten Mardorf und Schweinsberg.

Eine Woche lang tauchen insgesamt 80 Mädchen und Jungen, aufgeteilt in jahrgangsübergreifende Gruppen, in die magische Zirkuswelt ein. Eine Welt, in der jedes Kind einen Platz gefunden hat, sei es als Akrobat, Fakir, Trapezkünstler, als fröhlicher Clown, Jongleur oder bei der „Tigerdressur“.

Für die Kinder ist dies eine Grenzerfahrung und Herausforderung, wie Schulleiterin Sabine Bartels erklärt. „Die Kinder werden gefordert und gefördert und zwar ganz im positiven Sinn“, sagt sie.

„Auch Kinder, die sonst mit kognitiven Arbeiten nicht so gut zurechtkommen, erfahren plötzlich, dass sie etwas können“, unterstreicht Bartels. Zehn verschiedene Nummern üben die vier professionellen Artisten vom Zirkus „Inakso“ mit den Schülern täglich jeweils 45 Minuten lang ein. Es wird jongliert, Lasso gedreht, Kunststücke auf dem Trampolin und mit dem Hula-Hoop-Reifen einstudiert, es gibt Akrobatik, eine Feuershow und Fakire die sich wagemutig auf ein Nagelbrett legen, und eine Tigershow. Nach drei Übungstagen stand gestern schon die Generalprobe vor der Tür.

Zirkusdirektor Karl Lagrin zeigt auf ein quadratisches Nagelbrett, auf das sich später die Schüler legen werden. „Die Kinder wachsen über sich hinaus“, erzählt Lagrin. Um dies zu erreichen, sei es wichtig, das Vertrauen der Kinder zu erlangen. „Kann ich nicht, gibt es nicht“, erklärt er. Am Ende würden die Kinder die Erfahrung machen, dass es doch gehe. Solch ein positives Erlebnis wirke weit über das Projekt hinaus. „Die Kinder stehen am Ende des Projektes anders im Leben, sie haben sich in dem klassenübergreifenden Projekt besser kennen gelernt und neue Freundschaften geschlossen“, sagt Lagrin.

Seine Heimat hat der „Mit-mach-Zirkus“ in Borken. Laut Schulleiterin Sabine Bartels stärkt die Zirkuswoche ganz besonders das Gemeinschaftsgefühl der Schulgemeinde. „Schon am Sonntag haben mehr als 20 Väter und Mütter knapp drei Stunden lang richtig feste angepackt und haben geholfen das Zelt aufzubauen“, berichtet sie. Sie freut sich besonders über die Unterstützung durch verschiedene Sponsoren und durch den Förderverein. Der hatte die Übungspauschale von 20 Euro pro Kind übernommen. Und auch beim Abbau werden wieder viele Eltern mit anpacken. Das Zirkuszelt bietet Platz für 320 Besucher und Sabine Bartels hofft, dass viele aus dem Dorf das kulturelle Engagement der Schule mit ihrem Kommen unterstützen.

n Nach einer spannenden Projektwoche heißt es am heutigen Freitagmorgen Manege frei von 10 bis 11.30 Uhr für Kindergärten und Schulen. Am Nachmittag folgt eine öffentliche Vorstellung von 15.30 Uhr bis 17.30 Uhr, der sich ein Schulfest und eine Fußballübertragung anschließt. Eine letzte Aufführung steht am Samstag von 11 bis 13 Uhr auf dem Programm.

von Karin Waldhüter

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