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Kampf den Leerständen geht weiter

Beratungsschecks Kampf den Leerständen geht weiter

Mit 3500 Euro will die Stadt Menschen hinterm Ofen hervorlocken, die denkmalgeschützte Gebäude leerstehen lassen. Ziel ist, dass diese sich um die Wiederbelebung ihres Eigentums kümmern.

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Förderfähig sollen Gebäude sein, die dem Ensembleschutz unterliegen oder vor 1960 gebaut wurden.Archivfoto: Thorsten Richter

Quelle: Thorsten Richter

Amöneburg. Ende des vergangenen Jahres lief das Amöneburger „Programm zur Förderung der Altortslage“ aus. „Die Steuerungswirkung war nicht so erfolgreich wie erhofft“, gibt Bürgermeister Michael Plettenberg zu und erklärt: „Die Investitionen, die wir unterstützten, wären auch so gekommen.“

Ziel der Stadt ist es jedoch, Eigentümern einen Anreiz zu geben, aktiv zu werden und sich aufgrund der Unterstützung durch die Kommune um ihre leerstehenden Gebäude und deren Zukunft zu kümmern. „Wir möchten Impulse geben und Eigentümer dazu bewegen, sich mit ihren Objekten zu befassen“, sagt der Rathauschef.

Entsprechend möchte er über die neue Förderrichtlinie eine Art „Beratungsscheck“ zur Verfügung stellen, die variabel einsetzbar sein sollen. Zum Beispiel für Architekten, die Sanierungsvorschläge machen könnten, oder für Dienstleister, die neue Nutzungsperspektiven aufzeigen. Eine andere Möglichkeit wäre, die Unterstützung für die rechtliche Klärung der Besitzverhältnisse zu nutzen - die oftmals nach dem Tod von Eigentümern bei Erbengemeinschaften auftreten. „Das Ergebnis der Beratung müsste dann öffentlich kommuniziert werden - es sei denn, die Eigentümer wollen die Pläne selber umsetzen und den Leerstand bekämpfen“, erläutert Plettenberg.

Förderfähig wären Gebäude in den Gebieten der Stadtteile, die in den denkmalgeschützten Kernbereichen dem Ensembleschutz unterliegen oder die als Einzelkulturdenkmäler gelten. Ansonsten müssen die Gebäude, so ist es in der neuen Richtlinie festgeschrieben, vor dem 1. Januar 1960 errichtet worden sein - oder bereits vom Leerstand betroffen oder davon bedroht sein.

2500 Euro hatten Plettenberg und der Magistrat als Förderung vorgeschlagen - die Vertreter der Fraktionen im Haupt- und Finanzausschuss befanden dies als zu wenig. „Lieber nur eine Förderung, dann aber richtig“, kommentierte CDU-Fraktionsvorsitzender Jan-Gernot Wichert und schlug 5000 Euro vor. „Ein potenzieller Nutznießer sollte auch etwas beisteuern“, warf FWG-Vorsitzender Stefan Lauer ein und sprach sich für einen Mittelweg aus, was auch die SPD unterstützte: „Das bringt wenigstens Bewegung rein“, sagte Sefa Elmaci, woraufhin Fraktionsvorsitzender Winfried Kaul hinzufügte: „Vielen Eigentümern ist es egal, was sie den Orten antun, wenn sie die Häuser verkommen lassen. Daher müssen wir aktiv für Initialzündungen sorgen.“

Der Magistrat entscheidet

Letztendlich einigten sich die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses auf Beratungsschecks im Wert von maximal 3500 Euro, die Eigentümer zur Verfügung gestellt bekommen. Die Entscheidung, ob eine Förderung in Frage kommt, trifft der Magistrat. Maximal will die Stadt jährlich 10000 Euro zur Verfügung stellen. Die Richtlinie soll zum 1. Januar 2017 in Kraft treten. Ob sie tatsächlich kommt, entscheiden am Montagabend die Stadtverordneten in ihrer Sitzung, die um 18 Uhr im Bürgerhaus Mardorf beginnt. Dann steht auch die Verabschiedung des Haushalts 2017 auf der Tagesordnung.

von Florian Lerchbacher

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