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„Kind dieser Stadt“ setzt Fokus auf Familien

Bürgermeisterwahl Stadtallendorf „Kind dieser Stadt“ setzt Fokus auf Familien

Die Zahl der Stadtallendorfer Bürgermeisterkandidaten steigt kontinuierlich. Jetzt tritt mit Peter Fuhrmann ein weiterer parteiloser Bewerber an.

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Peter Fuhrmann will zum Bürgermeister von Stadtallendorf gewählt werden.

Quelle: Willi Schuhmacher

Stadtallendorf. Seine Kollegen bei der Polizeistation bezeichneten ihn gerne mal als „Kind dieser Stadt“, schmunzelt Peter Fuhrmann. Stadtallendorf ist seit der Kindheit seine Heimat. Dort will der 35-Jährige Bürgermeister werden. Die erste formale Hürde dafür hat er schon genommen. Innerhalb von zwei Tagen hat Fuhrmann mehr als 100 Unterstützungsunterschriften gesammelt. Die sind bei einem parteilosen Kandidaten notwendig und Teil der Unterlagen, die beim Wahlleiter abzugeben sind. Dass er die Unterstützer, nötig sind eigentlich nur 74, so schnell zusammenbekommt, hat ihn selbst überrascht. „Es klingeln immer noch Leute, die von meiner Kandidatur gehört haben, an meiner Haustür“, freut er sich über diesen ersten Zuspruch.

Es war alles andere als eine Spontanentscheidung, die Peter Fuhrmann zu seiner Kandidatur brachte. „Ich habe mir darüber schon vor Jahren erste Gedanken gemacht, ich bin schon immer ein politisch interessierter Mensch“, sagt der Familienvater. Er selbst beschreibt sich als sehr in Stadtallendorf und seinem Umfeld verwurzelten Menschen. „Es haben mich viele, mit denen ich mich unterhalten habe, animiert, anzutreten“, sagt Fuhrmann. Dass er dabei als Parteiloser antritt, versteht sich für ihn von selbst. „Als Bürgermeister sollte ich neutral und an keine Partei gebunden sein“, so seine Haltung.

Als Polizeibeamter ist er zugleich zum Diplom-Verwaltungswirt ausgebildet worden. Zunächst war er in Frankfurt, in der Wache am Hauptbahnhof eingesetzt, bevor er 2010 in seine Heimatstadt Stadtallendorf versetzt wurde. Er lebt mit seiner Familie in einem Haus in de Haartsiedlung.

Zu einigen Themen hat Peter Fuhrmann sich schon Positionen erarbeitet. Ganz vorne auf seiner Agenda steht der Komplex „Familie und Kinder“. Der verheiratete Vater von drei Kindern im Alter zwischen 1 und 7 Jahren ist häufig auf die jüngste Kindergartengebühren-Erhöhung angesprochen worden. Dass das Engagement einer Elterninitiative überhaupt keine Wirkung gezeigt habe, hat die Bürger enttäuscht. „Und wenn schon Gebühren erhöht werden, dann sollte auch in Kindergärten und Angebote investiert werden, aber das geschieht nicht“, nennt er einen weiteren Punkt, den er als Bürgermeister ändern möchte - wohlwissend, dass das Stadtparlament beim Thema Geld das letzte Wort ­hätte.

Fuhrmann will Sicherheitskonzept ändern

Noch ein Punkt mit Blick auf die Jugendlichen liegt ihm am Herzen: Peter Fuhrmann würdigt im Gespräch mit der OP den Einsatz der Stadtjugendpflege, insbesondere auch von Sozialarbeiter und Streetworker Sebastian Habura. „Ich bin der Ansicht, dass wir in dieser Richtung noch mehr als jetzt tun müssen, eben weil es positive Wirkung hat“, sagt er.

Ein weiterer Programmpunkt Fuhrmanns ist mit dem Stichwort „Sicherheit“ überschrieben. Aus seiner Berufserfahrung als Polizeibeamter, er ist stellvertretender Dienstgruppenleiter, sieht Fuhrmann Handlungsbedarf im Heinz-Lang-Park. Viele Bürger fühlten sich trotz aller Bemühungen von Stadtverwaltung und Polizei dort nicht sicher genug. „Und deshalb brauchen wir ein Konzept, wie wir das ändern“, sagt er.

Unter dem Punkt „Sicherheit“ summiert der Bürgermeisterkandidat auch die Feuerwehren. Für sie will er sich ebenfalls einsetzen, ihre Ausstattung hätte für ihn eine hohe Priorität.

Ein weiterer Punkt auf dem Programm ist das Stichwort Wohnraum. Für ihn ebenfalls ein Punkt, der Vorrang genießen soll, wenn er denn nach der Wahl Rathauschef sein sollte. „Ich glaube, dass sich im Gespräch mit den Wohnungsbaugesellschaften noch einiges mehr erreichen ließe als bisher“, so seine Kernaussage. Wobei für ihn die Bezahlbarkeit von Wohnraum wichtig ist. Ein zusätzliches Augenmerk liegt auf altersgerechten Wohnungen, auch dort sieht Peter Fuhrmann Defizite in Stadtallendorf. Für die Stadtteile denkt Fuhrmann an eine veränderte Budgetregelung für die Ortsbeiräte. „Sie wissen am ehesten, wo schnell etwas geschehen muss“, begründet er. Peter Fuhrmann freut sich auf die nächsten Monate, in denen er sich dem Wahlkampf stellen will. Seine Frau Agnes, die Familie und Freunde tragen ihn mit. Wahrscheinlich an diesem Wochenende startet er seine eigene Internetseite peter-fuhrmann-stadtallendorf.de.

Die Bürgermeisterwahl

Neben Fuhrman n haben Amtsinhaber Christian Somogyi (SPD), Jürgen Berkei (CDU), Manfred Thierau (Bürgerunion Stadtallendorf) und Mubarik Sabir ihre Kandidatur angekündigt beziehungsweise schon ihre Unterlagen bei der Wahlleitung eingereicht. In Stadtallendorf findet der erste Wahlgang am 24. September statt. Eine mögliche Stichwahl soll am 22. Oktober stattfinden.

Noch ist reichlich Zeit für weitere Kandidaten: Bewerbungsschluss für die Bürgermeisterwahl ist am 17. Juli, 18 Uhr. Somogyis Amtszeit endet am 14. März 2018.

von Michael Rinde

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