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Kinder üben, auf Platt zu zählen

Projekttag Kinder üben, auf Platt zu zählen

Nach einem Sternmarsch durch den alten Ortskern trafen sich Kindergartenkinder im Bürgerhaus Großseelheim zu einem Projekttag der Tanz- und Trachtengruppe Großseelheim.

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Diese Kinder erprobten, umringt von Erwachsenen, ein selbstgebasteltes Waldhorn. Foto: Bernhard Hermann

Großseelheim. Es nahmen Kinder aus den Kindertagesstätten „Das Nest“ aus Kleinseelheim, der „Bärenhöhle“ Niederwald und des „Regenbogenlandes“ Großseelheim an diesem besonderen Projekttag teil. Mitorganisatorin Evelyn Leukel. Dieser Projekttag griff Anregungen aus dem Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ auf. Kinder bekamen die Gelegenheit, viele aus dem täglichen Dorfleben verschwundene Dinge neu kennenzulernen, wie Mitorganisatorin Evely Leukel erläuterte. „Und natürlich war hiermit auch eine Mitgliederwerbung für den Vereinsnachwuchs beabsichtigt“, ergänzte Leukel gegenüber der OP.

Nach dem Eröffnungstanz „Theo“, an dem alle Kinder mitmachen durften, wurden Gruppen gebildet die dann die einzelnen Projektstationen Volkstanz, Mundart, Singen, Basteln, Schnitzen und Trachten ansteuerten. Beim Thema Trachten bekamen Kinder Antworten auf viele Fragen. Sie hatten mit Gertrud Lesch, mit 93 Jahren die älteste Großseelheimer Trachenträgerin, eine qualifizierte Ansprechpartnerin. Sie stand den Kindern Rede und Antwort. Zunächst wurde die Tracht erklärt, die Gertrud Lesch seit ihrer Kindheit trägt und nie gegen moderne Kleidung ausgetauscht hat. „Mit wie viel Jahren hast Du Dein erstes Handy bekommen“, so lautete eine der Fragen. „Ich habe bis heute keins, kannte als Kind nicht mal Telefon und komme noch heute ganz gut ohne zurecht“, kam die prompte Antwort.

Zwei Kinder aus dem Kindergarten „Regenbogenland“ durften sich in eine Tracht einkleiden lassen. Bei Marianne Ascher lernten die Kinder verschiedene internationale Kindertänze lernen. Bei Inge Schweinsberger hatten sie Gelegenheit, sich einen Fangfaltbecher zu basteln, ein Spielzeug, mit dem sich schon die Urgroßeltern die Zeit vertrieben.

Kleine Waldhörnerund Wassermühlen

Auch die Großseelheimer Pfarrerin Evelyn Koch war dabei und sang, unterstützt von Sabine Scheld mit den Kindern „fast vergessene Kinder- und Fahrtenlieder“. Es ging auch um Mundart. Für die Kinder war die „Fremdsprache Platt“ sehr interessant. Bei Brigitte Wenz lernten sie auf Platt zu zählen oder erfuhren, wie ihre Adresse im Dialekt ihres Heimatdorfes ausgesprochen wird. Als Gast der Großseelheimer Trachtentänzer war Wolfgang Meißner aus Breidenstein dabei, ein Mitglied des Bezirksvorstandes der Hessischen Vereinigung für Tanz- und Trachtenpflege. (HVT). Er hatte Weiden- und Haselnusszweige mitgebracht, aus denen er kleine Waldhörner schnitzte, Spazierstöcke mit schönen Schnitzmustern, Pfeifen in unterschiedlichen Tonlagen und Wassermühlen, die Kinder mit Hilfe eines Erwachsenen selbstständig herstellen und in kleinen Wasserläufen aufbauen können. Wolfgang Meißner beantworte unzählige Fragen der Kinder. Abgerundet wurde der Tag mit einer Pause, zu der ortsansässige Unternehmen, private Sponsoren und natürlich die Trachten- und Volkstanzgruppe beitrugen. Hinter dem Projekttag standen ehrenamtliche Helfer rund um die Organisatoren Evelyn Leukel und Jürgen Wenz, den Vorsitzenden der Tanz- und Trachtengruppe Großseelheim.

von Bernhard Hermann

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