Volltextsuche über das Angebot:

23 ° / 15 ° wolkig

Navigation:
Jugendliche lernen, sich zu schützen

Gewaltvorbeugung Jugendliche lernen, sich zu schützen

Wie man sich in konfliktträchtigen Situationen richtig verhält, um kein Opfer von Gewalt zu werden, trainierten Schüler aus allen Zweigen der Alfred-Wegener-Schule.

Voriger Artikel
Neues Sozialprojekt nimmt Fahrt auf
Nächster Artikel
26-Jährige wird schwer verletzt

Schüler, Lehrer und Polizeivertreter präsentierten sich bei der Urkundenübergabe. Foto: Karin Waldhüter

Kirchhain. Wie können sich Kinder und Jugendliche verhalten, damit sie keine Opfer von Gewalt und Kriminalität werden, es gar nicht erst zu Gewalt kommt und die Schüler selbst nicht zu Tätern werden? Diese Fragestellungen standen im Mittelpunkt des „Gewaltpräventionsprojekts PiT-Hessen“. Die Abkürzung „PiT“ steht für Prävention im Team und ist ein opferzentriertes Gewaltpräventionsprogramm des Landes.

Bereits seit acht Jahren läuft das Projekt an der Alfred-Wegener-Schule. 800 Schüler haben bisher daran teilgenommen.

Das Besondere des Projektes: Gemeinsam arbeiten Lehrer der Alfred-Wegener-Schule, Oberkommissare der Polizeistation Stadtallendorf, Vertreter der Jugendpflege Kirchhain und des Kirchenkreises in Teams zusammen. In sechs klassenübergreifenden Gruppen hatten die Schüler an fünf Nachmittagen sechs Stunden lang gelernt, anhand von praktischen Übungen Gewaltsituationen frühzeitig zu erkennen, sich nicht in solche hineinziehen zu lassen, eigene Handlungsmöglichkeiten für einen Ausstieg zu entwickeln und erfolgreich um Hilfe zu bitten. „Das Projekt hat Spaß gemacht und hat mein Verhalten für die Zukunft geprägt“, berichtet Schülerin Monique Schöneweiß.

Positive Wirkung auf das Klima an der Schule

„Ich würde heute eher die Polizei anrufen oder einen Erwachsenen um Hilfe bitten“, sagt Schüler Leon Alexander Henkel. Dem Thema Gewaltprävention wird an der Gesamtschule seit Jahren besondere Aufmerksamkeit gewidmet - mit einer nachhaltigen Wirkung auf das Schulklima, wie Lehrerin Katharina Denig betont.

Im Jahre 2007 habe es an der Schule ein Gewaltproblem gegeben und die Stimmung an der Schule sei öfter aggressiv gewesen, erklärt Denig. Die Verzahnung der verschiedenen Gewaltpräventionsprojekte der Alfred-Wegener Schule, wie Streitschlichter, Busbegleiter und PiT habe für ein verbessertes Schulklima gesorgt.

Gemeinsam umgesetzt wurde das Projekt mit den Lehrern Katharina Denig, Gerd Huntemann, Antonella Lucifero und Matthias Schmidt, Silke Baumgardt von der Jugendförderung Kirchhain, Marco Hinz vom Kirchenkreis und den beiden Oberkommissaren Thomas Bartel und Nina Bachelier, die zum ersten Mal dabei war.

Erstmals überreichte der Leiter der Polizeistation Stadtallendorf Horst Frank gemeinsam mit Schulleiter Matthias Bosse die Urkunden an die Schüler.

Schulleiter Bosse hob dabei besonders den Einsatz der Schüler hervor, die ein Teil ihrer nachmittäglichen Freizeit für das Projekt geopfert hätten. „Das ist lobenswert. Ihr konntet viel aus dem Projekt mitnehmen“, sagte Bosse.

Er freute sich, dass so viele Externe ihre Kompetenzen mit in das Projekt einbringen konnten. Schön sei auch, dass das Projekt geholfen habe, Hemmschwellen abzubauen und die Polizei mehr als Helfer wahrgenommen werde. „Im Umgang mit Konflikten kennt ihr euch jetzt gut aus“, unterstrich Horst Frank von der Polizei.

„Schön ist, dass wir als Gesamtschule auftreten und Schüler über alle Schulzweige hinweg an dem Projekt teilnahmen“, erklärte Katharina Denig abschließend.

von Karin Waldhüter

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Ostkreis

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr