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Kentern ist willkommene Erfrischung

Segelcamp Kentern ist willkommene Erfrischung

Treiben lassen, wenden, manchmal auch kentern: Beim Segelcamp des TSV Kirchhain auf dem Niederwälder See testen Kinder drei Tage lang ihre eigenen Grenzen sowie die ihrer Boote aus.

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Kinder zwischen 6 und 14 Jahren bevölkerten mit ihren Booten den Niederwälder See.

Quelle: Peter Gassner

Niederwald. Die Sonne strahlt auf den Niederwälder See herunter - pünktlich zum Segelcamp des TSV Kirchhain ist sie da. Überall auf dem Wasser treiben Boote, gesteuert von Kindern im Alter von 6 bis 14 Jahren. Rund die Hälfte von ihnen ist noch nie zuvor gesegelt, doch die Manöver gelingen bereits erstaunlich gut. Stundenlanges Training auf dem Wasser zeigt bereits seine Wirkung.

Bereits am zweiten Tag des dreitägigen Segelcamps sind sie selbstständig in der Lage, die kleinen Boote zu führen. Geht doch einmal etwas schief, sind Helfer aus dem Verein schnell mit ihren Motorbooten zur Stelle - doch kentert tatsächlich einmal eine der Jollen, ist es zumeist Absicht. Kentern ohne dabei nass zu werden, ist für viele der jungen Segler an diesem Tag eine besondere Herausforderung. Ein Bad im kühlen Nass ist bei Temperaturen um die 30 Grad Celsius allerdings auch willkommen.

Kalt sei es nur in der Nacht im Zelt ein wenig gewesen, berichtet der kleine Yannic. Doch das ist schon alles, was ihm an Negativem einfällt. Die drei Tage Camp mit zwei Übernachtungen stellen ein kleines Abenteuer dar, zudem sei es schön, viel draußen und am Wasser zu sein - und nach nur kurzer Zeit sogar selbst schon ein Boot steuern zu dürfen, sagt Yannic. Auf dem größeren Katamaran hingegen kann er sich zurücklehnen und andere die Arbeit machen lassen.

„Segelcamp war immer ein Highlight in den Ferien“

Diese übernehmen Kim (17) und Silva (18), zwei der zahlreichen Helfer auf dem Wasser und draußen an Land. Die beiden Vereinsmitglieder des TSV Kirchhain bringen den Kindern das Segeln bei und betreuen sie über die gesamten Tage von Montag bis Mittwoch. Dabei hat Kim selbst noch gute Erinnerungen an ihre Camp-Teilnahmen als Kind. „Es war immer ein Highlight in den Ferien“, erinnert sie sich.

Bereits mit fünf Jahren begann sie mit dem Segeln, fährt heute hessenweit bei Regatten mit. „Am tollsten ist das Segeln, wenn viel Wind da ist und man den Sport so richtig ausleben kann. Es gleicht dann einem Spiel: Von wo kommt der Wind, und wie kann ich ihn am besten ausreizen“, erzählt sie. Doch es muss nicht immer nur Action sein: „Manchmal ist es auch schön, sich nach einem anstrengenden Tag auf das Boot zu setzen und einfach ein bisschen zu entspannen“, ergänzt Silva.

Ideale Windverhältnisse bringen fünf bis sechs Stunden Spaß

Insofern seien die Windverhältnisse an diesen Tagen ideal. „Die Sonne scheint und der Wind ist angenehm für Kinder - nicht zu stark und nicht zu schwach - so können sie die Grenzen ihrer Boote ausreizen und Spaß haben“, fasst Kim zusammen. Rund fünf bis sechs Stunden pro Tag verbringen die Kinder insgesamt auf dem See.

Der ein oder andere kommt dabei möglicherweise auf den Geschmack und kommt auch außerhalb des Camps noch einmal an den Niederwälder See zurück. „Die Vereine kämpfen heute ja alle um Nachwuchs“, sagt Organisator Thorsten Löffler, den die Kinder alle nur „Käpt‘n Toto“ nennen. „Von daher ist das Camp für uns natürlich immer auch eine gute Möglichkeit, neue Mitglieder zu gewinnen“.

von Peter Gassner

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