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Junge Menschen und alte Traditionen

Ostereiermarkt Junge Menschen und alte Traditionen

Der Ostereiermarkt rückt näher, und auch die Schüler der St.-Martin-Schule Mardorf wirken kräftig an dessen Gestaltung mit. So erwiesen sich die Kinder nun als talentierte Nachwuchsbäcker.

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Manfred Linne hilft Jannis und Mika beim Flechten der Zöpfe.

Quelle: Yanik Schick

Mardorf. Das Klassenzimmer haben Manfred Linne und die Schüler der 3a schnell zur Backstube umfunktioniert. In der Mitte haben sie die Tische zusammengeschoben, alle Stühle kommen zur Seite. „Die werden wir in der nächsten Zeit nicht brauchen“, sagt Bäckermeister Linne motiviert. Am frühen Morgen hat er bereits 15 Kilogramm Hefe-Quarkteig zusammengerührt. Jedes Kind bekommt nun ein kleines Stück davon zum Kneten in die Hand.

Knapp 100 Leckereien werden gebacken

Zuallererst zeigt Linne den Schülern, wie eine handelsübliche Brezel geformt wird: den Teigklumpen zu einer langen Wurst rollen, danach wie ein Hufeisen vor sich ausrichten, beide Enden übereinanderlegen, einmal verdrehen und wieder auf der oberen Seite der Teigwurst anbringen. Gar nicht so einfach, aber mit der Unterstützung des Bäckermeisters sowie der Helferin Martina Rhein bekommt jeder Schüler seine eigene Brezel.

„Heute Nacht war ich noch ziemlich nervös und habe mich gefragt, ob das klappt“, erzählt Manfred Linne, „aber es ist wunderbar mit den Kindern und macht richtig Spaß.“ In weiteren Durchgängen formen die Schüler unter anderem Zöpfe und Neujährchen - all diese Teilchen gehören zum Gebildbrot, das dem früheren Brauchtum zufolge für religiöse Anlässe in ganz bestimmten Formen hergestellt wurde. Die gut gefüllten Bleche bringen die Nachwuchsbäcker anschließend auf den Schulhof. Dort wartet Matthias Rhein und schiebt die Teigwaren in den Backofen, den die Erfurtshäuser auf einem kleinen Anhänger mitgebracht haben. Auf diese Weise entstehen im Laufe des Vormittags knapp 100 Leckereien, und jeder Schüler darf seine eigene am Ende mit nach Hause nehmen.

Vorbereitungen laufen seit Wochen

Der Backtag in der Mardorfer Grundschule ist nur ein Teil der wochenlangen Vorbereitung auf den Erfurtshäuser Ostereiermarkt, der am letzten März-Wochenende wieder im Bürgerhaus Mardorf stattfinden wird. Schon in den zwei Wochen zuvor arbeitete Radegundis Jennemann, die Klassenlehrerin der 3a, mit ihren Schülern an einem Projekt rund um das Brauchtum. „Die Kinder kennen viele Bräuche von früher, wissen sie aber oft nicht zu deuten“, so Jennemann, „deshalb ist das Projekt eine Riesenchance. So kann eine Tradition weitergeführt werden, die sonst vielleicht zu Ende gehen würde.“

Unterstützung bekommt Jennemann von Ilse Seumer, die sich aktiv im Brauchtumskreis Erfurtshausen engagiert. Sie zeigt den Schülern Halstücher, Taschen, Bänder und Borten von alten Trachten und erklärt darüber hinaus die Symbolik, die dahinter steht. „Wir möchten den Blick der Kinder für die kostbaren Kleinigkeiten öffnen“, berichtet Seumer, „und gerade hinsichtlich des Ostereiermarkts wollten wir auch mal eine andere Zielgruppe ansprechen.“ Am Eröffnungstag des Markts - also heute in einer Woche - werden die Schüler der 3a die Ergebnisse ihres mehrwöchigen Projekts vorstellen.

von Yanik Schick

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