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Kinder klettern, hüpfen und krabbeln

Mitbauprojekt in Wohra Kinder klettern, hüpfen und krabbeln

Hinter den zwei neuen Spiel- und Bewegungslandschaften, die derzeit in der evangelischen Kindertagesstätte „Die Arche“ entstehen, stehen viele fleißige Helfer und ein besonderes pädagogisches Konzept.

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Eltern, Großeltern, Facharbeiter und Erzieherinnen arbeiten an Spiel- und Bewegungslandschaften. Foto: Karin Waldhüter

Wohra. Im Flur der evangelischen Kindertagesstätte stapeln sich Arbeitsmaterialien und es riecht nach frisch geschnittenen Holzplatten. Anstatt fröhlicher Kinderstimmen zerschneiden laute Sägegeräusche die vermeintliche Ruhe. Mama Alexandra Schneider steht auf einer Leiter und begutachtet das eingesetzte Geländer, das aus natürlich gewachsenen Ästen besteht.

Währenddessen arbeitet Opa Konrad Neurath zusammen mit seinem Sohn Ingo weiter an einer der neuen Spielebenen. „Es entsteht keine Standardeinrichtung nach Katalog, sondern es ist ein spezielles Konzept, das nach neuestem pädagogischen Stand für das Haus und die Kinder entwickelt wurde. Es berücksichtigt die Bedürfnisse der Kinder und spricht alle Sinne an“, erläutert Pfarrer Hardy Rheineck.

Seite an Seite arbeiten neben den Mitarbeitern der Fachfirma „Raumholz“ aus Kassel, die sich auf den Ausbau von Kindertagesstätten spezialisiert hat, viele fleißige Eltern, Großeltern, die pädagogischen Fachkräfte der Einrichtung und Mitglieder des Kirchenvorstandes. „Wir schäumen über vor Freude, dass so viele mit anfassen“, erzählt Ulrike Panovsky, Leiterin der Einrichtung. Rund 350 bis 400 Stunden ehrenamtliche Arbeiten werden bis zum Abschluss des Projektes geleistet sein, schätzt die Einrichtungsleiterin. Während der einwöchigen Bauphase entstehen in zwei der insgesamt drei Gruppenräume kreative Spielparadiese, in denen die Kinder nicht nur Rückzugsorte finden, sondern ihren natürlichen Bewegungs- und Spieldrang ausleben und ihre Fähigkeiten beim Hüpfen, Klettern und Kriechen verbessern können.

Eine weitere Besonderheit des Projektes: Nicht nur die Erzieherinnen, auch die Kinder waren in die Ausgestaltung eingebunden. „In Vorgesprächen und während der Bauphase haben wir die Wünsche und Ideen der Kinder berücksichtigt“, berichtet Panovsky.

Ideen und Anregungen konnten aber auch die vielen Helfer während der Arbeiten einbringen. „Das außergewöhnliche Konzept wird so mit Hilfe von Laien improvisiert umgesetzt“, erläutert Wolfgang Spinnler von der Firma Raumholz das Mitbauprojekt. Während der Bauphase versorgt Köchin Heike Möller die Helfer mit vielen Köstlichkeiten aus der Kindergartenküche. Nach Abschluss der Arbeiten laden in der Zwergengruppe ein Bohnenbad, eine Rutsche mit welligem Treppenaufgang und eine erhöhte Spielebene zum Klettern und Erkunden ein. Ab dem 15. Februar werden dort auch Kinder ab einem Jahr betreut.

Anregung kommtaus Hamburg

Seit 1998 betreut „die Arche“ Kinder ab zwei Jahren. Insgesamt 16 Plätze bietet die Kindertagesstätte dann für Kinder unter drei Jahren. Seit rund eineinhalb Jahren sei die Nachfrage für die Betreuung von Kindern ab einem Jahr gestiegen, berichtet Panovsky die zur Vorbereitung vom Oktober 2009 bis Juni 2010 an einer Langzeitfortbildung des Diakonischen Werks teilgenommen hat.

Dort kam sie in Kontakt mit Kindertageseinrichtungen in Hamburg, die von dem Mitbauprojekt berichteten. Besichtigungen der Einrichtungen in Hamburg folgten dann im September 2011 während eines Betriebsausflugs.

Möglich gemacht wurde der Einbau durch die Spende im fünfstelligen Bereich von der Friedhelm-Wilmes-Stiftung aus Wohra. Wenn es die finanziellen Möglichkeiten wieder erlauben, soll ein Umbau des dritten verbliebenen Gruppenraums folgen. Bereits jetzt lädt die Einrichtung zu ihrer Feier anlässlich des 60-jährigen Bestehens am Sonntag 9. Juni ein.

von Karin Waldhüter

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