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Kieswerk wartet auf die Genehmigung

Niederwald Kieswerk wartet auf die Genehmigung

Ein Gutachten über die Standsicherheit eines Deiches des Ohm-Rückhaltebeckens bei Niederwald hat entscheidende Bedeutung für den weiteren Kiesabbau.

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Das Kieswerk Herrmann baut seit rund 40 Jahren Kies in der Gemarkung ab. Archivfoto: Thorsten Richter

Quelle: Thorsten Richter

Kirchhain. Das Kieswerk Herrmann hat seine Produktion bereits drosseln müssen, um zumindest für weitere zwei Jahre noch genügend Material für den Kiesabbau zu haben. Eigentlich hat das Kieswerk eine Kapazität von 380000 bis 400000 Tonnen pro Jahr. Aktuell werden zwischen 280000 und 300000 Tonnen abgebaut. Diese Zahlen nannte Projektleiter Thilo Orgis vom Kieswerk-Betreiber Cemex gegenüber dieserZeitung.

Der Grund für die Drossselung: Niemand kann derzeit vorhersagen, ob und wann es durch die Fachbehörde, das Dezernat für Bergaufsicht beim Regierungspräsidium Gießen, eine Genehmigung für die beantragten neuen Abbauflächen geben wird. Das erklärte RP-Sprecherin Ina Velte auf Anfrage dieser Zeitung.

Der Genehmigungsantrag des seit 40 Jahren in der Region ansässigen Unternehmens liegt inzwischen mehr als zweieinhalb Jahre zurück. Seinerzeit hatte das Kieswerk mit einem unproblematischen Verfahren gerechnet, wie Orgis erläutert. Entsprechende Signale hätten sämtliche Fachbehörden gesendet. Doch eine Änderung brachte wohl eine möglicherweise entscheidende Änderung. Zwischenzeitlich hat sich die maximal erlaubte Einstauhöhe für das Ohm-Rückhaltebecken verändert. Bei einem Volleinstau müssten die Deiche zwangsläufig einem höheren Druck bei extremem Hochwasser standhalten. Ob sich das mit einem Kiesabbau in Nachbarschaft zu Deichanlagen vereinbaren ließe, sollte als Konsequenz aus der veränderten Situation ein Gutachter ermitteln.

Der beauftragte Experte hat sein Gutachten Anfang Juni vorgelegt, derzeit sind verschiedene Behörden mit der Bewertung beschäftigt. Das sind neben der Bergaufsicht auch die Talsperren-Aufsicht und das Hessische Landesamt für Umwelt und Geologie. Wie lange dieses Sichten dauert, vermag die RP-Sprecherin derzeit nicht einzuschätzen. Zu den Ergebnissen des Gutachtens gibt es angesichts des laufenden Verfahrens noch keine Aussage. Eines jedenfalls kann Projektleiter Orgis ausschließen: Dass sich das Unternehmen am Ende doch noch entscheidet, neue Abbauflächen in Richtung Niederwald zu beantragen. „Ein solches Verfahren dauert mehrere Jahre“, begründet Orgis. Damit zerstreut er Befürchtungen, die in der Niederwälder Bevölkerung bereits laut geworden sind. Und diese Zeit hat das Unternehmen, das derzeit sechs Mitarbeiter beschäftigt, inzwischen wohl trotz Produktions-Drosselung nicht mehr. Auch eine zeitweise Stilllegung des Werkes bis eine Lösung gefunden wäre, ist für das Unternehmen keine Option. „Steht der Abbau einmal, wäre das Unternehmen wohl erledigt“, befürchtet Thilo Orgis. Ursprünglich hatte das Kieswerk Herrmann tatsächlich vorgehabt, sein Abbaugebiet in Richtung des Ortes auszudehnen.

Doch angesichts der Aussicht auf ein positives Genehmigungs-Verfahren bei den Flächen in der Gemarkung „Eichholz“ hatte sich das Unternehmen dann anders orientiert. „Das haben wir seinerzeit auch mit Rücksicht auf die Bedenken in der Niederwälder Bevölkerung gemacht“, blickt der Cemex-Projektleiter zurück.

von Michael Rinde

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