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Kein Gräberfeld für Muslime

Kirchhain Kein Gräberfeld für Muslime

In Stadtallendorf gibt es seit 2003 ein Gräberfeld für Muslime, in Neustadt wird eines entstehen. In Kirchhain gab es in der Vergangenheit eine muslimische Bestattung.

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Kirchhainer Muslime können sich auf Wunsch auf dem Stadtfriedhof beerdigen lassen. Ein eigenes Gräberfeld erhalten sie mangels Nachfrage vorerst nicht. Foto: Alfons Wieber

Kirchhain. Ein eigenes muslimisches Gräberfeld wird es auf dem Friedhof der Stadt Kirchhain vorläufig nicht geben. Anders als in Neustadt, wo die Stadtverordnetenversammlung kürzlich einem entsprechenden Antrag der dortigen türkisch-muslimischen Gemeinde zugestimmt hatte, sieht die Stadt Kirchhain derzeit dafür keinen Bedarf. Eine entsprechende Anfrage von Reinhard Heck (Die Linke) beantwortete Bürgermeister Jochen Kirchner bei der jüngsten Stadtverordnetenversammlung. Laut Kirchner liegen der Stadt bisher noch keine entsprechenden Anfragen oder Anträge vor. Die letzte Beisetzung nach muslimischem Zeremoniell gab es in Kirchhain im Jahr 2004. Dabei war der Sarg, wie bei Muslimen üblich, in Richtung Mekka beigesetzt worden. „Normalerweise wird durch die Muslime eine Versicherung abgeschlossen, die alle Kosten für die Überführung und die Beerdigung im Heimatland abdeckt“, stellte Kirchner fest.

Trotzdem hätten alle Muslime die Möglichkeit und das Recht sich auf dem städtischen Friedhof der Stadt beerdigen zu lassen. Auf Grund fehlender Nachfrage bestehe derzeit kein Bedarf für die Anlage eines separaten Feldes auf dem Friedhof der Stadt. Dies war auch das Ergebnis von Gesprächen mit dem Türkisch-islamischen Kulturverein und dem Imam Hakan Bozburun. Für die rituell vorgesehene Totenwaschung hat die Stadt der muslimischen Gemeinde einen Raum zur Verfügung gestellt, verbunden mit einem geringen Geldbetrag, um diesen in Eigenleistung herstellen zu können. Beides ist aber mit Blick auf den Umzug des türkisch-islamischen Kulturvereins in die neuen Räumlichkeiten in der Niederrheinischen Straße bisher nicht in Anspruch genommen worden. In Neustadt will die Kommune dafür ein eigenes Gräberfeld mit zunächst bis zu 15 Gräbern einrichten (die OP berichtete).

Anfangs rechnet die Stadt Neustadt mit maximal zwei Beerdigungen pro Jahr auf diesem Feld, da sich auch in Neustadt die ältere Generation der türkischen Mitbürger noch weitgehend in die Heimat überführen lässt.

von Alfons Wieber

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