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Kernstadt bekommt drei Pfarrbezirke

Stadtallendorf Kernstadt bekommt drei Pfarrbezirke

Seit Juli 2014 ist die zweite Pfarrstelle in der evangelischen Kirchengemeinde Stadtallendorf unbesetzt, im Kirchspiel Erksdorf/Speckswinkel ist die Stelle seit Januar 2014 „vakant“. Beides ändert sich.

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Die Stadtkirche werden sich in nicht allzu ferner Zukunft bis zu drei Pfarrer teilen.

Quelle: Michael Rinde

Stadtallendorf. Ein einjähriger Diskussionsprozess in den evangelischen Kirchengemeinden in und rund um Stadtallendorf hat ein offenbar gutes Ende gefunden. Aktuell ist die seit dem Weggang von Pfarrerin Stefanie Busch unbesetzte zweite Pfarrstelle im Amtsblatt der Landeskirche ausgeschrieben. Und für die Pfarrstelle im Kirchspiel Erksdorf/Speckswinkel soll das nun auch bald passieren, möglichst noch in der nächsten Amtsblatt-Ausgabe. Dies berichtet Hermann Köhler, Dekan des Kirchenkreises Kirchhain. Während es im Kirchspiel Erksdorf/Speckswinkel mit Pfarrer Michael Fenner eine feste „Vakanzvertretung“ gab, halfen in Stadtallendorf Pfarrer aus den umliegenden Gemeinden im Wechsel aus.

Verschiedene Varianten wurden diskutiert

In den vergangenen zwölf Monaten hat es einen Diskussionsprozess zwischen Gemeindevorständen, Dekan und Landeskirche über eine engere Zusammenarbeit und Verzahnung gegeben. Auch Überlegungen, beispielsweise die Speckswinkler Gemeinde an Neustadt anzubinden, wurden diskutiert und inzwischen auch wieder abgehakt. Enger zusammenrücken werden das Kirchspiel und die Gemeinde der Stadtallendorfer Kernstadt personell aber doch. Der künftige Pfarrer oder die Pfarrerin des Kirchspiels Erksdorf/Speckswinkel wird dem drei Viertel seiner Stelle widmen. Die weiteren 25 Prozent fallen der Stadtallendorfer Kernstadt zu. Dort entsteht ein dritter, kleinerer Pfarrbezirk. Er wird die Seelsorge für die beiden Altenheime und Teile des „Wasag“-Gebietes umfassen, wie Pfarrer Thomas Peters erläutert. „Es war schon lange klar, dass zwei Bezirke in Stadtallendorf nicht reichen“, sagt Dekan Köhler. Till Anders Follmann, der frühere Pfarrer des Kirchspiels Erksdorf/Speckwinkel, hatte seine Stelle ebenfalls geteilt, ein Viertel der Stelle war dabei für Religionsunterricht an Grundschulen verplant. Es gebe aber derzeit genügend Lehrkräfte, so dass dies nicht mehr nötig sei, erläutert Köhler die Gründe für die jetzigen Änderungen.

Künftig werden sich auch die Pfarrer der Stadtallendorfer Kernstadt und des Kirchspiels untereinander bei den Gottesdiensten in den verschiedenen Gemeinden abwechseln. Auch das dient laut Köhler wie auch Peters dem besseren Zusammenspiel.

"Kooperationsräume" sollen entstehen

Eine engere inhaltliche Zusammenarbeit der Gemeinden untereinander ist auf alle Fälle erwünscht. Im Winter wird die Landeskirche Kurhessen-Wal-deck über „Kooperationsräume“ befinden. „Ein solcher Kooperationsraum ist unabhängig von der Zahl und Verteilung der Pfarrstellen“, betont Dekan Köhler. Er nennt Beispiele für die Wirkung von Kooperationsräumen: So wäre gemeinsamer Konfirmandenunterricht denkbar, wenn in einer Gemeinde die Gruppe zu klein wird. Auch Vertretungsregelungen bei Pfarrern ließen sich untereinander anders organisieren. Ob aber überhaupt im Ostkreis ein solcher Kooperationsraum entsteht, ist noch offen. Pfarrer Thomas Peters freut sich sehr, dass die zweite Pfarrstelle jetzt wiederbesetzt werden wird. Im Augenblick sucht der Kirchenvorstand bereits ein Quartier für den künftigen Pfarrer in Stadtallendorf. Das zweite Pfarrhaus an der ehemaligen Herrenwaldkirche steht ja nicht mehr zur Verfügung. Im Rückblick bewertet Dekan Hermann Köhler den Diskussionsprozess zwischen den Gemeinden über eine künftige Kooperation positiv: „Es sind Ergebnisse dabei herausgekommen, die alle zufriedenstellen.“ Ein externer Berater hatte den Prozess begleitet. Über die Vergabe der zweiten Pfarrstelle in Stadtallendorf entscheidet der Kirchenvorstand. Im Falle des Kirchspiels Erksdorf/Speckswinkel liegt die Entscheidung am Ende beim Bischof. Bis zum Herbst oder spätestens zum Winter erwartet Köhler eine Besetzung.

von Michael Rinde

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