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Jugendliche kämpfen für Kinderrechte

Junior-Botschafter Jugendliche kämpfen für Kinderrechte

Acht junge Menschen aus Stadtallendorf wollen sich für Kinderrechte in aller Welt engagieren. Sie planen einen großen Aktionstag, bei dem es auch einen Umzug durch die Stadt geben soll.

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Mubarik Sabir (von links), Julian Schneider, Svenja Zimmer, Deniz Yüzgülen (vorne) und Alina Morneweg gehören zum Organisationsteam.

Quelle: Michael Rinde

Stadtallendorf. Se schauen über den Tellerrand hinaus, haben sich sogar einen Wahlspruch gegeben: „Allein sind wir schwach, gemeinsam sind wir stark.“ Der Satz erinnert ein wenig an das weltberühmte Motto der drei Musketiere „einer für alle, alle für einen“.

Alles begann im Oktober, als die acht auf einen Wettbewerb des UN-Kinderhilfswerks Unicef aufmerksam wurden. Es geht darum, Junior-Botschafter zu werden und am Ort für Kinderrechte einzutreten. Der Wettbewerb war für die acht 15- und 16-Jährigen zwar Motivation, ist aber nicht der Hauptgrund für ihren Einsatz. Seit mehreren Monaten treffen sich Silvia Guidotti, Göhce Cahmak, Chiara Pais-Albuquerque, Mubarik Sabir, Julian Schneider, Alina Morneweg. Deniz Yüzgülen und Svenja Zimmer.

Online-Petition fordert Verankerung der Kinderrechte im Grundgesetz

Sie denken in großen Zusammenhängen, fordern, dass die Kinderrechte im Grundgesetz dieser Republik verankert werden. Dazu haben sie eine Online-Petition gestartet. Gestern Nachmittag waren es bereits 267 Unterschriften. Die Petition richtet sich an den Bundespräsidenten Joachim Gauck.

Vor 25 Jahren wurde die Kinderrechts-Konvention der Vereinten Nationen verabschiedet, den acht ist es jetzt wichtig, dass den Worten auch in Deutschland Taten folgen und die Rechte von Kindern auch höchsten Schutz durch das Grundgesetz bekommen.

Sie blicken auch in ihre unmittelbare Umgebung. Beispielsweise kennen die Jugendlichen Fälle, in denen sich Mitschüler ein Schulessen einfach nicht leisten können. „Das darf nicht sein“, sagt Mubarik Sabir. Sein Mitstreiter Julian Schneider erinnert daran, dass die Eltern von 2,8 Millionen Kindern in Deutschland Hartz-IV-Bezieher sind - mit all den möglichen Folgen für ihre Zukunftschancen.

Wie schlecht es teilweise auf dieser Welt um die Rechte wie auch die Chancen von Kindern bestellt ist, haben sie auch gemerkt, als sie mit jungen Flüchtlingen in Stadtallendorf Kontakt bekamen. Aus Gesprächen und Straßenumfragen in Stadtallendorf wissen sie inzwischen „dass viele Erwachsene zwar mal von Kinderrechten gehört haben, aber konkret damit nichts anfangen können“, wie Sabir es zusammenfasst.

Am 7. März planen die acht Jugendlichen einen Aktionstag. Er findet an ihrer Schule, der Georg-Büchner-Schule Stadtallendorf statt, wie sie berichten. Ihre Schule haben sie als Partner mit ins Boot holen können. Die Organisation und die ganze praktische Arbeit liegt in ihren eigenen Händen. Es wird eine Podiumsdiskussion und ein kleines Programm geben.

Am Ende ist ein Umzug durch die Stadt bis hin zum Aufbauplatz geplant, eine kleine Demonstration für das große Thema Kinderrechte. 300 bis 400 Luftballons sollen zum Abschluss dort in die Höhe steigen.

Bürgermeister unterstützt gerne

Es ist dem kleinen Organisationsteam gelungen, Kreisschülerrat wie auch Landesschülervertretung für ihre Idee einer Online-Petition zu begeistern. Für ihren Aktionstag haben sie auch Bürgermeister Christian Somogyi gewonnen. Der findet den Einsatz der Jugendlichen „einfach toll“. Das zeige, wie aktiv Jugendliche an der Stadtallendorfer GBS seien, richtet er gleich ein Lob in Richtung der Schule. Er selbst will gerne einen Teil seiner Verfügungsmittel als Bürgermeister dafür einsetzen, die Jugendlichen zu unterstützen. Am 7. März wird er den Aktionstag eröffnen. Heute wollen die Jugendlichen bei einem Besuch in Marburg auch Landrätin Kirsten Fründt für ihr Projekt begeistern.

von Michael Rinde

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