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Kinder lernen, im Netz Vorsicht walten zu lassen

Datenrallye Kinder lernen, im Netz Vorsicht walten zu lassen

Dass es nur Sekunden dauert, um ein schlechtes Passwort zu knacken, darüber staunten die Teilnehmer der Datenrallye "Meine Daten gehören allen!?" nicht schlecht.

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Kinder lernten im Computerraum des Jugendzentrums Suchmaschinen kennen. Sie erfuhren, was dort alles zu finden ist. Foto: Karin Waldhüter

Stadtallendorf. Die meisten werden dieses Phänomen kennen. Man wartet auf dem Bahnsteig oder an der Bushaltestelle und statt einfach die Ruhe zu genießen oder miteinander ins Gespräch zu kommen folgt bei vielen der Griff zum Smart-phone, und beim Restaurantbesuch liegt wie selbstverständlich das Gerät neben Messer und Gabel. Seit es die Smartphones gibt, lässt sich alles im Handumdrehen googeln, das eingebaute Navi lotst einen durch die Stadt, zeigt das nächste Kino an und ob die Bahn pünktlich kommt. Moderne Smartphones können fast alles und für jede Gelegenheit gibt es die passende App. Doch in der Nutzung lauern auch Gefahren und der Benutzer ist nicht nur überall auffindbar, sondern die Informationen sind auch auslesbar. Darauf wiesen am Samstagnachmittag Holger Marks, Christine Weiß, Julia Skerstrupp und Colin Ochs von der Jugendförderung des Landkreises Marburg-Biedenkopf in Kooperation mit Daniel Witt von der Jugendpflege Stadtallendorf hin und informierten über die Risiken der Internetnutzung.

„Viele Schüler besitzen heute bereits beim Übergang von Grundschule in die weiterführende Schule ein Smart-phone und können damit unbegrenzt ins Interne.“, erläuterte Holger Marks von der Jugendförderung. Eine erste Vorstellungsrunde im großen Saal des Jugendzentrums machte deutlich: Von den teilnehmenden 15 Jugendlichen besitzen 10 ein Smartphone, hatten Filme, Spiele und Apps auf ihr Smartphone geladen, nutzten WhatsApp und waren zum Beispiel über Klassengruppen mit ihren Schulkameraden verbunden und gingen ins Internet. Die meisten Teilnehmer fühlten sich dabei relativ sicher und erklärten, schon einmal ein Foto gemacht und hochgeladen zu haben. Keiner der Jugendlichen hatte eine eigene Facebook-Seite. Aufgeteilt in drei Gruppen ging es dann bei verschiedenen Stationen tiefer in das Thema. Fragen wie welche Bilder darf man hochladen oder wie ein sicheres Passwort aussehen muss, standen im Vordergrund. Zum Abschluss gab es noch zwei Filme über Facebook.

Dass ein schlechtes Passwort in nur wenigen Sekunden geknackt werden kann, verriet Julia Skerstupp den Jugendlichen und erklärte ihnen wie ein gutes Passwort aussehen muss. „Sonderzeichen, Groß- und Kleinschreibung, keine Eigennamen benutzen, Zahlen einfügen und mindestens acht Zeichen verwenden“, rät sie den Schülern.

Warnung vor dem Hochladen von Fotos

Christine Weiß ließ die Jugendlichen ihren eigenen Namen googeln und zeigte ihnen wie Suchmaschinen funktionieren. Colin Ochs machte den Jugendlichen deutlich, dass ein gesendetes Foto aus dem Internet nicht mehr verschwindet. Er warnte davor, Bilder ohne Einwilligung hochzuladen und machte bewusst, dass eine Datenbank Gesichter katalogisiere. Deshalb riet er den Kindern, bei Fotos seitlich in die Kamera zu schauen, um es dem Rechner nicht so einfach zu machen.

Gelernt haben die Teilnehmer am Ende des dreistündigen Workshops eine Menge und sind, wie die 12-jährige Elisa froh, gekommen zu sein. „Ich finde es wichtig, dass man weiß, was alles passieren kann und man richtig reagiert“, erzählt sie.„Ich werde nicht mehr so viele persönliche Sachen verschicken“, erklärte Hannah gegenüber der OP.

von Karin Waldhüter

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