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Kinder präsentieren Kindern ihre Stadt

Stadtallendorf Kinder präsentieren Kindern ihre Stadt

Erwachsenen fällt die Orientierung in einer Stadt meist leichter als Kindern. Für die Kleinen, insbesondere für die, die neu hinzugezogen sind, gibt es jetzt einen Kinderstadtplan.

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Kinder der Klasse 5d präsentierten mit dem Bürgermeister und den Erstellern den Kinderstadtplan. Foto: Michael Rinde

Stadtallendorf. Es ist etwa ein Jahr her, als Kinder der damaligen vierten Grundschulklassen Besuch vom Projekt „Soziale Stadt“ bekamen. Die Kinder gaben Sebastian Habura und seinen Mitstreitern bereitwillig Auskunft über die Plätze, die ihnen in Stadtallendorf wichtig sind. Sie sagten aber auch, wo es ihnen besonders gut gefällt und wo eben auch nicht. Etwa 230 Kinder, so schätzt Habura, nahmen an der kleinen Befragung teil. Entstanden ist Stadtallendorfs erster Kinderstadtplan, den der Magistrat jetzt in einer Auflage von 3000 Exemplaren herausgegeben hat. In der Klasse 5d der Georg-Büchner-Schule übergab Bürgermeister Christian Somogyi (SPD) die ersten Exemplare. 75 Prozent der Kinder, die das fertige Produkt in die Hand bekämen, hätten an seiner Entstehung mitgewirkt, schätzt Markus Hirth vom Projekt „Soziale Stadt“.

Dass ein solcher Plan durchaus Sinn macht, zeigte sich bei der Präsentation vor den Schülern. Da gab es auf die ein oder andere Frage des Bürgermeisters keine Antwort. So war nicht jedem klar, wo der grad neugestaltete Trimmpfad liegt. Oder wie das Musikerviertel zu seinem Namen gekommen ist. „Hmm, heißt das vielleicht so, weil dort berühmte Musiker wohnen“, mutmaßte einer der jungen Schüler. Nein, die Straßennamen gaben dem Viertel den Namen.

Im Kinderstadtplan sind die Stellen, vor allem Straßenkreuzungen, markiert, wo es besonders gefährlich für die Kleinen zugeht. Farbige Dreiecke mit einem Ausrufezeichen mittendrin dienen als das passende Symbol dafür. Ein „Smiley“ kennzeichnet Orte, die die Kinder, die bei der Erstellung mitwirkten, „super“ finden.

Smiley und schwarzer Klecks

Aber die jungen Schüler machten bei ihrer Befragung auch klar, was und wo es ihnen in Stadtallendorf nicht so gut gefällt. Beispielsweise machte ein Schüler auf den Dreck auf dem Spielplatz „Piratennest“ am Heinz-Lang-Park aufmerksam. Da gebe es nicht nur Dreck, auf vielen Spielgeräten gebe es Schmierereien, wurde schnell ergänzt. „Auf manchen Geräten stehen schlimme Wörter“, beklagte eines der Kinder.

Im Kinderstadtplan ist übrigens gekennzeichnet, wo es aus Sicht der Kinder besonders schmuddelig in Stadtallendorf ist - und wo sie lieber fernbleiben. Das ist mit dem Symbol eines schwarzen Kleckses gekennzeichnet. „Dieser Plan ist auch ein Auftrag an die Verwaltung, sich um die Dinge zu kümmern“, sagte Markus Hirth. Bürgermeister Somogyi nutzte die Gelegenheit, um die Kinder dazu zu animieren, weiterhin mit aufmerksamen Augen durch ihre Stadt zu gehen. Sie sollten sich nicht scheuen, ihre Beobachtungen über Dreck und Schmierereien auch an das Rathaus weiterzugeben.

Spielplätze Diskussionsthema

Bei der Diskussion in der Klasse entstand auch die Idee, die Situation in der Stadt zum Thema im Unterricht zu machen und Anregungen für die Verwaltung zu sammeln und gebündelt weiterzugeben. Aber der Stadtallendorfer Bürgermeister musste noch weitere Fragen beantworten, etwa nach neuen Spielplätzen. Oder, warum es nur rund um den Rewe-Markt am Einkaufzentrum „alter Busbahnhof“ Sicherheitsleute gebe.

Und was wird mit dem Spielplatz Lohpfad? „Der wird umgestaltet“, versprach Somogyi.

Beim 12. Europafest am Samstag wird es einen Stand an der Seeterrasse im Heinz-Lang-Park geben, bei dem der Stadtplan ebenfalls verteilt wird. Außerdem erhalten ihn die Grundschulen und Kindergärten in der Stadt.

Wer ein Exemplar möchte, bekommt es außerdem auch an der Rathaus-Pforte.

von Michael Rinde

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