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Kampf gegen "Rennstrecke"

Roßdorf Kampf gegen "Rennstrecke"

Vier Stunden lang kontrollierte die Stadt Amöneburg am Ortsausgang von Roßdorf in Richtung Schröck am vergangenen Freitag die Geschwindigkeit vorbeifahrender Fahrzeuge.

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Dieses Fahrzeug passierte die Messstelle am Ortseingang von Roßdorf problemlos. Foto: Michael Rinde

Amöneburg. Einige Anlieger freute es am Freitagnachmittag sehr, Lichtschranke und Blitzer am Fahrbahnrand stehen zu setzen. Immer wieder blinkte es kurz, wenn die Messanlage wieder einen Geschwindigkeitsverstoß registrierte und den Blitzer auslöste.

Ausnahmsweise hatte sich die Stadtverwaltung entschieden, unmittelbar am Ortsschild bereits zu blitzen. „Wir haben diese Schamgrenze bewusst verletzt, weil wir genaue Daten brauchen“, sagte Amöneburgs Bürgermeister Michael Richter-Plettenberg beim Ortstermin. Es habe sich gezeigt, dass sich diese Straße immer mehr zu einer Rennstrecke entwickele.

Mit diesen Daten will die Stadt versuchen nachzuweisen, dass auf der Straße häufig zu schnell gefahren wird. Dann ließen sich auch bauliche Veränderungen, beispielsweise eine Fahrbahnverengung durchsetzen.

Anlass für die städtische Kontrollaktion waren zwei bei Verkehrsunfällen verletzte Kinder auf jener Straße. Georg Willems, Anlieger wie auch Vater eines bei einem Unfall verletzten Kindes, war bei der Messaktion am Freitag dabei. Offenbar hatten zahlreiche Autofahrer Lichtschranke und Kamera früh genug gesehen. „Denn so ruhig wie heute geht es hier ansonsten nicht zu“, merkte Willems an. Er sei froh, dass die Stadt gleich auf die Ereignisse reagiert habe und sich um das Problem kümmere.

Andere Anlieger berichteten von teilweise haarsträubend gefährlichen Szenen, wenn Kinder versuchten, über die Straße zu gelangen. Mancher Autofahrer gebe schon an der nahe dem Ortsausgang gelegenen Kreuzung „so richtig Gas“, lautete ein Statement. Offenbar vergäßen viele Autofahrer, dass sie sich noch innerhalb eines Ortes befänden.

Bei der Geschwindigkeitsmessung setzt die Stadt Amöneburg bereits seit langem auf ein privates Unternehmen. Mit im Messfahrzeug sitzt aber auch immer Birgit Gruß, Hilfspolizeibeamtin der Stadt. Von 13 bis 17 Uhr seien 990 Fahrzeuge auf der Strecke von der Anlage gezählt worden. Bei 84 davon blitzte es am Freitag, sie überschritten die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 50 Stundenkilometern. Allein während der ersten Stunde der Messungen waren 30 Fahrzeuge eindeutig zu schnell unterwegs.

Spitzenreiter war ein Fahrzeug, bei dem 72 Stundenkilometer gemessen wurden.

von Michael Rinde

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