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Kinder toben im Getreideberg

Lernen auf dem Bauernhof Kinder toben im Getreideberg

Statt Lesen, Schreiben und Rechnen war für 23 Grundschulkinder ein Schulvormittag lang Lernen mit Kopf, Hand und Herz angesagt.

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Getreide erfühlen gehörte zu den Dingen, die die Grundschüler auf dem Hof der Leonhäusers erlebten.

Quelle: Karin Waldhüter

Wohra. Kinderlachen erfüllte eine der großen Hallen auf dem Gelände des landwirtschaftlichen Betriebs von Familie Leonhäuser. Mia und andere Schüler haben ihre Schuhe ausgezogen, sind auf einen riesigen Getreideberg geklettert und graben ihre Hände tief in den Weizen, und während es gehörig staubt und Weizenkörner durch die Luft fliegen, haben die Kinder mächtig Spaß.

Birgit Leonhäuser kümmert sich derweil um eine andere Schülergruppe. Sie hat am Morgen frisches Brot gebacken und lässt die Schüler ihre Nasen tief in eine mit Hefeteig gefüllte Dose stecken. An einer weiteren Station stehen verschiedene Kartons, hier gilt es die Hand in verschiedene abgedeckte Kartons zu stecken und zu erfühlen, welches Getreide sich dort verbirgt. Auf dem Außengelände hat Stefan Leonhäuser einen großen Maschinenfuhrpark aufgebaut.

Er erklärt den Schülern geduldig die Arbeitsweise von Scheibenegge und Düngerstreuer. Alle Schüler können alle Maschinen anfassen und direkt in Augenschein nehmen. „Es ist ein richtig schöner Schultag“, erzählt Viertklässlerin Mia. Besonders gut hat ihr auch der Film über Aussaat und Ernte gefallen, den Stefan Leonhäuser zuvor gezeigt hatte.

Schmecken, Riechen und Fühlen

Es geht an diesem Schultag um forschendes Lernen, Getreide riechen, schmecken und um hautnahe Erfahrungen. Seit rund acht Wochen beschäftigen sich die Schüler der Kombiklasse 3 und 4 der Grundschule Wohra mit dem Thema Getreide. Sie haben zum Beispiel gelernt, wie Getreide verarbeitet wird und welche Maschinen benötigt werden.

„Viele Kinder wissen von Haus aus bereits viel über das Thema, andere Schüler dagegen kennen Geräte und Getreide nur von Bildern. Für diese Kinder ist es etwas Besonderes, zu erleben, wie sich Getreide anfühlt und aussieht“, erklärt Klassenlehrerin Mareike Fischer.

Durch die gute Kooperation mit Familie Leonhäuser werde den Schülern ermöglicht, das Thema auf ganz besondere Weise anschaulich, und dadurch besonders nachhaltig, erlebbar zu machen.

Einprägsamer Unterricht

Aufgeteilt in Gruppen erlebten die Schüler an verschiedenen Stationen auch, wie Mehl gemahlen wird, lernten die verschiedenen Getreidesorten kennen und erfuhren, was aus den Getreidesorten hergestellt wird.Oder sie hatten die Chance, einmal einen Schlepper von unten zu betrachten. „Lernen mit Kopf, Herz und Hand bewirkt nachhaltiges Lernen mit großem Erinnerungspotenzial“, ist sich Fischer sicher.

Alle zwei Jahre steht das Thema Getreide auf dem Lehrplan. Und Mareike Fischer ist froh, dass Familie Leonhäuser immer gerne Unterstützung leistet und dazu beiträgt, den Schülern einen Schultag zu bereiten, den „diese so schnell nicht vergessen werden“, wie sie gegenüber der OP sagt.

von Karin Waldhüter

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