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Keine Beteiligung am Roßdorfer Windpark

Investition Keine Beteiligung am Roßdorfer Windpark

Der Roßdorfer Windpark befindet sich derzeit im Bau. Bei den Verhandlungen über den Kauf sind die Stadt Amöneburg und ihre Mitstreiter aus der Region nun jedoch raus.

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Die Stadt Amöneburg beteiligt sich nicht am derzeit im Bau befindlichen Windpark Roßdorf, dessen Räder sich Ende des Jahres drehen sollen.

Quelle: Archivfoto

Amöneburg. „Für uns rechnet es sich einfach nicht.“ Kurz aber prägnant lautet das Urteil von Amöneburgs Bürgermeister Michael Richter-Plettenberg und dem Cölber Rathauschef Volker Carle. Viele Monate hatten die beiden über eine Beteiligung ihrer Kommunen an dem Roßdorfer Windpark nachgedacht und Verhandlungen mit Projektierer Juwi geführt. Nun haben sie entschieden: Das wirtschaftliche Risiko wäre zu groß.

Projektierer verweist auf „Kampfpreis“-Angebot

Die ursprünglich ebenfalls interessierten Stadtwerke Marburg und die Energiegenossenschaft Marburg-Biedenkopf waren bereits früher abgesprungen, wie Richter-Plettenberg berichtet.

Der Projektierer habe Cölbe und Amöneburg ein gutes Angebot für ein kommunales Windrad gemacht, erklärt er. Juwi selbst habe von einem „Kampfpreis“ gesprochen und sei sogar bereit gewesen, einen Sparbrief zu finanzieren, der eine Beteiligung der Bürger ermöglicht hätte. Die extra zurate gezogenen Experten hätten den Gemeinden aber aus betriebswirtschaftlicher Sicht von einem Kauf abgeraten. Kommunen seien jedoch nicht in der Lage, angesichts ihrer Sicherheitsüberlegungen einen marktgerechten Preis zu zahlen. „Die notwendigerweise eher konservative Betrachtung aus kommunaler Sicht führte dazu, dass über die Dauer von 20 Jahren kein ausreichend hoher Jahresüberschuss zu erwarten wäre, um zu jeder Zeit des Betriebs eine angemessene Verzinsung des von den Kommunen eingebrachten Kapitals sicherzustellen“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Kritik an Projektierer

„Für uns als Kommune gelten besondere wirtschaftliche Ansprüche. Zudem müssen wir besondere Vorsicht an den Tag legen. Eine Minirendite reicht einfach nicht“, erläutert Amöneburgs Bürgermeister und übt in diesem Zusammenhang Kritik an der Bundesregierung: Diese habe die dezentrale Energiewende nur zögerlich vorangetrieben, was Investoren und Projektierer verunsichert hätte. Aber auch Juwi nimmt er nicht von der Kritik aus: „Ich finde, dass Juwi mit dem angegebenen Angebot aus dem Jahr 2012 nicht gerecht wurde.“ Damals habe der Projektierer vorgehabt, selbst auch als Betreiber des Windparks zu fungieren - zumindest teilweise. Seitdem der Mannheimer Energieversorger MVV 50,1 Prozent der Juwi AG übernahm, habe sich die Einstellung geändert. Inzwischen sei nur noch ein Verkauf interessant.

Carle betont, dass ein Kauf unter dem Aspekt der Teilhabe von Kommunen und Bürgern an der Energiewende attraktiv gewesen wäre - dass dies aber im Sinne einer dezentralen Energieerzeugung nicht mehr nötig sei.

Bürgermeister verteilt Seitenhieb

Auch Richter-Plettenberg sieht eher die positive Seite: Auch ohne kommunale Beteiligung sei der Windpark in wirtschaftlicher Hinsicht „ein Riesengewinn“. Aus Pachterlösen, Konzessionen und der Gewerbesteuer rechnet er in den ersten 20 Betriebsjahren mit gut drei Millionen Euro, die in die Stadtkasse Amöneburgs geweht werden: „Wenn die Anlagen danach abgeschrieben sind und weiterlaufen, werden die Gewerbesteuereinnahmen noch einmal rasant steigen.“

Insgesamt sei es die richtige Entscheidung gewesen, mit einem privaten Investor zu kooperieren, sagt Richter-Plettenberg und verteilt noch einen Seitenhieb: Selbst zu projektieren, wie es die Energiegenossenschaft Marburg-Biedenkopf derzeit in Stadtallendorf plane, erscheine zwar als der einzige Weg, um Windparks zu echten Bürgerbeteiligungsprojekten zu machen. Es sei aber nicht der Königsweg, da viele Risiken darin steckten und beim Scheitern eine Menge Geld verloren gehen könne.

von Florian Lerchbacher

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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