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Kinder lernen im Spiel, wie gefährlich Feuer ist

Brandschutzerziehung Kinder lernen im Spiel, wie gefährlich Feuer ist

"Wenn es brennt und der Raum voller Qualm ist, ab auf den Boden, zum Fenster krabbeln und um Hilfe rufen": Vorschulkinder der Kindertagesstätte ­Marienheim haben das mit Feuerwehrmann ­Wolfgang Sonntag geübt.

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Wolfgang Sonntag zeigt den Kindern den Umgang mit dem Feuer und demonstriert Jossy, wie sie ­ohne Gefahr eine Kerze entzündet. Foto: Karin Waldhüter

Stadtallendorf. „Eins, eins, zwei“, vierzehn kleine Kehlen brüllen die Notrufnummer der Feuerwehr heraus. Feuerwehrmann Wolfgang Sonntag lacht: „Es ist wichtig, dass wir mit der Brandschutzerziehung früh anfangen, damit die Kinder lernen richtig zu reagieren, einen Notruf abzusetzen und wissen was sie tun müssen, wenn es brennt oder ein Unfall passiert ist“, erzählt der 58-Jährige.

Einen Vormittag lang nimmt sich der aktive Feuerwehrmann heute für die Vorschulkinder Zeit. Seit über 40 Jahren ist Wolfgang Sonntag Feuerwehrmann und seit 10 Jahren übernimmt er in den Kindergärten in Stadtallendorf und den Grundschulen die Brandschutzerziehung. Er unterweist außerdem das Personal im Brandschutz. Am Ende des Jahres kommen so rund 400 Stunden ehrenamtlicher Arbeit zusammen und zwar neben der aktiven Arbeit bei der Feuerwehr. Allein in diesem Jahr musste die Feuerwehr Stadtallendorf-Mitte schon über 100 Mal ausrücken. Wolfgang Sonntag macht die Arbeit mit den Kindern Spaß und das spüren auch die 14 Vorschulkinder. In einem Rollenspiel sollen die Kinder zum Beispiel lernen, einen Notruf abzusetzen. Anschaulich erläutert der Feuerwehrmann das richtige Entzünden eines Streichholzes und führt dabei geduldig die Hand der Kinder.

„Ihr müsst das Streichholz immer von eurem Körper weg anstecken“, erklärt er. Jedes Kind darf das selbst ausprobieren, eine Kerze anzuzünden und anschließend das Streichholz in einer Schale Wasser abzulöschen. „Es ist ganz wichtig, dass ihr das nicht alleine macht, ihr dürft das nur, wenn ein Erwachsener dabei ist“, warnt Sonntag.

Fast nebenbei kann er auch gleich den Kindern die Funktion eines Rauchmelders erklären. Denn auf das Anzünden der vielen Streichhölzer reagiert der mitgebrachte Melder plötzlich und heult los. Wenige Tage später sehen die Vorschulkinder Wolfgang Sonntag bei einem Besuch des Feuerwehrstützpunkts Stadtallendorf-Mitte wieder. Dort lernen sie Fahrzeuge, Atemschutzgeräte und die Schutzbekleidung der Feuerwehrleute kennen und können die Arbeit der Feuerwehr hautnah erleben. Dabei wird den Kindern anhand eines Films auch gezeigt, was nach einem Notruf passiert. Eingebunden in die Aktion sind auch die Eltern der Vorschulkinder. Sie erhalten eine Broschüre.

„Die Brandschutzfrüherziehung ist wichtig, damit die Kinder lernen mit dem Feuer umzugehen“, unterstreicht Erzieherin Maria Jennemann gegenüber der OP.

Und was passiert wenn es im Kindergarten wirklich brennen sollte? „Es gibt Feuerlöscher in der Einrichtung, die Fluchtwege sind den Kindern bekannt und sie wissen, wo sie sich auf dem Außengelände versammeln müssen und natürlich wird die Feuerwehr angerufen. Die Nummer kennen die Kinder“, weiß Maria Jennemann.

von Karin Waldhüter

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