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Jugendliche lernen, sich zu schützen

Ausstellung Jugendliche lernen, sich zu schützen

„Echt Krass! Wo hört der Spaß auf“ lautet das Motto einer interaktiven Ausstellung, die in den nächsten fünf Wochen im Schülerhaus (Haus 8) der Georg-Büchner-Schule Stadtallendorf zu sehen ist.

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Die Ausstellung „Echt Krass“ Wo hört der Spaß auf“ arbeitet mit Tafeln und verschiedenen interaktiven Elementen, wie zum Beispiel Einspielungen über Kopfhörer. Fotos: Heinz-Dieter Henkel

Stadtallendorf. Rund 13 Prozent aller Mädchen und 3 Prozent aller Jungen zwischen 14 und 16 Jahren in Deutschland sind bereits in irgendeiner Form Opfer sexueller Gewalt durch Gleichaltrige oder ältere Jugendliche geworden, wobei die Dunkelziffer insbesondere bei den Jungen deutlich höher sein dürfte, so steht es auf einer der 15 Tafeln der Wanderausstellung. Grund genug sich mit der Thematik auseinanderzusetzen, meinte Urban Sersch, der Leiter der Georg-Büchner-Schule.

Von dem „Petze“-Institut für Gewaltprävention im Auftrag des Landes Schleswig-Holstein zusammengestellt, betreut der Verein für Beratung und Therapie LOK Stadtallendorf diesen interaktiven Präventionsparcours für Schule und Jugendliche in der Büchner-Schule.

„Wir wollen nicht mit erhobenem Zeigefinger die Jugendliche vor möglichen Übergriffen warnen, sondern vielmehr klar machen: Wo sind meine Grenzen, wie kann ich diese klar ausdrücken und nicht zuletzt, wo kann ich Hilfe bekommen“, sagte Heike Hanusch (Psychologin und Sexualberaterin bei der LOK) bei Ausstellungseröffnung in Gegenwart der Schulleitung, Elternschaft, Polizei und Politik.

Auf einer der großen Schautafeln ist zum Beispiel dargestellt, was man noch unter Flirten verstehen kann oder was bereits miese Anmache ist. Was sind für mich einvernehmliche sexuelle Kontakte und wo ist bereits eine Grenze überschritten. Eine weitere Tafel fragt ganz gezielt nach: „Was ist cool und was ist out?“ Überall auf den verschiedenen Tafeln gibt es Magnete, Schieber, Knöpfe und Hörer mittels derer man sich seine Meinung bilden und darstellen kann. Diskussionen um ganz persönlichen Grenzen (was ist für mich noch akzeptabel - was nicht) sind von den Gestaltern der Ausstellung dabei durchaus erwünscht.

Bereits im Vorfeld wurden die Lehrer der Georg-Büchner-Schule von Mitarbeitern der LOK auf das Thema und die Ausstellung vorbereitet. In den nächsten Wochen werden die Altersstufen ab der 7. Klasse mit ihren Lehrern die Ausstellung besuchen und über die Thematik reden.

Begleitend wird ein Elternabend zum Thema stattfinden. Selbstverständlich steht die Ausstellung auch Klassen anderer Schulen und Jugendgruppen nach entsprechender Voranmeldung offen.

„Wir haben das Angebot der LOK gerne angenommen“, sagte Schulleiter Sersch abschließend gegenüber dieser Zeitung und freute sich, dass die Schule mit dieser Ausstellung nicht nur einen inhaltlichen Beitrag für die Schüler liefere, sondern auch die Verantwortung der Schule im gesamtgesellschaftlichen Umfeld nachhaltig in Erinnerung bringen werde.

Schulen, die sich für einen Ausstellungsbesuch interessieren, können sich mit der Beratungsstelle LOK in Verbindung setzen. Weitere Informationen zu den Ausstellungsinhalten gibt es auch im Internet unter www.petze-kiel.de. Die Beratungsstelle LOK ist unter der Rufnummer 06428/1035 erreichbar.

von Heinz-Dieter Henkel

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