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Kinder verteilen 17 Zitronen

Geschwindigkeitskontrolle Kinder verteilen 17 Zitronen

Die Kinder der Grundschulklasse 2a dankten Autofahrern mit einer Rose, die sich vor ihrer Schule an Tempo 30 hielten. Wer zu schnell fuhr, bekam eine Zitrone.

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Bärbel Leis hat sich an Tempo 30 gehalten und bekommt als Dankeschön von den Grundschülern eine Rose.

Quelle: Klaus Böttcher

Kirchhain. Die Ordnungspolizei Kirchhain startete zum sechsten Mal mit Unterstützung ihrer Stadtallendorfer Kollegen die Aktion „Runter vom Gas! Hier ist unsere Grundschule!“ Dazu maßen die Ordnungshüter in der Ziegelgartenstraße direkt vor der Grundschule die Geschwindigkeit vorbeifahrender Fahrzeuge. 30 km/h sind dort erlaubt.

Die Kinder der Klasse 2a sind gespannt, ob die Geschwindigkeit eingehalten wird. Ebenso wie die Frauen und Männer der Ordnungspolizei tragen jeweils drei Schulkinder Warnwesten. Armin Schmidt ist über Funk mit dem Messwagen verbunden und bekommt den jeweiligen Fahrzeugtyp mit der gemessenen Geschwindigkeit durchgegeben. Die ruft er Benjamin Beule vom zuständigen Fachbereich der Stadtverwaltung zu. Dieser gibt den Schülern in der Warnweste entweder eine Zitrone mit einem roten Faltblatt oder eine Rose und ein grünes Faltblatt. Das gemessene Auto wird in eine Parkbucht gewunken und Sabine Speer von der Ordnungspolizei erklärt der Autofahrerin oder dem Autofahrer mit ruhiger Stimme den Zweck der Aktion und nennt die gemessene Geschwindigkeit.

Saures für die Temposünder

Dann sind die Kinder am Zug. „Sie sind zu schnell gefahren, dafür bekommen sie eine Zitrone.“ Oder aber: „Sie haben die Geschwindigkeit eingehalten. Sie bekommen eine Rose.“

Die Reaktion der meisten Fahrer, die zu schnell unterwegs waren: „Oh, so schnell war ich, das habe ich gar nicht gemerkt. Oh weh, jetzt haben Sie mich erwischt.“ So oder ähnlich, aber viele entschuldigen sich bei den Kindern. Alle erklären, dass sie die Aktion gut finden. Der erzieherische Wert ist groß, denn eine Zitrone - von den Schulkindern überreicht - vergessen die Meisten nicht so schnell.

Spitzenreiter hatte 24 km/h zu viel auf Tacho

„Wir setzen in Kirchhain auf eine offensive Verkehrsüberwachung“, sagt der Fachbereichsleiter Gordon Schneider im Gespräch mit dieser Zeitung. „Die Ergebnisse der ersten halben Stunde haben schon Geschwindigkeiten über 50 km/h gezeigt. Das ist für uns der Auftrag, auch in Zukunft an der Grundschule scharfe Messungen durchzuführen“, betont Schneider.

Die Ergebnisse geben ihm Recht. Von den 38 gemessenen Fahrzeugen haben sich zwar 21 Fahrer an Tempo 30 gehalten, aber 17 lagen darüber, wobei der Spitzenreiter mit Tempo 54 an der Schule vorbeigebraust ist. Schneiders Reaktion: „Wir werden nicht müde, die Kinder zu schützen und Verkehrskontrollen durchzuführen.“

von Klaus Böttcher

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