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Kampf mit Emotionen und ums Geld

Leerstandsmanagement Kampf mit Emotionen und ums Geld

Seit mehreren Jahren betreiben die Städte Rauschenberg, Stadtallendorf und Kirchhain ein gemeinsames Leerstandsmanagement, finanziert durch ein Förderprogramm.

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Für leerstehende Gebäude in der historischen Kernstadt gibt es ein Beratungs- und Hilfsangebot. Foto: Thorsten Richter

Quelle: Thorsten Richter

Rauschenberg. Das Programm Stadtumbau in Hessen machte es möglich, dass die drei Ostkreis-Städte gemeinsam das Büro Dr. Buchenauer beauftragen konnten, um den Leerstands-Problemen zu begegnen (diese Zeitung berichtete). Am Montagabend gab Dr. Renate Buchenauer den Rauschenberger Stadtverordneten einen Überblick über die Situation. In Rauschenberg werden Gebäude in der historischen Kernstadt von dem Programm erfasst.

Von den 140 leerstehenden Gebäuden in den drei Städten wurden seinerzeit 30 ausgesucht, mit denen sich das Fachbüro aus Marburg intensiver beschäftigt. Dr. Buchenauer machte am Montagabend klar, wie komplex der Kampf gegen Leerstände aus ihrer Sicht in allen drei Kommunen ist und bleibt. „Wir haben es teilweise mit komplexen Eigentumsverhältnissen zu tun, aber auch mit Besitzern, die nicht verkaufen wollen“, gab Buchenauer Einblicke.

Die Expertin schilderte Erfolge wie Misserfolge in allen Kommunen. In Rauschenberg etwa gibt es das Gebäude Marktstraße 15. Es gehört dem Land. Das Problem bei der Vermarktung ist der Zuschnitt. Es ist länglich, was die Wohnqualität einschränkt. Das Büro hat für potenzielle Käufer Umbauvorschläge erarbeitet, die auch schon in groben Zügen mit dem Landesamt für Denkmalpflege wie dem Bauamt des Kreises abgestimmt wurden. Eigentlich wäre das Haus für wenige tausend Euro zu haben. Doch wer es kauft, wird noch investieren müssen. Als ein positives Beispiel beschrieb Buchenauer den Verkauf des Hauses in der Marktstraße 21. Dessen neuer Eigentümer hat offenbar nach entsprechender Beratung und Abstimmung mit den Fachbehörden schon viel bewegt und profitiert dabei auch von Zuschussmöglichkeiten, etwa von der Denkmalpflege. Für ein anderes Rauschenberger Gebäude, das Buchenauer mitbetreut, gibt es ein Konzept, um es barrierefrei zu machen, etwa durch Einbau eines Aufzugs. Doch auch dort mangelt es an Käufern.

Das Büro Dr. Buchenauer arbeitet mit der Initiativgruppe zusammen, die sich in Rauschenberg gebildet hat. Bei verschiedenen Veranstaltungen wurde das Leerstandsmanagement präsentiert. Dabei kam Buchenauer auch mit Eigentümern leerer Gebäude ins Gespräch. „Für viele ist der Leerstand von ihren Häusern ein sehr emotionales Thema“, schildert Buchenauer Gesprächssituationen.

Buchenauer warb dafür, dass sich die Stadt weiter für den Kampf gegen Leerstand engagiert, zumal das Beratungsangebot ihres Büro auch weiterläuft. Beispielsweise schlägt Buchenauer vor, dass die Stadt die Dokumentationen, die es zu den leerstehenden Gebäuden gibt, auf ihrer Homepage veröffentlicht.

Lob für Stadtallendorfer Förderprogramm

Während ihrer Präsentation ging Buchenauer auch kurz auf Objekte in den anderen beiden Städten ein. In Schweinsberg etwa gibt es ein Konzept für das frühere Gasthaus Römer am Marktplatz. Dort rechnet Buchenauer demnächst mit einer Abbruchgenehmigung. Danach wolle die Stadt über einen städtebaulichen Wettbewerb eine Neugestaltung der Flächen rund um den Markt auf den Weg bringen. Einen positiven Effekt schreibt die Fachfrau dem Förderprogramm der Stadt Stadtallendorf zu. Das habe bei einigen Projekten Verkauf und Sanierungen beschleunigt. In Langenstein gibt es diverse Gebäude, mit denen sich das Büro befasst. Bei zwei Objekten hatte Buchenauer einen Abriss vorgeschlagen, um ein Areal neu zu gestalten. Doch das scheiterte.

Ein Problem beim Verkauf von leerstehenden Gebäuden ist generell derzeit auch der entspannte Immobilienmarkt.

„Wir werden wohl noch viele Idealisten brauchen“, bemerkte Stadtverordnetenvorsteher Norbert Ruhl.

von Michael Rinde

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